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Bundestagskandidat Alexander Deicke (FDP) schaltet beim Autofahren einen Gang zurück

Beruflich hat er zig Eisen im Feuer, in den Bundestag möchte er auch. Doch zwischendurch abschalten muss auch für den FDP-Bundestagskandidaten im Wahlkreis Ludwigsburg, Alexander Deicke, mal sein: mit Cabrio und Klassik.

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Aus dem Radio tönt Klassik. Bach und Mozart, die mag Alexander Deicke gern. Auf dem Rücksitz liegen auch ein paar CDs herum. "Viel Fantasy und Kinderhörspiele", sagt der 36-Jährige. Will der FDP-Kandidat für den Wahlkreis Neckar-Zaber abschalten, steigt er in das BMW-Cabrio seiner Frau, einer Freiberger Kinderärztin, und dreht die Lautstärke auf. "Das ist für mich Entspannung."

Echte Hobbys hat Alexander Deicke nicht erst aufgeben, seit er beschlossen hat, Politik zu machen. Den Golfplatz hat er schon nicht mehr gesehen, seit seine beiden Kinder auf der Welt sind, wie er erzählt. Für den gebürtigen Reutlinger ist das jedoch kein Problem, er ist ein Familientyp, versucht, viel Zeit mit den Kleinen zu verbringen. Als seine Tochter vor drei Jahren geboren wurde, nahm er sogar ein Jahr Elternzeit. Eine wichtige Erfahrung, wie Deicke im Rückblick feststellt.

Dabei würde man den Mann mit dem Zahnpastalächeln und der durchgestylten Frisur gar nicht unbedingt zwischen dreckigen Windeln und Babygläschen erwarten. Denn von sich selbst sagt er: "Ich bin eitel, das gebe ich zu." Gepflegte Hände beispielsweise seien ein Muss. Was aber offenbar nicht bedeutet, das Deicke mit selbigen nicht anpacken würde. So tanzt der Anwalt und Unternehmensberater auch beruflich auf vielen Hochzeiten, sein Terminkalender ist stets randvoll. Für verschiedene Aufträge, Fortbildungen und Seminare reist der Familienvater, der nebenher noch an der Uni Liechtenstein promoviert, regelmäßig durch ganz Deutschland. Die Autofahrten von A nach B nutzt er oft, um den Kopf freizukriegen.

Sein Alltag ist stressig, das passe aber zu ihm, sagt der 36-Jährige, der stets schon an der nächsten Idee zu feilen scheint. Auch die Politik begreift er eher als Projekt, denn als Lebensaufgabe, wie er unumwunden zugibt. Deicke: "Als ich meine Kanzlei von Stuttgart nach Ludwigsburg verlegt habe, habe ich überlegt, was ich jetzt tun kann, wie ich netzwerken kann." Politik habe ihn zusehends interessiert, die FDP habe nahegelegen. "Ich war schon immer marktwirtschaftlich orientiert, in der Schule hat mir mein Opa Geld für gute Noten versprochen - es hat funktioniert."

Im Wahlkreis Ludwigsburg hält sich Deicke für den besten Kandidaten, wie er sagt. So richtig ernsthaft plant er aber wohl dennoch nicht mit seinem Einzug in den Bundestag - nach seinem gescheiterten Coup, sich auf Platz der Landesliste wählen zu lassen, muss er nun mit dem Listenende vorliebnehmen. "Aber man weiß es nie, ich bin ein Glückspilz", sagt Deicke, der sich mehr junge Berufstätige wie sich selbst in Berlin wünscht. Einen Plan B gibts aber freilich: Am Kaffeeberg in Ludwigsburg hat er einen Laden gekauft, den er derzeit zum Büro umbauen lässt.

Während Deicke früher in der alten Heimat Reutlingen und später in seiner Tübinger Verbindung Virtembergia auch mal die Nächte durchfeierte, lässt er es heute in puncto Party dank Job und Familie wesentlich gemächlicher angehen. Wenn auf den kleinen Entspannungsfahrten im Cabrio seiner Frau nicht gerade Klassik oder Hörspiele laufen, dann ist es Filmmusik à la "Rocky". "Das ist motivierend", findet Deicke. Dabei hat der 36-jährige Tausendsassa, der reden kann wie ein Wasserfall, Motivationsschübe ja augenscheinlich nicht mehr nötig.

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