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Landesbibliothek wurde vor 250 Jahren in Ludwigsburg gegründet

Die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart wird dieses Jahr 250 Jahre alt. Ihre Wurzeln hatte die Einrichtung in Ludwigsburg, wo sich Herzog Carl Eugen 1765 selbst ein Geburtstagsgeschenk machte.

UWE MOLLENKOPF |

Legendär sind seine aufwendigen Jagden, seine zahlreichen Mätressen sowie kostspieligen Feste und Schauspielaufführungen. Dennoch hat der verschwendungssüchtige Herzog Carl Eugen von Württemberg auch Bleibendes für die Bildung im Land hinterlassen: Im Jahr 1765 gründete der Herrscher in Ludwigsburg eine Bibliothek, aus der die heutige Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart hervorging.

Typisch für Carl Eugen war, dass er die Bibliotheksgründung mit einem Fest verband: Die Einrichtung wurde am 11. Februar 1765 zu seinem 37. Geburtstag aus der Taufe gehoben. Als Standort war das sogenannte Beck'sche Palais in der Stuttgarter Straße 12/1 in Ludwigsburg, der damaligen Residenz des Herzogs, ausgewählt worden.

Carl Eugens Ziel war es, "einen neuen Mittelpunkt für Künste und Wissenschaften" zu schaffen und "von der gelehrten europäischen Welt geachtet zu werden". Die Stiftungsurkunde habe festgelegt, dass es eine öffentliche Bibliothek mit modernen Erwerbungsrichtlinien sein sollte, teilt die Landesbibliothek mit. Den Grundstock bildeten Bücher der Ludwigsburger Residenz und Zukäufe des ersten Bibliothekars Joseph Uriot, zusammen um die 10.000 Bände.

Wie Stadthistoriker Dr. Albert Sting in seiner Geschichte Ludwigsburgs schreibt, kamen viele Gäste zu der Einweihung. Erwähnt wird der Markgraf von Ansbach samt Gattin, Fürst Karl von Nassau-Usingen, Gesandte ausländischer Höfe und verschiedene ausländische Offiziere. Es gab Reden, und die Stiftungsurkunde wurde verlesen.

Aber auch fürs einfach Volk hatte Carl Eugen anlässlich des Festtags etwas zu bieten. Im Schlosshof wurde an zwei eigens zu diesem Zweck gebauten Herden zwei Ochsen gebraten, deren Fleisch zusammen mit Rot- und Weißwein ausgegeben wurde.

Ein langer Aufenthalt war der neuen Bibliothek in der Stuttgarter Straße freilich nicht beschieden. Bereits 1767 wurde sie in den Grafenbau in der Schlossstraße 29 verlegt, und keine zehn Jahr später war dann ganz Schluss mit Ludwigsburg als Bibliotheksstandort. Nachdem Carl Eugen seine Residenz wieder zurück nach Stuttgart verlegt hatte, wurde ab 1776 auch die Bibliothek dorthin gebracht.

Dort wuchs die Bücherei dank der Bücherleidenschaft des Herzogs schnell an. Am Ende seiner Lebenszeit zählte sie bereits 100.000 Bände. Aus der "Herzoglichen Öffentlichen Bibliothek" ging 1918 die Württembergische Landesbibliothek hervor. Diese verfügt heute laut einer Mitteilung über nahezu sechs Millionen Medieneinheiten und ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Baden-Württembergs. Pro Jahr werden mehr als eine Million Medien entliehen.

Info
An das Jubiläum erinnert in der Landesbibliothek in Stuttgart eine große Ausstellung mit dem Titel "Carl Eugens Erbe. 250 Jahre Württembergische Landesbibliothek". Sie ist noch bis zum 11. April zu sehen.

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