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Wie Vaihingen Gründer fit macht

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Birgit Christ hat noch einen langen Weg vor sich, bei dem es vieles zu beachten und so manchen Stolperstein zu überwinden gilt, damit die Enzweihingerin nicht die falsche Richtung einschlägt. Die engagierte Mutter will sich als Gesundheitscoach selbständig machen. „Derzeit arbeite ich noch in der Verwaltung der Musikschule, aber ich habe im Bereich des Gesundheitscoachings viele Fort- und Weiterbildungen besucht, um die entsprechenden fachlichen Qualifikationen zu erwerben. Mein Ziel ist es, Menschen bei allen Fragen rund um die Gesundheit zu unterstützen und ihnen zu helfen, eventuelle Krisen zu bewältigen. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge ist denkbar. Dieser Beruf hat, meiner Meinung nach, eine Zukunft. Zudem interessiert mich dieser Bereich natürlich auch sehr“, betonte Christ.

Sie war eine von rund 15 Teilnehmern, die in dieser Woche im Löwensaal der Vaihinger Stadthalle einen Fachvortrag besuchten, der im Rahmen des städtischen Existenzgründungs-Forums stattfand. „Diese Vortragsreihe führen wir bereits im vierten Jahr durch. Es gibt dabei jährlich von Februar bis November vier unterschiedliche Vorträge von Fachleuten zu Gründerthemen. Die Rückmeldungen der Besucher sind sehr positiv. Existenzgründer aus Vaihingen erhalten zudem einen Beratungsgutschein, mit dessen Hilfe sie sich bei einem Experten nochmals detailliert informieren können. Auch dieses Angebot wird gerne angenommen und hat schon zu vielen Neugründungen von Unternehmen geführt“, sagte der Wirtschaftsförderer der Stadt Heiko Deichmann.

Professionelle Buchführung

An diesem Abend erklärte Steuerberater Oliver Nestle die Bedeutung einer gut strukturierten Buchführung. „Dies ist kein Hexenwerk, denn Buchführung kann auch Spaß machen. Wichtig ist es, die Unterlagen systematisch und regelmäßig zu sortieren und aufzubereiten, um auch Fehlentwicklungen des Unternehmens sofort feststellen zu können“, machte Nestle deutlich.

Unternehmensberater Michael Stenzel verdeutlichte, dass es gerade für Existenzgründer eine enorme Arbeitserleichterung sein kann, die Buchführung in professionelle Hände zu geben. „Auch für eine spätere Steuerprüfung ist es wichtig, dass die Dokumente richtig abgelegt und die Kasse entsprechend geführt wird. Ein Steuerberater weiß, wie die Unterlagen zu sortieren sind und verarbeitet diese regelmäßig in einem Buchhaltungsprogramm“, sagte Stenzel.

Die künftige Gründerin Birgit Christ hörte den Ausführungen der Fachleute aufmerksam zu. „Im kommenden Jahr will ich meine Selbständigkeit in die Tat umsetzen. Es gibt dabei so viele Dinge zu beachten, vor allem auch bei der Erstellung des Businessplans“, berichtete Christ. Sie will keinen der Fehler machen, vor denen Bankbetriebswirt Ralf Leonberger von der Kreisparkasse Ludwigsburg die Forumsteilnehmer warnte. „Es ist grundlegend, sich vor der Selbständigkeit ausführlich über die Marktlage und die Konkurrenz für seine Produkte oder seine Dienstleistung zu erkundigen. Natürlich kommt es auch auf die Betriebsstätte an. Entscheidend ist die Lage mit ihrer verkehrstechnischen Anbindung, den zur Verfügung stehenden Kundenparkplätzen und vor allem dem Kundenaufkommen“, so Leonberger.

Der Experte empfahl zudem eine sorgfältige Ermittlung des Kapitalbedarfs. „Ich warne vor einer Überschätzung der Ertragskraft, denn es gibt wahrscheinlich nicht vom ersten Tag der Gründung an eine Vollauslastung des Betriebs. Es können auch zu Beginn keine Spitzenpreise erhoben werden, denn das Unternehmen muss sich auf dem Markt erst etablieren. Die Kosten wie Strom oder Miete dürfen bei der Kalkulation der Preise nicht vergessen werden“, stellte Leonberger fest. Er riet dazu, das Marketing nicht zu vernachlässigen und Internet sowie Social Media für Werbezwecke zu nutzen. „Einer der Hauptgründe, warum Unternehmen in die Krise geraten, sind weiterhin Management-Fehler. Der Existenzgründer ist nicht mehr länger der Angestellte. Er muss jetzt Aufgaben an seine Mitarbeiter abgeben“, so Leonberger.

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