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Zweimal Ehrenmitglied zum Abschied

Zehn Jahre lang war Frank Holzwarth Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pleidelsheim. Seinem Abschied im Rahmen der Jahreshauptversammlung wohnten am Freitagabend rund 150 Gäste im Bürgersaal bei.

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Bürgermeister Ralf Trettner mit dem scheidenden Kommandanten Frank Holzwarth und seinem Nachfolger Timo Günther (von links).  Foto: 

Es sollte eine ganz normale Jahreshauptversammlung sein. Und doch war diesmal alles ganz anders. Denn neben den fast vollständig angetretenen Feuerwehrfrauen und -männern, der Jugend- und der Altersabteilung waren diesmal auch zahlreiche Gemeinderäte sowie eine hochkarätige Abordnung der Feuerwehr aus der ungarischen Partnergemeinde Fertöszentmiklós gekommen, dazu die Spitze des Kreisfeuerwehrverbands Ludwigsburg, die geschlossene Phalanx der Kommandanten aus den Nachbargemeinden von Freiberg bis Großbottwar, eine große Abordnung des DRK-Ortsverbands sowie der Marbacher Polizeirevierleiter Peter Kolwe nebst Hauptkommissarin Katrin Groß vom Polizeiposten Freiberg.

Denn es galt einen Mann zu ehren, der nicht nur wegen seiner fachlichen Kompetenz sehr populär ist, sondern durch seinen Charme, seine Geradlinigkeit und seinen Humor eine Menge Freunde während seiner Amtszeit gewonnen hat und nicht zuletzt auch seinem Duzfreund und Bürgermeister Ralf Trettner ein sehr wichtiger Gesprächspartner war. Deshalb sprach der Schultes auch in seiner Laudatio von "besonderen Führungsqualitäten", die Holzwarth vor allem exemplarisch in zwei Situationen bewiesen habe, die bereits in die Annalen der Pleidelsheimer Wehr eingegangen sind: Das gefährliche dreitägige Neckar-Hochwasser im Jahr 2013 und die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Pleidelsheimer Feuerwehr im Jahr 2009.

Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass Frank Holzwarth jetzt neben vielen anderen Abschiedsgeschenken für seine "herausragenden Leistungen" gleich zwei Ehrenmitgliedschaften angetragen wurden: Die der Pleidelsheimer Feuerwehr und die der befreundeten Wehr in Fertöszentmiklós. Wobei der dortige Kommandant versicherte, dass die dazugehörige grüne Uniform für den Freund auch noch geliefert werde. Denn das wurde bei dieser zweieinhalbstündigen Jahreshauptversammlung deutlich: Auch international stand der selbstständige Zimmermeister seinen Mann; die Ungarn haben ihn einfach ins Herz geschlossen.

So wie Holzwarth die Kontakte über die Gemeindegrenzen hinaus pflegte, so sehr war er auch den eigenen Kameraden verbunden. Dass er die Wehr seinem Nachfolger Timo Günther und dessen in der Versammlung neu gewählten Stellvertreter Michael Landsperger in Bestzustand übergeben kann, liegt wohl auch daran, dass er jederzeit für jeden erreichbar war. Das wurde jedenfalls aus den Berichten der einzelnen Abteilungen deutlich. Er selbst zog noch einmal Bilanz über das abgelaufene Jahr, das seinen 47 Aktiven, darunter fünf Frauen, wieder eine Menge Arbeit bescherte. Bei ihren insgesamt 43 Einsätzen wurden sie neunmal zu Bränden gerufen und mussten siebenmal auf der Autobahn Hilfe leisten. Allerdings gab es zwölfmal Fehlalarme. Dazu der typische Holzwarth-Kommentar: "Es war ein erfolgreiches Jahr, weil keiner von euch bei den Einsätzen größere Blessuren davontrug."

Dass der scheidende Kommandant besonders stolz auf die Jugendabteilung ist, war ebenfalls spürbar. Momentan kümmert sich ein fünfköpfiges Team um Daniel Haas um 22 Elf- bis Siebzehnjährige. Auch dieses Jahr schieden zwei junge Damen und ein junger Mann bei ihm aus und wurden an diesem Abend von den Aktiven übernommen. Haas hat es nach den Abgängen der letzten zehn Jahre ganz genau ausgerechnet: "Das waren exakt 1,65 neue Aktive jährlich." Dafür gab es wieder einmal ein dickes Lob von Frank Holzwarth, und auch Helmut Wibel aus Remseck, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, würdigte die engagierte Pleidelsheimer Jugendarbeit.

Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Für den Musikzug der Pleidelsheimer Feuerwehr bedeutete das Jahr 2015 das endgültige "Aus". Obmann Klaus Gerger ließ deshalb das "Ende" noch einmal akribisch Revue passieren und stellte klar, dass trotz vieler Wiederbelebungsversuche am Ende alles umsonst war und die einzige große Musikgruppe Pleidelsheims mangels Masse nicht mehr gerettet werden konnte. Als jedoch in der Diskussion der Jugendmusikschule Freiberg/Pleidelsheim dafür eine Teilschuld zugeschoben wurde, widersprach Ralf Trettner als deren Vorsitzender vehement. "Dies entspricht nicht den Tatsachen", gab er mit Hinweis auf die enge Verzahnung der Musikschule mit dem Freiberger Musikverein/Stadtkapelle zu Protokoll. Wenn es Probleme beim Musikzug der Feuerwehr gab, dann müsse das wohl andere Gründe gehabt haben, so der Bürgermeister.

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