Partner der

Was sagen die Nachbarkommunen zum Biomüll?

Nachgefragt: Was bedeutetet es für ausgewählte Nachbarkommunen Bietigheim-Bissingens, wenn eine Bioanlage in den Steinbruch Fink kommt?

|
Vorherige Inhalte
  • Frühzeitig hat die Gemeinde Erligheim einen Lärmaktionsplan aufgstellt. Herausgesprungen ist dabei lediglich Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt. Durch eine Biogutvergärungsanlage in Bietigheim-Bissingen erwartet Bürgermeister Rainer Schäuffele durchaus mehr Schwerlastverkehr in seiner Gemeinde. 1/2
    Frühzeitig hat die Gemeinde Erligheim einen Lärmaktionsplan aufgstellt. Herausgesprungen ist dabei lediglich Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt. Durch eine Biogutvergärungsanlage in Bietigheim-Bissingen erwartet Bürgermeister Rainer Schäuffele durchaus mehr Schwerlastverkehr in seiner Gemeinde. Foto: 
  • Kernfrage der Nachbarkommunen: Wie stark nimmt der Verkehr durch eine mögliche Anlage im Bissinger Steinbruch zu, etwa nach Sachsenheim? 2/2
    Kernfrage der Nachbarkommunen: Wie stark nimmt der Verkehr durch eine mögliche Anlage im Bissinger Steinbruch zu, etwa nach Sachsenheim? Foto: 
Nächste Inhalte

In nicht einmal mehr zwei Wochen ist der Tag der Entscheidung: Bietigheim-Bissingen stimmt mittels eines Bürgerentscheids darüber ab, ob eine Anlage zur Vergärung von Biomüll im Bissinger Steinbruch Fink entstehen soll oder nicht. Doch nicht nur in der Stadt an Enz und Metter ist man von den Folgen der Abstimmung betroffen: Auch für die Nachbarkommunen spielt es eine erhebliche Rolle, was am Sonntag, 17. Juli, in Bietigheim-Bissingen passiert: Am relevantesten dürfte diesbezüglich die Frage sein, ob künftig mehr Lieferverkehr  aus anderen Landkreisen und Regionen Baden-Württembergs durch eine Nachbarkommune Bietigheim-Bissingens fährt, um Material für die heiß diskutierte Anlage anzuliefern. Aus diesem Grund hat die BZ bei ausgewählten Kommunen nachgefragt, welche Konsequenzen  ein Sieg der Stadtverwaltung – wenn die Anlage also kommt – oder ein Sieg der Gegner hätte.

Rainer Schäuffele, Bürgermeister in Erligheim , gehört zu denen, die infolge eines möglichen Standortes der Biogutvergärungsanlage im Steinbruch Fink mehr Schwerlastverkehr befürchten, der sich durch seinen Ort zwängt. „Es wird mehr Verkehr aus dem Raum Heilbronn geben“, vermutet der Rathauschef. Obwohl Erligheim keine direkte Anliegergemeinde ist, hat Schäuffele – bereits während der Diskussion um den inzwischen abgelehnten Standort „Waldhof“ – die Stadt Bietigheim-Bissingen darauf hingewiesen, dass Erligheim in das Bebauungsplanverfahren für eine Biogutvergärungsanlagen einbezogen wird. „Wir haben sehr frühzeitig einen Lärmaktionsplan aufgestellt“, sagt Schäuffele im Gespräch mit der BZ. Bis auf Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt habe sich leider dabei nichts ergeben. „Allerdings wurde die Bevölkerung dadurch auch für die Lärmbelastung sensibilisiert“, sagt der Erligheimer Bürgermeister.

Mit einer derartigen Befürchtung ist Schäuffele nicht der einzige: „Der Lieferverkehr wird sicherlich verstärkt aus dem Raum Karlsruhe kommen“, sagt sein Amtskollege Alexander Fleig aus Freudental . Dennoch werden auch Anlieferungen aus dem Zabergäu nach Bietigheim-Bissingen kommen. Der Freudentaler Bürgermeister will deshalb wie sein Kollege aus Erligheim frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.

Dieter Bertet, Gemeinderat in Freudental, sieht die Pläne einer Biogutvergärungsanlage pragmatisch: „Ich sehe in der Erschließung des Geländes ,Steinbruch Fink’ eine sinnvolle Lösung. Wir brauchen eine solche Anlage zur Entsorgung unseres Biomülls.“ Für ihn ist es gut erschlossenes Gebiet, das bisher schon von vielen Lastwagen angefahren wird. Der langjährige Kommunalpolitiker erwartet deshalb für seine Kommune „keine großen Auswirkungen“. Durch die fehlende Erschließung, wäre dies beim ersten Standort „Waldhof“ für Freudental sicher anders gewesen.

Sachsenheim dagegen wurde von vornherein als Nachbar angehört. Die Stadt habe aber keine negative Stellungnahme abgegeben, sagt Sprecherin Nicole Raichle. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Anlage für uns nachteilige Folgen hat“, sagt sie. Mit Blick auf die gerade von den Gegnern befürchtete Zunahme des Verkehrs verweist sie auf die Umgehungsstraße, die an der Stadt vorbeiführe.

Fabian Gramling, der aus dem Wahlkreis Bietigheim-Bissingen frisch gewählte Landtagsabgeordnete der CDU aus Besigheim, ordnet die Entscheidung für oder gegen die Biomüllvergärung vor dem Hintergrund der Energiewende ein:  „Wenn wir das Ziel der Energiewende und den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 schaffen wollen, müssen wir uns neben Wind- und Wasserkraftanlagen auch auf andere alternative Energiequellen konzentrieren“, sagte er auf Anfrage der BZ. Eine direkte Stellungnahme zum Bürgerentscheid in Bietigheim-Bissingen, also zu einem Für oder Wider hinsichtlich eines Baus der Anlage in Bissingen, vermied er allerdings. „Die Entscheidungen werden vor Ort getroffen“, betont der 29-Jährige.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Bioanlage

In Bietigheim-Bissingen soll eine Biomüllvergärungsanlage entstehen. Über den Standort wird aber noch diskutiert. In diesem Schwerpunkt sind alle bisher erschienenen Artikel rund um die Bioanlage in Bietigheim-Bissingen zu finden.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Großes kreatives Potenzial

In der Städtischen Galerie sind gleich drei neue Ausstellungen zu sehen. Zur großen Austellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg kommen zwei Einzelschauen. weiter lesen