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Tipps rund ums Stromsparen

Bei der Zukunftsmesse Energie in Neckarwestheim kamen Fachleute und Verbraucher zusammen. Da Strom immer teurer wird, sind Debatten darüber, wo man sparen kann, besonders wichtig.

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"Ich bin 72 Jahre alt und lebe allein in einem Haus, dessen Heizung schon 33 Jahre alt ist. Lohnt es sich für mich eigentlich noch, in eine modernere Anlage zu investieren?", fragt ein Zuhörer die Expertenrunde. Für Matthias Berg von der Ludwigsburger Energie Agentur (LEA) keine Frage: "Es könnte ja sein, dass Sie Ihr Haus irgendwann mal verkaufen wollen, dann lohnt es sich auf jeden Fall."

Im Nebensaal der Reblandhalle in Neckarwestheim hat sich an diesem Samstagmorgen eine ausgewiesene Expertenrunde eingefunden, die unter der Moderation von Andreas Lukesch, Chefredakteur von Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung, über die neuesten Trends in der Energiepolitik berichtet und den Besuchern der Zukunftsmesse Energie der Bietigheimer Mediengesellschaft im Saal Tipps und Ratschläge gibt, wie sie ihr ganz persönliches Energieumfeld verbessern können.

Matthias Berg lädt zum Besuch seiner LEA ein, weil dort neutrale Fachleute zum Beispiel auch die vielen Fördermöglichkeiten parat hätten, die ein privater Investor brauche. Günstige KfW- oder Landesbank-Kredite beispielsweise. Der gelernte Elektroinstallateurmeister und EnBW-Berater Rudolf Schiller plädiert wiederum für die Entfernung uralten Kücheninventars, obwohl es der alte Kühlschrank, die betagte Gefriertruhe oder die geerbte Geschirrspülmaschine "doch noch tut". Eine schadhafte Kühlschrankdichtung werde bereits zum Energiefresser, warnt er eindringlich.

"Warum hört man so viel über misslungene Wärmedämmungen an Privathäusern?", fragt Moderator Lukesch den Sachverständigen Wolf-Dieter Dötterer. Und: "Wie dämme ich ein Fachwerkhaus richtig?" Der warnt ausdrücklich beim Fachwerk vor Polystyrol, denn "das geht in diesem Fall gar nicht". Schimmelbildung drohe, und dann werde es richtig teuer. Auch neue Fenster könnten Probleme schaffen, wenn die richtige Belüftung nicht stimme. "Der Handwerker muss die Kunden ausreichend informieren", fordert er.

Ein glühendes Plädoyer für Erneuerbare Energien und genossenschaftliche Lösungen hält der bekannte Besigheimer Experte Heinrich Blasenbrei-Wurtz. Grundsätzlich sei jede eingesparte Kilowattstunde angesichts des Klimawandels wichtig. Doch wenn schon Strom, dann auf alle Fälle Ökostrom und dazu noch von genossenschaftlichen Anbietern, empfiehlt der Konzern-Kritiker. Und Genossenschaften gebe es inzwischen in Deutschland rund 700. Lokales Beispiel: die Energiegenossenschaft Ingersheim, die das dortige Windrad betreibt.

Energie sparen, fossile Energieträger meiden, nach nachhaltigen Lösungen fürs Eigenheim suchen. Schön und gut, doch da geht nicht nur einem Zuhörer schon mal das Messer in der Tasche auf, wenn er seine Möglichkeiten ausgereizt hat und dennoch wesentlich mehr für die Kilowattstunde Strom bezahlen muss wie subventionierte stromfressende Industriegiganten. "Denn deren Strompreis bewegt sich im einstelligen Bereich", beklagt er sich bitter über die Politik. Da aber kein Politiker im Raum ist, bittet Andreas Lukesch um Nachsicht: "Die laden wir nächstes Mal ein, heute geht es um Verbraucherinformation."

Dass Politik für Klimaschutz und Energiewende aber durchaus etwas tun kann, das hatte zuvor der Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec an vielen Beispielen dargelegt. Jedenfalls könne das kluge Kommunalpolitik. Seine Kommune hat sich den Titel Energiestadt der Zukunft verdient und für ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit schon etliche Preise abgeräumt. "Nachhaltige Stadtentwicklung unter Bürgerbeteiligung" nennt Spec das Projekt, das eng mit seinem Namen verbunden ist und seit 2006 Furore macht. Die Stadtwerke Ludwigsburg/Kornwestheim bezeichnet er als seinen wichtigsten Akteur, und neben fachkundigen Bürgern arbeitet Ludwigsburg auch mit der Uni Stuttgart oder dem Fraunhofer-Institut zusammen.

Auf diese Weise entstand auch die LEA, als eines der vielen Leuchtturmprojekte wurde ein Holzheizkraftwerk für 16 Millionen Euro errichtet, der Bahnhof wird gerade zum Mobilitätszentrum aufgebaut, der Bauhof mit Elektromobilen bestückt, und neben dem Rathaus warten Elektro-Smarts auf Carsharing-Kunden. "Und wie macht man das?", fragt einer. "Man muss die Menschen mitnehmen und viel Öffentlichkeitsarbeit betreiben", antwortet Spec. Und: Lässt sich das Modell Ludwigsburg auch in kleinen Kommunen umsetzen? "Es gibt auch schon Bioenergiedörfer", so der OB, "die Probleme betreffen die gesamte kommunale Familie."

Info Mehr Bilder von der Zukunftsmesse gibt es online auf

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