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Versuchter Totschlag im Gespräch

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Für einen der beiden mutmaßlichen Rauschgift-Dealer, der sich bei seiner Festnahme mit der Polizei letztes Jahr eine rasante Amokfahrt durch die Ludwigsburger Innenstadt leistete, könnte es jetzt vor dem Stuttgarter Landgericht schlimmer ausgehen, als zuerst gedacht. Der Vorsitzende Richter klärte den Mann jetzt auf, dass hier ein versuchter Totschlag gegen die Polizei vorliegen könnte.

Zum Tathergang: Am Abend des 24. Mai letzten Jahres wollte eine Streife der Ludwigsburger Polizei in der Reuteallee das Fahrzeug des 30-jährigen mutmaßlichen Rauschgift-Dealers kontrollieren. Doch der Angeklagte raste mit überhöhter Geschwindigkeit von der Reuteallee in Richtung Heilbronner Straße, von dort aus unter Missachtung aller Rotlicht-Ampeln in die Marbacher Straße und dann zurück in die Myliusstraße. In der Osterholzallee sollte er schließlich gestellt werden. Ungebremst, wie es in der Anklage heißt, habe er gezielt auf das von der Polizei quer gestellte Fahrzeug, in dem sich Beamte befanden, zugehalten. In letzter Sekunde konnte man den Streifenwagen zur Seite bringen. Der Angeklagte raste in Richtung B 27 Richtung Breuningerland, wo er in einem Graben landete und dann zu Fuß flüchtete. Zuvor hatte er das Drogenpaket aus dem Autofenster geworfen.

Versuchte Tötung möglich

Das direkte Zusteuern auf das Polizeiauto könnte nun ein versuchtes Tötungsdelikt darstellen, belehrte der Vorsitzende Richter den 30-Jährigen am gestrigen zweiten Verhandlungstag und forderte ihn zur Stellungnahme auf. Stellung nehmen könne er auch zu den übrigen Vorwürfen, nämlich Rauschgifthandel mit Waffen, die vom Gesetzgeber allein schon eine Mindeststrafe von fünf Jahren vorschreibt. Im ungünstigsten Falle, so der Richter, kämen auf ihn 15 Jahre Haft zu.

Bisher hatte der 30-Jährige in dem Verfahren vor dem Stuttgarter Landgericht geschwiegen. Ebenso sein mitangeklagter 26-jähriger Freund. Beide sollen im vergangenen Jahr bis zu ihrer Festnahme insgesamt um die 25 Kilo Drogen gewinnbringend verkauft haben. Dazu lastet ihnen der Staatsanwalt noch den Besitz von Kriegswaffen und anderer halbautomatischer Kurzwaffen sowie Widerstand gegen Vollstreckungsorgane vor. Ein Geständnis bringe mildernde Strafen, hieß es von der Richterbank. Über ihre Verteidiger will das Duo dann auch tatsächlich die Vorwürfe zugeben.

Noch fünf weitere Prozesstage sind angesetzt. Dabei will das Gericht vor allem Polizeibeamte im Zeugenstand zu der Amok-Flucht des 30-Jährigen befragen.

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