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Ein Heim für junge Flüchtlinge

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Der Standort für das Heim in der Strombergstraße. Foto: Martin Kalb  Foto: 

Am 23. Januar soll ein Jugendheim für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge (UMA) in der Strombergstraße eröffnet werden. Das Kreisjugendamt und die Stadtverwaltung Ludwigsburg informierten jetzt die Bürger der Weststadt über ihr Vorhaben.

Für Ludwigsburgs Ersten Bürgermeister Konrad Seigfried war es bereits die neunte Informationsveranstaltung zum Thema Flüchtlingsunterkünfte. Denn die Stadt beherbergt inzwischen rund 1000 Flüchtlinge und rechnet damit, dass – laut Seigfried – davon 400 bis 600 am Ende bleiben dürfen. Unter den Ludwigsburger Asylbewerbern sind derzeit aber auch 95 unbegleitete Jugendliche, die besonderen Schutz genießen und deshalb dem Kreisjugendamt unterstellt sind.

Für sie soll das Jugendheim am Rand des Gewerbegebiets West eröffnet werden. Es ist ein dreigeschossiges Bürogebäude, das zuvor von der Telekom genutzt wurde. Das Kreisjugendamt hat es für sieben Jahre gemietet und es soll bis zum 23. Januar  bezugsfertig sein für 50 bis 60 junge Männer ab 16 Jahren, die vornehmlich aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea nach Europa gekommen sind. Ihre Voraussetzungen: Sie müssen Deutsch-Grundkenntnisse haben (sich also verständigen können), einen Ausbildungsplatz haben oder sich zumindest darauf vorbereiten, und sie sollten persönlich so stabil sein, dass sie das Ganze verkraften können.

Bis auf den letzten Platz gefüllt

Der Saal der Alevitischen Gemeinde im Gewerbegebiet West an der Hohenzollernstraße war am Dienstagabend fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als Stadtverwaltung und Kreisjugendamt zum Informationsgespräch einluden. „Es gilt“, so Bürgermeister Seigfried, „bei den Bürgern eventuelle vorhandene Ängste abzubauen und Kontakte zu den künftigen Heimbewohnern möglich zu machen“.  Karl Thumberger, im Landratsamt für die Betreuung Jugendlicher zuständig, nannte die Fakten: Das Jugendheim werde 20 Einzel- und 16 Zweibettzimmer, Küchen- und Gemeinschaftsräume auf jeder der drei Etagen haben und von fachlich ausgebildeten Sozialpädagogen oder -arbeitern (Verhältnis 1:8) betreut werden. Ferner sollen ein Hausmeister und eine Hauswirtschafterin für Ordnung sorgen, nachts sei auf jeden Fall immer jemand präsent – und eine Rufbereitschaft in Notfällen zu den Fachpädagogen oder auch zur Polizei gewährleistet.

Für besonders wichtig hält Andreas Moos, der für dieses Jugendheim zuständig Mann im Landratsamt, die Vernetzung mit Ehrenamtlichen, Patenfamilien, Sportvereinen, um die jungen Menschen in die deutsche Kultur integrieren zu können und/oder  ihnen eine berufliche Perspektive zu geben. „Wir haben in anderen, kleineren Einrichtungen damit auch schon gute Erfahrungen gemacht“, sagt er zuversichtlich. Denn auf diese Weise sei bereits ein „Super-Netzwerk“ mit Ehrenamtlichen entstanden.

Von Ängsten wenig zu spüren

Den Eindruck konnte man auch bekommen, als Moderator Seigfried die erste von vier Fragerunden aus dem Publikum eröffnete. Von Ängsten der Anwohner war an diesem Abend wenig zu spüren. Vielmehr fragen Anwohner, wie sie sich persönlich einbringen könnten, ob eine Familien-Patenschaft möglich ist oder Sachspenden benötigt würden.

Allenfalls die relative Nähe zur Diskothek Waldhaus oder zur Rockfabrik bereitete einigen Anwohnern Sorge. Doch selbst der stellvertretende Leiter des Polizeireviers Ludwigsburg mochte darin kein zusätzliches Gefahrenpotenzial erkennen: Denn gerade aus dieser Altersklasse seien in den bisherigen Jahren allenfalls drei eher harmlose Vergehen bekannt geworden. Zumal der Tagesablauf in diesem Jugendheim klare Strukturen erkennen ließ: Frühstück, Schule oder Ausbildung, Mittagessen, Schule oder Nachhilfe, und abends Vereinsaktivitäten oder Freizeitgestaltung.

Vereinbart wurde eine Besichtigung des Heims durch die Anwohner vor dem Bezug am 17. Januar von 17 bis 18 Uhr, ein Kennenlern-Nachmittag in der Folgezeit und ein Erfahrungsaustausch nach sechs bis acht Monaten mit den Anwohnern. „Dann kann man ja noch immer Korrekturen anbringen“, meinte Konrad Seigfried. Günther Jungnickl 

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