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Tierische Spezialisten fürs Schafehüten

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Sarah Dengel aus Ingersheim (links) und Trainerin Frauke Spengler aus der Eifel mit Border Collie Joe.  Foto: 

Ein kurzer Pfiff auf der Hüte-Pfeife und der Border Collie Joe rennt in atemberaubenden Tempo los und treibt die kleine Schafherde präzise auf Sarah Dengel zu, setzt sich neben sie und wird erst einmal gelobt. Die Trainerin und Schafzüchterin betreibt seit drei Jahren die Landwirtschaftliche Hundeschule „Bordersheep“, die sich auf die Ausbildung von Hütehunden zum sogenannten „Koppelgebrauchshund“ und die Schulung von Mensch-Hunde-Teams spezialisiert hat.

Am Wochenende konnten in einem zweitägigen Seminar acht Teilnehmer mit ihren Hunden unter Anleitung von Sarah Dengel und der bekannten Trainerin Frauke Spengler, die aus der Eiffel kommt und bereits beim „Hundeprofi“ Martin Rütter auf Vox zu sehen war, die Grundlagen der Arbeit mit den Schafen trainieren.

Der Border Collie gilt als Spezialist unter den Koppelgebrauchshunden. Im Gegensatz zum Altdeutschen Schäferhund, der mit dem Schäfer große Herden von Schafen bewacht und darauf trainiert ist, sie entlang einer bestimmten Linie zusammenzuhalten, kommt es beim Koppelgebrauchshund auf besondere Fähigkeiten an: einzelne Tiere aus der Herde zu trennen, in einen Pferch zu treiben oder verstreute Schafe in unwegsamen Gelände zurückzubringen. Schnell, wendig und mutig seien die Border Collies, so Sarah Dengel. „Uns ist ganz besonders das schafschonende Arbeiten wichtig“, erklärt sie. Die Schafe sollen nicht gehetzt, sondern „mit Respekt“ behandelt werden. Der Border Collie eignet sich dafür ganz besonders. Wenn der Hund im „Hütemodus“ sei, zieht er die Rute oft bis unter den Bauch. Das sei kein Zeichen von Angst, wie viele meinen, sondern ein Zeichen höchster Konzentration.

Kommandos wie „come by“ oder „get up“ erlernen die Hunde ebenso wie das Reagieren auf die Pfiffe aus der Hüte-Pfeife. Ab zwölf Monaten beginnt die Ausbildung, die gut vier Jahre dauert.

Für jede Pfote ein Jahr

„Für jede Pfote ein Jahr“, schmunzelt Sarah Dengel. Neben der Arbeit mit Schafen sind Border Collies auch beim Hüten von Kühen, Ziegen und sogar Gänsen gefragt. Dafür müssten sie allerdings auch besonders trainiert sein. „Gerade bei der Arbeit mit Kühen kann es für die Hunde sehr gefährlich werden“, so Frauke Spengler. Ein gut ausgebildeter Border Collie kann als Koppelgebrauchshund die Arbeit von sechs Menschen ersetzen.

Für Teilnehmer Oliver Moser aus Stuttgart, der mit seinem australischem Kelpie Josh dabei ist, ist das Seminar eine wertvolle Erfahrung: „Hier lernt man, wie man den Hund gezielt zum Arbeiten mit den Schafen einsetzen kann.“ Während in den letzten Jahren die Anzahl der Berufsschäfer deutlich zurückgegangen ist, hat die Zahl der Hobbyschäfer stark zugenommen. Für Frauke Spengler auch ein Trend, den man nicht ganz unkritisch sehen kann. Wer Schafe als Hobby halte, sollte auf jeden Fall eine Leidenschaft für die Tiere haben und sie artgerecht halten. „Das sind auch keine Trainings- oder Sportgeräte für die x-te Bespassung von Hunden“, so Frauke Spengler, die seit gut 20 Jahren mit Border Collies arbeitet. Mit der „Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e.V“ setzt sie sich für die Erhaltung und Förderung der besonderen Eigenschaften der Border Collies ein. Die Faszination für Border Collies teilt auch Sarah Dengel: „Es ist einfach eine große Freude, zu sehen, wie Mensch, Hund und Schafe zu einem Team werden“.

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