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Schwerlastverkehr donnert durch

Bei der Informationsveranstaltung am Montag im Bürgerhaus "Vordere Kelter" drehte sich alles um die Frage, wie es gelingen kann, die zunehmende Lärmbelästigung im Ortskern zu verringern.

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Bis zu 13 000 Autos und Lastwagen fahren auf der Löchgauer Straße durch Erligheim. Der Lärm soll durch Maßnahmen innerhalb eines Lärmaktionsplans reduziert werden.  Foto: 

Schon seit Jahren klagen die Anwohner der Ortsdurchfahrt über den Verkehrslärm. "Während meiner Amtszeit hat die Lärmbelästigung im Ort enorm zugenommen. 2013 wurde eine Spitze erreicht", skizzierte Bürgermeister Rainer Schäuffele am Montag auf der Informationsveranstaltung das Grundproblem. Besonders betroffen seien die Anwohner entlang der Ortsdurchfahrt - der Landesstraße L 1107. Der Gemeinderat hatte daher (wie berichtet) noch im Dezember des vorigen Jahres die Reißleine gezogen und das Büro BS-Ingenieure aus Ludwigsburg engagiert. Inzwischen hat das Ingenieurbüro einen Entwurf zum Lärmaktionsplan erarbeitet, der Anfang Mai im Gemeinderat vorgestellt wurde.

In seinem Vortrag erläuterte Christopher Stange vom Büro BS-Ingenieure die Lärmaktionsplanung zunächst als eine kommunale Pflichtaufgabe im Rahmen der EU-Umgebungslärm-Richtlinie. Zum Handeln hatte die europäischen Behörden im Jahr 2002 nicht zuletzt die Erkenntnis bewogen, dass Lärm psychosomatische und Herz-Kreislauf-Beschwerden hervorrufen kann. Mittlerweile hat das Ingenieurbüro in Erligheim genauer untersucht, wie es mit der Lärmbelästigung in der Ortsmitte aussieht. Die Zahlen sprechen für sich und haben die Gemeindeverwaltung alarmiert. Bei einer Verkehrserhebung fanden die Planer im März heraus, dass binnen 24 Stunden rund 13 000 Fahrzeuge durch den Ort rauschen. Der Lkw-Anteil liege bei drei bis 3,5 Prozent, machte Stange deutlich. Mehr als 70 Dezibel Straßenlärm bekämen die Bewohner der Löchgauer und der Bönnigheimer Straße im Tagesdurchschnitt auf die Ohren, dokumentierte der Ingenieur anhand von einigen Lärmkarten. Auch die Anwohner aus umliegenden Straßen bekämen den Verkehrslärm mit. Stange war indes schon einen Schritt weiter und präsentierte den Bürgerinnen und Bürgern am Montag erste Lösungsansätze - darunter explizit zwei Maßnahmen: Die bestehende Tempo-30-Regelung müsse im Ortskern ausgeweitet werden und vom Gebäude Löchgauer Straße 23 bis zur Tankstelle gelten. Durch die Umstellung von Tempo 50 auf 30 Kilometer pro Stunde könne die Geräuschbelästigung erheblich reduziert werden, meinte Stange. Außerdem schlug der Ingenieur vor, die Ortstafeln am südlichen Ortseingang etwas weiter in Richtung Dorfgrenze - an den Rand der Bebauung - zu versetzen. Auch auf diese Weise könne es gelingen, den Lärm mehr aus dem Ortskern herauszuhalten, da die Fahrzeuge dann erst außerhalb beschleunigen würden.

In der anschließenden Fragerunde ließen etliche Bürger ihrem Ärger über den Lärm freien Lauf. Als Verursacher machten sie hauptsächlich Baufahrzeuge und große Traktoren aus. Die meisten wünschten sich die Ausweitung der Tempo-30-Zone, aber auch eine bessere Verkehrsregelung durch Kreisverkehre, die es in anderen Orten bereits gäbe. Hoffnungen machte den Anwesenden Stanges Kollege Wolfgang Schröder: Die Lärmproblematik werde von den Behörden zunehmend ernst genommen und Lärmaktionspläne würden auf kommunaler Ebene mehr und mehr genehmigt. Weniger hoffnungsvoll erschien Schäuffele die Aussicht, in absehbarer Zeit einen Kreisverkehr in den Ort zu bekommen. Dabei mauerten die Behörden schon seit langem, klagte Schäuffele, der sich am Sonntag erneut zur Wahl stellt und in eine zweite Amtsperiode gehen will. Der Bürgermeister zeigte sich gegenüber einer Anregung im Saal offen: Die Wähler könnten doch bei der Bürgermeisterwahl auch gleich eine Unterschriftenliste für einen Kreisverkehr mit unterzeichnen, so ein Vorschlag aus der Mitte. Weitere Anregungen zum Lärmaktionsplan können die Bürger noch während der Offenlage in den Sommerferien vorbringen. Danach soll der Lärmaktionsplan vom Gemeinderat beschlossen werden.

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