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507 Kilo Gold eingeschmolzen - Hehler stehen nun vor Gericht

Vor einigen Wochen hat das Stuttgarter Landgericht zwei Serieneinbrecher zu hohen Haftstrafen verurteilt, die im gesamten Landkreis Ludwigsburg, Vaihingen-Enz, Bietigheim, Kornwestheim, Stuttgart und Esslingen in zahlreiche Wohnungen einbrachen und Goldschmuck erbeuteten.

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Jetzt sitzen vier weitere mutmaßliche Einbrecher im Alter von 33 bis 45 Jahren auf der Anklagebank, die neben vier neuen schweren Einbrüchen auch Beuteteile ihrer früheren Komplizen angekauft und eingeschmolzen haben sollen.

Der Landkreis Ludwigsburg scheint ein besonders ergiebiges Revier für Wohnungseinbrecher darzustellen, denn innerhalb eines Jahres haben nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mehr als fünf mehrköpfige Diebesbanden aus dem Balkan und aus Litauen in den Stadtteilen sowie in Bietigheim, Markgröningen und Kornwestheim zugeschlagen und meist Goldschmuck, Gold- und Silbermünzen und Bares im Gesamtwert von über 300.000 Euro erbeutet.

So auch die beiden Bosnier, die hier Beute für 100.000 Euro machten und in einem Fall in Stuttgart sogar ein Wohnhaus unter Wasser setzten. Sie wurden zu je achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Wo deren Beute, in erster Linie handelt es sich dabei um Goldschmuck, verblieben ist, darüber rätselte die Polizei vor einem Jahr nach der Festnahme der beiden. Dann aber, als einer der Einbrecher einen Tipp gab, stellte sich heraus, dass die Edelmetall-Schmuckstücke bei Hehlern landeten, die ihrerseits in Scheideanstalten das Gold vom Silber trennen und einschmelzen ließen. Diesen Vorwurf (gemeinschaftliche schwere Bandenhehlerei) wirft der Staatsanwalt seit gestern vor der 17. Großen Strafkammer vier Türken aus Köln vor. Die sollen nicht nur in vier Villen prominenter Stuttgarter Bürger eingebrochen und dabei gut 180.000 Euro Beute gemacht haben, sondern sie hätten auch Hehlerschmuck für zwölfeinhalb Millionen Euro aufgekauft und eingeschmolzen wieder abgesetzt - darunter auch Beutestücke aus den Markgröninger Einbrüchen. Die ihnen jetzt zusätzlich zur Last gelegten Einbrüche beziehen sich auf gehobene Wohngebiete in der Landeshauptstadt, in Pforzheim, Vaihingen-Enz und Walheim. Insgesamt verzeichnet die Anklagebehörde einen Bargeld-Schaden in Höhe von 190.000 Euro, und Sachschäden bis zu 50.000 Euro jeweils an den eingebrochenen Objekten hinterlassend.

In einem Fall, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, soll das Quartett bei den nächtlichen Diebeszügen im Mai 2011 auch einen kompletten Waffentresor mit einer scharfen Pistole nebst dazugehöriger Munition gestohlen haben.

Auch in Baden sollen die vier aktiv gewesen sein: In Baden-Baden wurden aus einer Villa neben Schmuck und Uhren auch 100.000 Euro in bar erbeutet. In Karlsruhe sollen ihnen 40.000 Euro in bar und Schmuck für weitere 70.000 Euro in die Hände gefallen sein. Ebenso bei einem Einbruch in eine Villa in Pforzheim, wo sie genau 201.000 Euro Bargeld und Schmuck für 27.000 Euro erbeutet haben sollen. Dazu sollen die Angeklagten neben ihren Diebestouren noch 258 Kilo Silber und 507 Kilo Gold von anderen Einbrechern, darunter auch jenen, die im Landkreis Ludwigsburg zuschlugen, aufgekauft, und dann eingeschmolzen verkauft haben. Dazu hätten sie sich eines Juweliers in Köln bedient, der in seinem Schmelzofen die Beute zuerst verklumpt hatte. Danach sollen diese unkenntlich gemachten Schmuckstücke in der Pforzheimer Scheideanstalt zu Barren verarbeitet worden sein. Vor Gericht schweigen die vier zunächst. Die 17. Strafkammer hat Prozesstage bis zum 10. Oktober angesetzt.

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