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"Gepard" erhält Strafe auf Bewährung

Der Mann, der sich einbildete, ein Gepard zu sein, der glaubte, Energie würde ihn aus Röhren angreifen und ein Raumschiff habe vor seinem Fenster Stellung bezogen, erhielt jetzt eine Bewährungsstrafe.

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Ein 25-Jähriger hatte als "Gepard" in Ludwigsburg einen Mann schwer verletzt, der ihn wegen Diebstahls verfolgt hatte (die BZ berichtete). Wegen dieser Straftat konnten ihn die Richter der 7. Großen Strafkammer jetzt nicht verurteilen, denn er gilt wegen seiner bereits seit Jahren dauernden schweren psychischen Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis als schuldunfähig. Er habe das Unrechte seines Tuns nicht einsehen können, so die Richter. In seinem Wahn, erklärte ein Gutachter, habe er sich zum Tier verwandelt. Als Gepard sei er durch die (Wüste) Stadt geschlichen oder als Katze, je nachdem. Er bezog seine Kraft durch Elektro-Stimulation aus Steckdosen, wie es ebenfalls ein Gutachter feststellte. Und er war bisher in diesem Zustand eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Das zeigte sich vor allem am Abend des 20. Februar dieses Jahres in einer Ludwigsburger Gaststätte. Hier schlich er sich in den Sozialraum, stahl dort die Geldtasche einer Kellnerin und wollte damit - als Gepard gerade auf Beutezug - verschwinden, rechnete allerdings nicht mit einem menschlichen Verfolger. Mit dem lieferte er sich später auf der Asperger Straße eine Keilerei, wobei der Angeklagte mit seinem Ellenbogen boxte und den Verfolger kratzte und dabei erheblich verletzte. Alles im Zustand einer "undifferenzierten Schizophrenie" wie es das Gericht feststellte.

Erschwerend gegen ihn wog auch, dass er bei seiner Festnahme ein ganzes Arsenal von Schraubendrehern, Messern, Gabeln und anderen spitzen Stichwerkzeugen bei sich trug, was die Gefährlichkeit unterstrich. Allerdings, so das Gericht im Urteil, sei diese Gefahr nicht gegeben, wenn er regelmäßig die entsprechenden Medikamente einnehme, die ihm verschrieben werden, und zusätzlich Kontakt zu seinem Arzt pflege.

Unter diesem Aspekt setzte die Stuttgarter Strafkammer die Unterbringung in der Psychiatrie zur Bewährung aus.

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