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Verunsicherte Urlauber buchen andere Reiseziele

Urlaub in der Türkei ist bei Kunden im Landkreis derzeit nicht so gefragt - wegen der Terrorwelle der IS-Miliz überdenken viele ihre Reisepläne. Fernreisen nach Kuba liegen dagegen im Trend.

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Dieter Heinzmann ist gespannt, was die diesjährige Reisesaison bereithält. Die Terrorakte der radikalislamischen IS-Miliz in Paris, Istanbul oder Jakarta haben viele Kunden seines Reisebüros Baur in Bietigheim-Bissingen verunsichert. "Die Menschen sind bei ihren Reisebuchungen zurückhaltender als in den vergangenen Jahren. Sie sind zunächst einmal vorsichtig, warten ab und schauen, wie sich die Sicherheitslage in der Welt entwickelt. Eine Situation, wie wir sie derzeit vorfinden, gab es noch nie", sagt Heinzmann.

Reiseziele wie Tunesien, Ägypten oder jetzt auch die Türkei werden zwar noch nachgefragt, aber oftmals plage die Reisewilligen dabei ein ungutes Gefühl. Wer bereits gebucht habe, aber immer noch ein ungutes Bauchgefühl habe, solle umbuchen. "Viele Reiseveranstalter lassen dabei Kulanz walten", sagt Heinzmann. Kurzfristige Umbuchungen im Sommer seien allerdings oft problematisch, nicht mehr so einfach möglich, etwa, weil viele Reservierungen speziell auf Familien zugeschnitten seien.

Bei seinen Kunden zeichnet sich ein Trend zu Fernreisen ab. "Kuba befindet sich im Umbruch. Viele wollen jetzt noch einmal dorthin." Aber auch wegen der Unsicherheit, die derzeit in Europa herrscht, ziehe es manche weiter weg. "Die Menschen vergessen auch schnell wieder. Wenn es ein paar Wochen lang keine Terrorakte mehr gibt, stellt sich erneut ein Gefühl der Sicherheit ein", betont Heinzmann.

Viele, die bei Lisa-Marie Weinrich vom Bönnigheimer Reisebüro "Grenzenlos Reisen & Events", eine Reise nach Istanbul für dieses Jahr gebucht haben, möchten jetzt davon zurücktreten: "Dies ist problemlos möglich. Aber das Reiseziel Türkei läuft in diesem Jahr noch ganz gut, während Tunesien schon seit 2015 nur noch wenig gebucht wird und auch bei Ägypten eine gewisse Zurückhaltung herrscht." Viele wichen in diesem Jahr nach Mallorca aus, sagt Weinrich. "Auch Fernreisen nach Kuba liegen in der Beliebtheit weit oben." Sie beobachte, dass sich ihre Kunden intensiver Gedanken darüber machen, ob sie in diesem Jahr überhaupt in den Urlaub fliegen wollen.

Auch Jennifer Riedl von "Sommer-Tours" in Bietigheim im Kaufland bestätigt eine allgemeine Verunsicherung: "Es ist festzustellen, dass die Kunden in diesem Jahr ihre Reisepläne länger überdenken." Spanien mit Mallorca an der Spitze und die griechischen Inseln seien sehr begehrt. Türkeireisen dagegen würden nur zögerlich gebucht. Spanien lasse sich allerdings im Preis-Leistungs-Verhältnis nur schwer mit der Türkei vergleichen, sagt Riedl. Manchmal seien die Preisunterschiede zu Reisen in die Dominkanische Republik nicht sehr groß. "Viele Kunden interessieren sich daher auch für Fernreisen", so Riedl. Sie blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft, denn auch sie hat Sorge vor einer Welle von Umbuchungen: "Das ist immer mit viel Aufwand und Arbeit verbunden. Oftmals sind kurzfristig keine Alternativen zu finden."

Marie Zwiefelhofer vom Reisebüro Sachsenheim dagegen bucht für ihre Kunden weiterhin Reisen an die türkische Riviera. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für viele immer noch entscheidend. "Obwohl die Buchungen in die Türkei in diesem Jahr schon verhalten sind. Ziele wie Tunesien und Ägypten sind seit fast drei Jahren kaum mehr gefragt", sagt Zwiefelhofer. Sie selbst wird mit ihren Kollegen im Frühsommer für eine Woche in die Türkei fliegen und freut sich auf diese Tage in der Sonne. "Ich halte nichts davon, Panik zu schüren", betont Zwiefelhofer. Aber auch sie bemerkt einen starken Boom bei Fernreisen nach Kuba. "Kuba scheint in diesem Jahr zum absoluten Top-Reiseziel zu werden", sagt Zwiefelhofer.

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