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Zukunft wird in der Region gemacht

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Die Automobilindustrie bleibt Motor der regionalen Wirtschaft. Davon profitieren auch Zulieferer und international starke Anlagenbauer wie die Dürr AG in Bietigheim-Bissingen.  Foto: 

Alle zwei Jahre meldet sich die geballte Wirtschaftskraft aus dem Großraum Stuttgart mit einem Strukturbericht für die Region zu Wort – ein mehr als 200 Seiten starkes Papier zur wirtschaftlichen Lage und zu den Perspektiven des Großraums. Daran mitgeschrieben haben neben den großen Kammern auch die IG Metall und der Verband Region Stuttgart.

Und die kommen übereinstimmend zu dem Schluss: Die Wirtschaft brummt wie in kaum einer anderen Region – bundes- und landesweit. Motor in der Region ist und bleibt die Automobilindustrie. Allein die Fahrzeughersteller haben 2016 mit 113 600 Beschäftigten einen Umsatz von knapp 58 Milliarden Euro erwirtschaftet. „Die Regionalwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend auf das Produkt Automobil hin orientiert und trägt damit maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg und damit zum Wohlstand der Region bei“, so der Bericht.

Der Maschinen- und Anlagenbau verzeichnete knapp 72 000 Beschäftigte und einem Umsatz von rund 27 Milliarden Euro. Beide Zugmaschinen sieht der Strukturbericht gut gerüstet für den digitalen Wandel in der Berufs- und Arbeitswelt.

Kleinere und mittlere Unternehmen stünden hingegen vor großen personellen, als auch finanziellen Herausforderungen, womit die Verfasser bei den Forderungen an die Politik wären. Auch die sind nicht neu, können mit dem Strukturbericht im Rücken aber mit Nachdruck formuliert werden. An erster Stelle steht der massive Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur und von schnellem Internet. „Die Glasfaserverfügbarkeit entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit der Region“, heißt es unmissverständlich im Strukturbericht 2017. Dahinter folgen die ebenfalls bekannten Forderungen nach Flächenverfügbarkeit sowie nach Ausbildung und beruflicher Qualifikation. „Auch Menschen mit einer aus heutiger Sicht guten Ausbildung brauchen passgenaue Angebote, um im digitalen Wandel nicht abgehängt zu werden. Der Fachkräftemangel wird sich durch die Verschiebungen und Veränderungen bei den Qualifikationsanforderungen nicht von selbst erledigen“, mahnte Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart.

Die Wirtschaft hat nach der am Freitag veröffentlichten Erhebung jedenfalls geliefert. Bei den Ausgaben für Wirtschaft und Forschung nimmt die Region europaweit nach wie vor einen Spitzenplatz ein. Innerhalb Baden-Württembergs belegt der Großraum Stuttgart einen Spitzenplatz bei Ideen und Neuerungen. „Die Region Stuttgart ist laut Innovationsindex 2016 nicht nur die wirtschaftsstärkste Region in Baden-Württemberg, „sondern auch weiterhin unangefochten die Region mit dem höchsten Innovationspotenzial“, macht der Bericht klar.

In der Spitzengruppe

Oder anders gesagt: „Die hohe Innovationskraft in Baden-Württemberg insgesamt fokussiert sich damit zu einem beachtlichen Teil auf die Region Stuttgart. Mit Böblingen, Stuttgart und Ludwigsburg gehören drei Kreise der Region zur Spitzengruppe des Innovationsvergleichs auf Rang 1, 2 und 5 (von 44).

Info Der Strukturbericht dient seit 1989 zur Bewertung von Wirtschaft und Beschäftigung in der Region Stuttgart. Seit 2002 wird er alle zwei Jahre gemeinsam von Verband Region Stuttgart, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und IG Metall Region Stuttgart herausgegeben und vom IMU Institut Stuttgart und IAW Tübingen erarbeitet.

Anhand der Bruttowertschöpfung erfasst den Wert der in einem Jahr produzierten Güter und Dienstleistungen. Ins Verhältnis gesetzt zur Einwohner- beziehungsweise Erwerbstätigenzahl lässt sich anhand der Bruttowertschöpfung (BWS) die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Region ermessen. So kommt die Region Stuttgart mit einer BWS von 75 514 Euro pro Berufstätigem (44 065 Euro pro Einwohner) hinter München und Rhein-Main auf Platz 3 der Metropolregionen in Deutschland. Bei der Wertschöpfung pro Einwohner liegt die Region 36 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Bei der Erwerbstätigenproduktivität sind es 23 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Betrachtet man nur das produzierende Gewerbe nimmt die Region hinter München Platz 2 im bundesweiten Ranking ein.

Die Region Stuttgart verzeichnete im Durchschnitt des Jahres 2016 eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Sie lag damit nur um 0,3 Prozentpunkte höher als in der bestplatzierten Region München. bz

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