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Turbo-Integration für Flüchtlinge

Zur schnellen Integration von Kriegsflüchtlingen wurde vom Land das Modellprojekt "Stella - Willkommen in Baden-Württemberg" entwickelt. Im Landkreis Ludwigsburg wird es bereits seit März umgesetzt.

GÜNTHER JUNGNICKL |

"Stella" steht für "Schnelle Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in gemeinsamer Verantwortung", und ausprobiert wird "Stella" derzeit in vier Landkreisen: Neben Ludwigsburg sind das Reutlingen, Tübingen und der Ortenaukreis. Und alle vier arbeiten eng mit der jeweils regionalen Arbeitsagentur zusammen. Denn es geht darum, möglichst schnell besonders qualifizierte Bewerber, die auch noch möglichst gute Chancen auf Anerkennung ihres Asylantrags haben sollten, in Arbeit und Brot zu bringen. Zurzeit gibt es im Kreis Ludwigsburg 90 Bewerbungen um Teilnahme.

Dass der Landkreis Ludwigsburg an diesem Modellprojekt teilnehmen konnte, verdankt er laut Landrat Dr. Rainer Haas dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag Claus Schmiedel, der ihn frühzeitig über die Chance informierte. Umgehend setzte der sich daraufhin im Herbst 2014 mit dem Regionalleiter der Arbeitsagentur Christian Rauch zusammen und auch der war äußerst interessiert an einer Teilnahme, denn schließlich gibt es gerade in der Region Stuttgart einen hohen Bedarf an Arbeitsplätzen. Das Vorpreschen der beiden wurde prompt belohnt.

Der Sozialausschuss des Kreistags befasste sich deshalb jetzt mit der Umsetzung des Projekts. Denn Aufgabe des Landkreises ist es, den Sprachunterricht für die Asylbewerber zu organisieren und zu bezahlen; die Arbeitsagentur stellt drei Mitarbeiter über zwei Jahre zur Verfügung, die die beruflichen Kenntnisse der Aspiranten bewerten und sie bei der Stellensuche beraten. Rund 100 000 Euro stellt das Landratsamt für die Sprachkurse zur Verfügung, die bei der Schiller-Volkshochschule angelaufen sind. Binnen acht Monaten sollen die von Sozialarbeitern ausgesuchten Flüchtlinge, die schon über eine berufliche Vorbildung verfügen, genügend Deutsch verstehen und sprechen können, um am neuen Arbeitsplatz bestehen zu können. "Sie sind alle sehr motiviert", berichtete Sozialdezernent Heiner Pfrommer über die Stimmung im ersten Kurs, der gegen Ende des Jahres abgeschlossen werden soll.

Die Kreisräte waren von dem Konzept der Landkreisverwaltung beeindruckt und sparten deshalb nicht mit Lob. Auch wenn Ralf Trettner (CDU) einräumte, dass dies nur ein kleiner Teil der vielen Flüchtlinge und Asylbewerber sei, die derzeit in großen Scharen kommen. Weshalb er auch von der Landesregierung eine konsequentere Abschiebepraxis für all jene Asylbewerber forderte, die nicht aus Krisen- oder Kriegsgebieten kommen. Auch Dieter Nafz (Freie Wähler) bezeichnete den Modellversuch als eine im Grunde "gute Sache", die allerdings mit sehr hohen Kosten für eine nur begrenzte Anzahl von Flüchtlingen verbunden sei. "Wir wollen keine Flüchtlingselite", stellte Grünen-Kreisrat Andreas Roll ebenfalls fest, nannte aber dennoch diesen Modellversuch "einen guten Einstieg".

Mit ihm teilte Landrat Dr. Haas die Hoffnung, dass aus dem "hochinteressanten Pilotprojekt später einmal dauerhafte Praxis wird". Auf jeden Fall müsse jetzt der Versuch nach Ansicht von Dr. Eckart Bohn (SPD) schnell durchgezogen werden, "denn Durchhänger können wir uns nicht leisten". Der Sozialausschuss stimmte deshalb auch einmütig für das angelaufene Projekt.

Info Der Abbau von Sprachbarrieren ist die eine Herausforderung, eine andere ist die Anschlussunterbringung von Asylbewerbern. Bietigheim-Bissingen muss dabei erneut auf ein Provisorium zurückgreifen.

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