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Vorstoß für schnelles Internet

Nach der Klage eines Unternehmers über das langsame Internet in der Gemeinde geht Bürgermeisterin Monika Chef auf die Anbieter zu: Sie sollen ihre Pläne für die nächsten drei Jahre offenlegen.

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Glasfaserkabel für schnelles Internet. Vorsorglich haben einige Gemeinden bereits Leerrohre für sie verlegt.  Foto: 

Ein Blick auf den Breitbandatlas des Bundesverkehrsministeriums macht es schnell deutlich: Gemmrigheim ist mit schnellen Datenleitungen schlecht versorgt. Fast im gesamten Ortskern fehlt es an Datenleitungen, die schneller als 30 Megabit pro Sekunde sind. Nur das Neubaugebiet Neusatz/Scheidwegle ist deutlich besser versorgt. Gegenüber den Nachbargemeinden Walheim, Hessigheim und Mundelsheim fällt Gemmrigheim deutlich ab. Dort weist der Breitbandatlas aus, dass die Gemeinden zu mehr als 50 Prozent über Datenleitungen verfügen, die schneller als 50 Megabit pro Sekunde sind - nicht flächendeckend, aber doch in weiten Teilen. Das ist die Zielgröße der Koalition im Bund, die sie in den Koalitionsvertrag geschrieben hat.

In Gemmrigheim liefern langsame Leitungen schon seit längerem Grund zur Klage. Aus der Not heraus hat etwa der IT-Unternehmer Andreas Luithle eine eigene Datenleitung legen lassen, die auf 1000 Megabit pro Sekunde ausgerichtet ist, wie die BZ berichtete. Zahnarzt Sven Herold muss sich dagegen privat mit einer 16-Mbit-Leitung begnügen.

Mit einem Schreiben an die Telekom-Anbieter im Ort - das sind vorrangig Unity Media (vormals Kabel BW) und die Telekom geht Bürgermeisterin Monika Chef jetzt in die Offensive. Sie fordert die Unternehmen auf "rechtsverbindlich" mitzuteilen, ob sie innerhalb der nächsten drei Jahre die Datenleitungen in Gemmrigheim verbessern wollen. Die Unternehmen sollen die aktuelle Versorgungssituation aus ihrer Sicht darlegen.

Der Hintergrund: Geht keine entsprechende Erklärung der Unternehmen ein, kann die Gemeinde selbst Schritte zum Ausbau des Datennetzes unternehmen, erläuterte Bürgermeister Chef auf Nachfrage de BZ. Erklären sich Unity Media und/oder Kabel BW dagegen zu Investitionen bereit, kann von ihnen verlangt werden, dass sie in den kommenden drei Jahren mehr als 98 Prozent des Ortes mit einer schnellen Leitung versorgen. Die Unternehmen müssen dann in kurzer Frist Geschäftspläne vorlegen.

Gemmrigheim sehe den Breitbandausbau als "wichtiges Element zukunftsfähiger Ortsentwicklung", sagt Bürgermeisterin Monika Chef. Allerdings machte sie im Gespräch mit der BZ auch deutlich, das sie darin keine originäre Aufgabe der Kommunen sieht - trotz ihres Versuchs, Druck auf die Unternehmen zu machen. "Das ist eine Sache der Wirtschaft", sagte sie. Eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaserkabel würde Gemmrigheim rund vier Millionen Euro kosten. "Das kann man vergessen." Die privaten Haushalte und die Gewerbetreibenden sieht sie ebenfalls in der Pflicht. Wenn der Druck so hoch sei, "dann müssen sie investieren", sagte sie.

Denkbar wäre es für Monika Chef allerdings, bei Straßenbauarbeiten künftig Leerrohre zu verlegen, durch die man später Glasfaserleitungen für schnelles Internet ziehen kann. Diese Taktik hat man in Hessigheim bereits in der Vergangenheit bei Arbeiten im Ortskern eingeschlagen, sagt Bürgermeister Günther Pilz. Er ist mit der Infrastruktur in Sachen Internet im Ort zufrieden. Ähnlich urteilt Bürgermeister Holger Haist für Mundelsheim. Zwar gibt es immer wieder Wünsche und Anfragen aus dem Ort, aber insgesamt "ist das kein drängendes Thema".

Das könnte sich aber ändern, wenn Bewegung in die Bemühungen des Landkreises kommt, eine schnelles Glasfasernetz im Landkreis zu bauen, an das sich die Kommunen anschließen können. Entsprechende Planungen treibt der Landkreis seit März voran.

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