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Tamms Bürgermeister Martin Bernhard will wichtige Weichen stellen

Mit dem zurückliegenden Jahr 2015 ist Tamms Bürgermeister Martin Bernhard sehr zufrieden. Jetzt hofft er auf einen ähnlich guten Verlauf dieses Jahres, in dem wichtige Entscheidungen anstehen.

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  • Der Blick aus dem Tammer Rathaus in Richtung Hauptstraße. Der Rathauschef ist mit dem Verlauf des vergangenen Jahres zufrieden. 1/2
    Der Blick aus dem Tammer Rathaus in Richtung Hauptstraße. Der Rathauschef ist mit dem Verlauf des vergangenen Jahres zufrieden. Foto: 
  • Bürgermeister Martin Bernhard: "Der freiwillige Einsatz der Bürger ist toll." 2/2
    Bürgermeister Martin Bernhard: "Der freiwillige Einsatz der Bürger ist toll." Foto: 
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Gesamtbilanz für das Jahr 2015: Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Martin Bernhard alle Hände voll zu tun. Doch allmählich kann er sich über die Früchte seiner Arbeit freuen. "Mit dem Jahr 2015 bin ich wirklich sehr zufrieden. Glücklich bin ich vor allem über die konstruktiven, kritischen Auseinandersetzungen im Gemeinderat und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Ratsmitgliedern. Mein Ziel war, mehr Transparenz zu schaffen. Inzwischen sind fast alle Sitzungen öffentlich, es gibt Berichte über die einzelnen Einrichtungen der Kommune für die Bevölkerung und Informationsveranstaltungen zu einzelnen Bebauungsplänen", erläutert der Tammer Rathauschef.

Bedeutend war für Bernhard auch, dass das lange sehr umstrittene Thema der Wohnbauentwicklung in "Kernäcker II/III" mit einer detaillierten Strukturuntersuchung im Jahr 2015 entscheidende Schritte vorangebracht werden konnte. "Es gibt derzeit bis zu fünf Nachfragen nach Grundstücken von Bauwilligen in unserer Gemeinde. Wir müssen auf diesem Gebiet etwas tun. Für Kernäcker III' wird es 2016 einen Aufstellungsbeschluss geben, wenn wir die Kritikpunkte am bestehenden Planungsentwurf abgearbeitet haben. Auch bei Kernäcker II' bin ich zuversichtlich, dass wir einen guten Konsens mit den Besitzern der dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe finden werden", so Bernhard.

Die wichtigsten Investitionen im Jahr 2015: Aber auch die Flüchtlinge suchen in Tamm dringend Wohnraum. "Wir konnten 2015 unser Soll erfüllen. 240 Flüchtlinge konnten in einem Gebäude in der Hölderlinstraße untergebracht werden, das uns mindestens noch bis August 2016 zur Verfügung stehen wird. Augenblicklich leben 270 Flüchtlinge in unserer Gemeinde. Mit der neuen Unterkunft in der Ludwigsburger Straße hoffe ich, dass wir auch 2016 genügend Wohnraum haben. Aber sicher bin ich mir nicht", macht Bernhard deutlich. Viel Geld floss im vergangenen Jahr weiterhin in den Umbau der Grundschulen zu offenen Ganztagsschulen. "Es geht nicht, dass die Schulen ihr pädagogisches Konzept umstellen, und der Raumbedarf nicht gegeben ist. Wir brauchen zunächst die baulichen Voraussetzungen, die gerade an der Gustav-Sieber-Schule bisher nicht vorhanden waren. Daher bin ich auch so glücklich darüber, dass an der Nahtstelle zwischen der Grundschule und der Realschule die neue Mensa entsteht. Auch an der Realschule gibt es Umbauarbeiten, da sie zum Schuljahr 2017/2018 als offene Ganztagsschule starten soll", erläutert Bernhard.

Überdies haben die Tammer Gemeinderäte wichtige Planvorhaben im zurückliegenden Jahr auf den Weg gebracht. So soll eine eingehende Untersuchung von Architekten zeigen, an welchen Kindertageseinrichtungen der Gemeinde Sanierungsbedarf sowie Erweiterungspotenzial besteht. "Dennoch brauchen wir auch noch einen neuen Kindergarten, der als Ausweichmöglichkeit während der Generalsanierung einer anderen Einrichtung dienen kann. Dafür haben wir den Bebauungsplan Kirschenau' auf den Weg gebracht. Dort sollen neben einem neuen Kindergarten auch das neue Feuerwehrgerätehaus sowie möglicherweise eine weitere Flüchtlingsunterkunft entstehen", betont der Tammer Rathauschef. Die Friedhofskonzeption wurde beschlossen, die von allen Verantwortlichen schon lange ersehnt worden war und die viele Verbesserungen mit sich bringen soll.

