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Angeklagter Stieg bei Schreinemakers ein Einbruch bei Moderatorin gestanden

Überraschende Wende im Drogendealer-Prozess am Landgericht: Der Angeklagte gestand, vor Jahren die Villa der TV-Moderatorin Margarethe Schreinemakers geplündert zu haben.

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Ein 39-Jähriger will 2001 bei Margarethe Schreinemakers eingestiegen sein.  Foto: 

In der Nacht zum 20. September 2001 brachen bis heute unbekannte Täter in das Landhaus der TV-Moderatorin Margarethe Schreinemakers in Lüttich (Belgien) ein und erbeuteten Diamantschmuck und 160 Gold-Uhren im Wert von damals mehreren Millionen Mark. Was hat dieser Fall mit den vier Männern zu tun, von denen drei inzwischen wegen der Ludwigsburger Drogen-Connection abgeurteilt sind und der Vierte eine Beteiligung daran bislang bestritten hatte? Ziemlich viel, wie sich herausstellte.

Eigentlich sollte am Donnerstag ein Stimmengutachter am Landgericht in Stuttgart diesen vierten Angeklagten, einen 39-jährigen Albaner, in puncto Drogendelikten überführen. Bei einer Abhöraktion hatte man die Stimme des Mannes aufgezeichnet, dieser hatte bestritten, dass es seine sei. Doch der Gutachter musste wieder gehen. Der Angeklagte wolle "sich öffnen", sagte plötzlich sein Anwalt. So beginnen Geständnisse vor Gericht. Der Mann gab eine Tat zu, die bislang ungesühnt ist.

Er sei es gewesen, der damals in der Nacht zum 20. September 2001 in das Landhaus der TV-Moderatorin in Lüttich eingebrochen sei - und dabei habe er reiche Beute gemacht. Entgegen der offiziellen Nachricht der belgischen Polizei habe er Schmuck, Diamanten und Bares im Gesamtwert von 30 Millionen D-Mark erbeutet und das Diebesgut später mithilfe anderer Komplizen für eine Million D-Mark verkauft. Sein Anteil habe sich im Bereich von 350 000 D-Mark bewegt.

Danach sei er nach Albanien geflüchtet, habe dort eine junge Frau kennengelernt, der er ein Kilo Gold und eine hohe Geldsumme geschenkt habe. Er kaufte sich einen Audi S-8 sowie einen Mercedes 320 SLK, so der Angeklagte. 2003 sei er pleite gewesen. Bei einer Wiedereinreise nach Belgien wurde er wegen diverser anderer Diebstähle verurteilt.

Möglicherweise werden diese Daten an die belgische Justiz weitergeleitet, denn dort sucht man immer noch nach den Schreinemakers-Einbrechern. Ob der Mann auch etwas mit jenen insgesamt rund 25 Kilo hochwertigen Drogen zu tun hat, mit denen seine Bande im vergangenen Jahr den Markt zwischen Bietigheim, Asperg und Ludwigsburg regelrecht überschwemmt hat, ist jedoch noch offen. Die Gruppe soll das Rauschgift in mehreren Fahrten bei einem Amsterdamer Dealer eingekauft haben. 15 Kilo konnte die Polizei am 6. Dezember 2013 anlässlich einer Fahrzeugkontrolle sicherstellen.

Nun wird an diesem Freitag weiterverhandelt. Weitere Sitzungstage könnten folgen.

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