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Rentner wehrt sich gegen Fahrverbot und gewinnt

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Mit seinem Einspruch gegen einen Strafbefehl war ein 75-jähriger Rentner aus Bietigheim-Bissingen vor dem Ludwigsburger Strafgericht erfolgreich. Der Unfall am Asperger Freibad muss dem Strafbefehl zufolge am 24. Juni dieses Jahres zwischen 14 und 16.30 Uhr passiert sein. So genau konnte das keiner sagen, denn der Rentner war weggefahren und der Mann, dessen Auto beschädigt wurde, erst später zu dem Parkplatz gekommen. Dem  Rentner wurde seitens der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, er wäre beim Ausparken gegen die Stoßstange des anderen Fahrzeugs geprallt und hätte sich, ohne die Feststellung seiner Personalien zu ermöglichen und den Schaden anzuschauen, einfach aus dem Staub gemacht, dafür berkam er vier Wochen Fahrverbot.

Aufs Parkwarnsystem verlassen

 Er hätte sich beim Ausparken auf den Bildschirm und den Piepser seines Wagens verlassen, sagte der Angeklagte. Plötzlich sei jemand an sein Fahrzeug getreten und habe gemeint, „Sie haben das Auto da angefahren.“  Weil er gedacht hätte, das könne aufgrund des Parkwarnsystems seines Autos gar nicht sein, sei er nach Hause gefahren. Doch 14 Tage später hätte eine Vorladung von der Polizei in seinem Briefkasten gelegen, und die Polizei habe auch sein Auto angeschaut. Außerdem bekam er ein vierwöchiges Fahrverbot, gegen das er jetzt erfolgreich kämpfte.

Vor Gericht wiederholte der Rentner, von dem Unfall nichts bemerkt zu haben.  Doch eine 46-jährige Zeugin konnte den Unfall beobachten.  Vor Gericht sagte die Frau, der Rentner hätte vier Mal versucht, aus der Parklücke zu kommen. Beim letzten Mal hätte es dann „gerumst“.  Sie habe sich das Kennzeichen des Verursacherautos notiert.

Der Mann, dessen Wagen beschädigt war, wurde im Freibad ausgerufen. Der 41-jährige aus Pleidelsheim sprach als Zeuge vor Gericht von einem „leichten Streifschaden“, der dann bei der gegnerischen Versicherung mit 1042 Euro zu Buche schlug. Ein technischer Sachverständiger vor Gericht rechnete aus, dass der Schaden laut Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt viel zu hoch bemessen war. Er kam ohne Stunden-Höchstsätze, welche in diesem Fall nicht nötig gewesen wären, nur auf rund 600 Euro. Mit dieser Berechnung musste das Gericht nicht mehr an einem vierwöchigen Fahrverbot festhalten. Dieses wurde fallen gelassen, und der Rentner wurde der Unfallflucht auch nicht schuldig gesprochen. Er bekam sein Strafverfahren gegen die Zahlung von 750 Euro in die Staatskasse eingestellt. Heike Rommel

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