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AVL: Müllgebühren bleiben stabil

Einstimmig hat der AVL-Aufsichtsrat am Donnerstag den Haushaltsplan für 2016 verabschiedet. Die gute Nachricht für die Bürger: Die Müllgebühren bleiben unangetastet.

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150,6 Kilogramm Abfall pro Bürger mussten im vergangenen Jahr im Kreis Ludwigsburg verbrannt werden. Der wesentlich größere Teil des anfallenden Hausmülls konnte allerdings wiederverwertet werden, nämlich 312,6 Kilogramm pro Person. Was sagt uns diese Statistik? Während der Restmüllanteil unter dem Mittel der letzten acht Jahre lag, stieg der Anteil der wiederverwertbaren Rohstoffe im Müll an. Eine durchaus positive Entwicklung, befanden die Kreisräte im Aufsichtsrat der AVL.

Trotzdem ist ihnen der Anteil von Bioabfällen im Restmüll immer noch zu hoch. Schließlich will der Landkreis im kommenden Jahr ein eigenes Kompostwerk bauen und das sollte ausgelastet sein. Sowohl Kreisrat Rainer Gessler (Freie Wähler) als auch sein SPD-Kollege Joachim Wirth sahen deshalb bei der Gewinnung von Biogut durchaus noch "Luft nach oben". Immerhin wurde der lange anhaltende Abwärtstrend in den letzten Jahren gestoppt. Was vor allem den 2013 eingeführten wöchentliche Leerungen der Biotonnen in den Sommermonaten und der Aufklärungskampagne der AVL zu verdanken ist.

Wirth war das allerdings immer noch zu wenig, deshalb forderte er die Einstellung eines weiteren Mitarbeiters zur Förderung der Biogut-Trennung, wie es auch vom Gesetzgeber vorgeschlagen wird. Andernfalls prophezeite er "für die nächsten drei Jahren ein Chaos". Weil er dafür jedoch keinen Mitstreiter im Aufsichtsrat fand, enthielt er sich bei der Abstimmung über das Budget der AVL der Stimme.

Ansonsten fand der Haushaltsplan 2016 im Gremium wohlwollende Zustimmung, zumal sich die erwartete Erhöhung der Zuweisungen des Landkreises mit 456.000 Euro auf insgesamt 20,59 Millionen Euro in Grenzen hielt. Notwendig waren sie wegen der Tariferhöhungen für die fast 100 AVL-Mitarbeiter, wegen höherer Kosten bei der Entsorgung und dem zusätzlichen Aufwand zur Steigerung der Biogutmenge.

Der gesamte Aufwand für die Entsorgung des Restmülls kostet 18,65 Millionen Euro, was einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr um fast drei Prozent entspricht. Darin sind neben den vertraglich vereinbarten Preiserhöhungen auch die um ein Prozent gestiegene Einwohnerzahl, die Behälterentleerungen und die damit zusammenhängenden Auswirkungen enthalten. Da im kommenden Jahr mit einer Erhöhung des Biogutsammelns gerechnet wird, erhöht sich auch dieser Budgetanteil um 181.000 Euro.

Weiterhin sehr profitabel entwickelt sich der privatwirtschaftliche Sektor auf den Deponien Burghof bei Vaihingen und Froschgraben bei Markgröningen/Schwieberdingen. Die Erlöse daraus wurden deshalb für das kommende Jahr optimistisch auf 8,79 Millionen Euro heraufgesetzt; das sind 1,48 Millionen Euro mehr als 2015.

Landrat Dr. Rainer Haas stellte dazu aber klar, dass diese Gewinne nicht dazu dienen könnten, etwa die Müllgebühren zu senken, sondern dazu, die Verluste vergangener Jahre auszugleichen, den Status quo zu erhalten und die Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können. Beispielsweise die Renaturierung der Deponie am Froschgraben, wenn sie geschlossen wird.

Für Aufsichtsratsmitglied Reinhard Rosner (CDU) waren es "bemerkenswerte Zahlen", die AVL-Geschäftsführer Dr. Utz Remlinger vorlegte. Weder Rosner noch sein Kollege Steffen Döttinger (Freie Wähler) sprachen angesichts der hohen Gewinne im privatwirtschaftlichen Bereich, die vor allem der anhaltenden Hochkonjunktur im Baubereich zu verdanken sei, von Gebührensenkung. Sie freuten sich über die Stabilität der Müllgebühren.

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