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Tägliche Kolumne

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Die Wallungen der Unabhängigkeit bewegen Katalonien. Ein Teil der Bevölkerung will raus aus Spanien und einen eigenen Staat. Gerne verweisen die Abspaltungswilligen  auf die eigene Kultur. Dass Katalonien eine relativ wirtschaftsstarke Region ist, die ihren Reichtum nicht gern teilt, wird nicht ganz so gern erwähnt. Ich erinnere mich  an ein Abendessen vor drei Jahren in Schottland. Damals versuchte die Scottish National Party (SNP), den Austritt aus dem Vereinten Königreich zu erwirken, also weg von England. Ein SNP-Abgeordneter  saß an meinem Tisch. Er erzählte mir von den kulturellen Eigenheiten Schottlands. Er sprach von Sprache, Whisky, ja sogar von mittelalterlichen Schlachten. Es sei nun einfach an der Zeit: Unabhänigkeit, jetzt. Er fühle es einfach, Historisches stehe bevor. Auf meine Frage hin, ob diese nationale Wallung ihn auch ohne die Erdölvorräte vor Aberdeen ergriffen hätte, kam die Nüchternheit zurück. „Vermutlich nicht“, sagte er, und schwieg. Über Geld spricht man halt nicht gern.

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