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Backsteinbau bleibt erhalten

Sanieren oder abreißen? Eine Zeitlang sah die Zukunft des Backsteinbaus in der Friedrichstraße 71, wo der Landkreis einen weiteren Neubau plant, düster aus. Doch nun stehen die Zeichen auf Erhalt.

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Der historische Backsteinbau in der Friedrichstraße 71 soll saniert und als Teil des Kreishaus-Erweiterungsbaus genutzt werden. Foto: Martin Kalb  Foto: 

. Die Ludwigsburger Stadtverwaltung arbeitet derzeit an einer Satzung, die dazu dienen soll, erhaltenswerte, aber nicht denkmalgeschützte Gebäude in der Innenstadt zu schützen (wir berichteten). Noch ist diese nicht unter Dach und Fach, aber eine Sorge hat man im Rathaus bereits weniger. Denn die Kreisverwaltung will das Backsteingebäude in der Friedrichstraße 71 nun nicht mehr im Zuge der beabsichtigten Erweiterung abreißen.

Wie Alois Braunmiller, Leiter des Fachbereichs Hochbau und Liegenschaften im Kreishaus, in der Sitzung des Kreisverwaltungsausschusses am Montag darlegte, hat eine Begutachtung ergeben, dass das historische Kasernengebäude aus der Kaiserzeit stehen bleiben kann. Die Stadt Ludwigsburg hatte um diese Prüfung gebeten. Baurechtlich wäre ein Abriss in Ordnung gewesen, denn laut einer Prüfung des Regierungspräsidiums erfüllt das Gebäude nicht die Kriterien eines Kulturdenkmals.

Nun aber ist ein Erhalt des ehemaligen Mannschaftsgebäudes aus Sicht des Landratsamtes sogar aus mehreren Gründen sinnvoll. Das Gebäude könne im Erdgeschoss und im Obergeschoss (Gesamtfläche: 1.560 Quadratmeter) die Registratur aufnehmen, in der das Schriftgut der Kreisverwaltung verwahrt wird. Dazu müsse nur in geringem Umfang in die Gebäudestruktur eingegriffen werden, erklärte Braunmiller. Im Dachgeschoss gewinne man zudem weitere notwendige Lagerflächen. Zugleich diene der Altbau zur Lärmabschottung gegenüber der vielbefahrenen Friedrichstraße. Durch einen Gang im Untergeschoss soll das Backsteingebäude mit dem Neubau verbunden werden und einen Aufzug erhalten. Die Kosten für die Sanierung werden nach jetzigem Sachstand auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.

Der Verwaltungsausschuss stimmte diesem Vorgehen am Montag zu. Die Investition sei vertretbar, sagte Manfred Hollenbach für die CDU. Der Kreis erhalte zusätzliche Räume für einen günstigen Quadratmeterpreis, pflichtete ihm Heinz Reichert (SPD) bei. Auch die Grünen und die FPD signalisierten einhellig Zustimmung. Lediglich Gerd Maisch (Freie Wähler) und zwei weitere Mitglieder seiner Fraktion votierten aus Kostengründen dagegen.

Unstrittig war hingegen der Beschluss, das Architekturbüro Kubeneck mit der Entwurfsplanung für die Kreishauserweiterung zu beauftragen. Eine Vorplanung dafür wurde bereits erstellt. Sie geht von einer Gesamtfläche von 9.970 Quadratmetern aus.

Im Untergeschoss des Neubaus sind 80 Tiefgaragenstellplätze vorgesehen, weitere 16 im Außenbereich. Die Kosten für den Erweiterungsbau werden auf 22,5 Millionen Euro beziffert, hinzu kommen 0,9 Millionen Euro für die Ausstattung.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Entwurfsplanung bis Juli 2014 vorliegen soll. Die Baufreigabe ist dann im April 2015 geplant. Geht alles glatt, könnten die Fertigstellung und der Umzug im Dezember 2016 über die Bühne gehen.

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