Die Haushaltslage zum Jahresende: Doch um alle diese Maßnahmen umsetzen zu können, braucht Tamm die nötige finanzielle Ausstattung. "Über unsere Haushaltslage kann ich derzeit noch keine konkreten Aussagen machen. Die Tendenz sieht gut aus. Wir liegen bei den Gewerbesteuereinnahmen acht Millionen Euro über dem Sollansatz. Doch mit der Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht müssen wir schauen, was wir uns noch leisten können. Wir brauchen auf alle Fälle stabile Einnahmen aus der Gewerbesteuer und müssen sehr vorsichtig agieren", unterstreicht Bernhard.

Die wichtigsten Projekte 2016: Neben den bereits angesprochenen Planvorhaben will Bernhard in diesem Jahr auch beim städtebaulichen Strukturkonzept für die Erweiterung des Wohngebiets "Hohenstange" ein großes Stück vorankommen. "Wir werden dazu ein entsprechendes Grünflächenkonzept erstellen lassen, um den Erholungswert in diesem Bereich zu erhalten. Die ursprünglich vorgesehenen 500 Wohneinheiten werden sich nicht auf einmal entwickeln lassen. Wir müssen in Abschnitten vorgehen. Im Rahmen der Grünkonzeption wird auch der Bürgergarten geplant. Dieser soll ein Treffpunkt im Grünen sein, in dem auch die Kleingärtner Platz finden, so Bernhard.

Im Bereich des Sanierungsgebiets "Zehntscheuer" werden im Auftrag der Bietigheimer Wohnbau im neuen Jahr drei Stadthäuser und ein Mehrfamilienhaus entstehen. "Mir ist es aber auch wichtig, dem bürgerschaftlichen Engagement in Tamm eine Struktur zu geben. Der freiwillige Einsatz unserer Bürger ist toll. Ohne diesen wäre die Integration der Flüchtlinge beispielsweise gar nicht möglich. Daher soll im alten Rathaus ein Haus der Bürger' entstehen. Wie dieses konkret aussehen wird, werden die Gemeinderäte in einer Klausurtagung besprechen und die Bürger in einem anschließenden Workshop", sagt Bernhard. Er denkt zudem an die Einrichtung eines Bürgerbusses, der Fahrten beispielsweise für Senioren anbietet.

Persönliche Erwartungen für das Jahr 2016: "In diesem Zusammenhang erwarte ich mir auch von der Bundesregierung mehr Unterstützung besonders für die Arbeit der Ehrenamtlichen bei der Integration der Flüchtlinge. Ohne diese geht es nicht und vor dieser Arbeit habe ich höchsten Respekt", so Bernhard. Der Tammer Schultes hofft im kommenden Jahr weiterhin, dass er konstruktiv mit seinen Gemeinderäten und der Bürgerschaft zusammenarbeiten kann, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Das Sorgenkind der Kommune: Dies hängt natürlich maßgeblich auch von einer Entscheidung der Nachbarkommune Bietigheim-Bissingen ab. "Die Ablehnung der Erweiterung des Zweckverbandsgebiets Laiern' im Gemeinderat der Stadt Bietigheim-Bissingen war für mich schon eine große Überraschung und auch eine Enttäuschung. Ich spüre aber deutlich die Signale, dass auch in Bietigheim-Bissingen die Bereitschaft herrscht, eine Lösung herbeizuführen. Wir müssen im ersten Quartal 2016 Lösungsansätze gemeinsam erarbeiten", betont Bernhard.

Auf eine Kampfabstimmung über die Erweiterung will er es nicht ankommen lassen. Er hofft auf die Einsicht bei den Gemeinderäten der Nachbargemeinde, dass Tamm die stabilen Gewerbesteuereinnahmen braucht und seine Verkehrsprobleme, aber auch die von Bietigheim-Bissingen, nur mit einer Erweiterung des Zweckverbandsgebiets gelöst werden können. "Ich bin gespannt, welchen Kompromiss es gibt und wie die Entscheidung ausfällt", so Bernhard.

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