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Schüler zur richtigen Mülltrennung erziehen

Die Mülltrennung an den kreiseigenen Schulen läuft noch nicht rund. Zu viel Abfall landet nicht dort, wo er sollte, dabei gibt es laut dem Landratsamt Einsparpotenzial. Um Monstersummen dreht sichs aber nicht.

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Zwei Mülltonnen an der Straße: An den kreiseigenen Schulen soll der Abfall sinniger sortiert werden.  Foto: 

Bereits seit geraumer Zeit beschäftigt sich das Landratsamt mit der Frage, wie man an den kreiseigenen Beruflichen Schulen und den Sonderschulen Müll vermeiden beziehungsweise zumindest besser trennen kann. Man hat ausgerechnet, dass der Kreis bares Geld sparen könnte, würden die Reste nur sinnvoller entsorgt. Grundlage ist eine Analyse der Abfallverwertungsgesellschaft des Kreises (AVL) vom Herbst 2012.

Um das Thema jetzt noch konkreter anzupacken und Handlungsanregungen zu geben, hat sich die AVL im Februar die Erich-Bracher-Schule als Modell vorgeknöpft und die nochmal genau unter die Lupe genommen. Auffällig hier: In allen Klassenzimmer gibts zwar separate Papiertonnen, dennoch werden die wohl nicht so genutzt, wie sie sollen. Gleichzeitig landeten viele Verpackungen im Restmüll, und zwar deshalb, weil sich die Schüler im Supermarkt um die Ecke mit Lebensmitteln versorgten. Hinzu kämen Spaziergänger, die für ihren Abfall ebenfalls die Restmülltonnen auf dem Schulgelände nutzten.

Der Plan ist jetzt, an der Erich-Bracher-Schule in allen Klassenzimmern Eimer mit den entsprechenden Trennfächern aufzustellen. Alle Beteiligten - Schulleitung, Lehrer, Schüler und Hausmeister - müssten zudem davon überzeugt werden, dass das Ganze auch sinnvoll sei, heißt es vonseiten der Landratsamtsverwaltung. In die neuen Sortierbehälter müsse man zwar investieren, nach einem Jahr soll sich die Anschaffung jedoch schon amortisiert haben. Hinzu kommt das Einsparpotenzial bei den Abfallgebühren, das an der Schule in Kornwestheim-Pattonville bei 2700 Euro jährlich liege.

Ein Betrag, der die FDP im Kultur- und Schulausschuss des Kreistags, der am Montag stattfand, allerdings nicht gerade vom Hocker lupfte. In seiner Fraktion bestehe Skepsis darüber, ob der Verwaltungsaufwand denn im Verhältnis zu den Einsparmöglichkeiten stünde, stellte Dr. Volker Heer fest. Der Erste Landesbeamte Dr. Utz Remlinger verteidigte die Initiative: Das Ganze lohne sich für die Erich-Bracher-Schule selbst, könne aber auch Vorbildcharakter für die anderen Schulen haben.

Nach und nach will die Kreisverwaltung nun die restlichen Schulen ins Visier nehmen, wobei auch Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft wie die Ellental-Gymnasien in Bietigheim-Bissingen angesprochen werden sollen. In Abstimmung mit den Rektoren will man einen bereits bestehenden Leitfaden überarbeiten, eine Abfallberatung soll angeboten werden, und von der AVL erarbeitete Unterrichtsmaterialien sollen flächendeckend eingespeist werden. Einen konkreten Zeitplan für das Unterfangen gibt es noch nicht.

Nach diesem hatte Dr. Heike Tapken-Brust (Grüne) zuvor gefragt, die das Thema Müll ein gesamtgesellschaftliches Problem nannte. An der Schule gebe es die letzte Möglichkeit, die jungen Leute zu einem richtigen Umgang mit der Abfallentsorgung zu erziehen. Heinz Reichert (SPD) sprach unterdessen von einem sinnvollen Projekt, fragte sich aber, ob es auch erfolgversprechend sei.

Die Kosten

Im Vergleich der kreiseigenen Schulen schneidet die Erich-Bracher-Schule in Pattonville bei den Entsorgungskosten für Müll am besten ab: Sie liegen bei 3,18 Euro (6400 Euro insgesamt pro Jahr) pro Kopf bei einer jährlichen Restmüllmenge von 203 500 Litern und 2035 Schülern (Zahlen aus 2011 beziehungsweise aus dem Schuljahr 2011/2012). Die anderen Beruflichen Schulzentren müssen tiefer in die Tasche greifen: Pro Schüler sind es jeweils über fünf Euro. Den genauen Unterschied für das Gefälle kennt der Erste Landesbeamte Dr. Utz Remlinger nicht, vermutet aber, dass es darin begründet sein könnte, dass die Erich-Bracher-Schule eine kaufmännische, und keine technische Einrichtung, sei, wo folglich weniger Müll anfalle. Die kreiseigenen Sonderschulen müssen am meisten berappen. Dort werden unter anderem viele Windeln entsorgt. dl

SWP

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