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Das unhörbare Element großer Musik

Der Ludwigsburger Kunstverein zeigt mit "Cover Art" eine schöne Ausstellung, kümmert sich dabei aber zu wenig um die Laien unter den Besuchern.

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Der US-Zeichner Wes Benscoter vor einem seiner Heavy-Metal-Cover.  Foto: 

"Diese ganz spezielle Verbindung von Musik und Bildender Kunst bieten MP3-Dateien nicht", sagt Dr. Andrea Wolter-Abele. Als Kuratorin des Ludwigsburger Kunstvereins hat sie eine imposante Schau erstellt, die sich jenem Teil der Musik widmet, der nicht zu hören ist und doch zum Werk gehört: dem Cover einer Schallplatte oder einer CD. "Cover Art - Eine aussterbende Gattung?" heißt die Ausstellung (siehe Infobox). Die Frage im Titel ist für Wolter-Abele rhetorisch: "Musiker haben immer das Anliegen, die Musik, die sie spielen, zu porträtieren."

Die Kuratorin ergatterte Originale von Werken, die stilprägend waren: seien es die schmerzverzerrten Heavy-Metal-Cover des US-Künstlers Wes Benscoter oder die traumartigen Landschaftsgemälde des Briten Roger Dean für die Rockgruppe "Yes". Beide waren zur Vernissage gekommen - wie auch Klaus Voormann. Dessen wichtigstes Werk, das Cover des Beatles-Albums "Revolver", ist leider nur in einer Zeichnung angedeutet, die 2010 einen Zeitschriften-Titel geziert hat.

Hier zeigt sich schmerzlich, dass keine einzige Plattenhülle in der Schau hängt - "nur" Gemälde, Collagen oder Zeichnungen, die als ihre Vorlage dienten. Eine bewusste Entscheidung, sagt Wolter-Abele: "Die Cover-Bilder stehen als Kunstwerke für sich." Bei den Polaroid-Fotos Andy Warhols, die als Faksimilie zu sehen sind, entgeht Besuchern damit allerdings die "interaktive" Dimension der Hüllen: Das Bild des prall gefüllten Schrittbereichs eines Mannes für das Rolling-Stones-Album "Sticky Fingers" ist als Plattenhülle mit einem Reißverschluss versehen - der sich öffnen lässt.

Detailliertere Infos zu den 50 gerahmten Bildern wären auch nett gewesen. Viele Laien erfahren somit kaum, wie hochwertig die Schau ist, dass etwa die beiden surrealen Gemälde Mati Klarweins ein bedeutendes Jazzalbum zieren: "Live-Evil" von Miles Davis. Der Name des Trompeters ist nirgends zu lesen.

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