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Rechtfertigen kurze Wege den Grundschulerhalt?

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Im Vorfeld des am 18. Dezember anstehenden Bürgerentscheids zur Grundschulentwicklung in Freiberg, hatten die Parteien und die Bürgerinitiative am Dienstag Gelegenheit, auf dem Podium im Prisma, ihre Standpunkte zu vertreten.

Dabei  spiegelte sich die Uneinigkeit der Räte wider. Man hatte sich zwar für den Neubau der Grundschule im Kasteneck ausgesprochen, allerdings war die Entscheidung nicht einstimmig gewesen. Mit Überzeugung sprach sich Willi Zimmer (CDU) dafür aus, dass seine Partei den Neubau befürworte. Nur dieser  gewährleiste, dass alle drei Teilorte die selben Voraussetzungen für Schüler böten. Es sei nicht zumutbar, 14 Millionen Euro für eine Sanierung der drei Grundschulen mittragen zu müssen. Zimmer forderte die Zuhörer auf, „den Brexit von Freiberg zu verhindern.“

Mario Wildermuth (Freie Wähler) erklärte, dass seine Fraktion sich für den Neubau ausspricht. Er räumte aber ein: „Uns ist klar, dass wir mit dieser Lösung keine Eier legende Wollmilchsau bekommen.“  Als Nachteil einer Sanierung der Grundschulen führt er an, dass dann Schüler zehn Jahre lang in Containern unterrichtetet werden müssten.

Dem entgegen stellte sich Sabine Geißer (SPD), die für den Erhalt der Schulen plädiert. Der Fokus ihrer Argumente liegt auf der Kürze des Schulwegs. Zusätzlich positiv sei eine Entlastung der Umwelt durch die Vermeidung von weiterem Verkehrsaufkommen. Für sie gehören „kurze Beine und kurze Wege“ zusammen. Außerdem gewährten die drei Schulen, dass Schüler in kleinen Klassen unterrichtet werden. Das Argument, dass der Bau einer zentralen Schule schneller zu realisieren sei als die Sanierung der bestehenden Schulen, hat für sie kein Gewicht.

Schulen als positiver Faktor

Richard Kapfenstein von der ULF (Unabhängige Liste Freiberg) sprach sich für den Neubau aus. Die damit verbundene Verkehrssituation begreift er als Chance: „Hier haben wir im Kasteneck die Möglichkeit, die Wege passend für die Schule anzulegen.“ Außerdem könnten die Renovierungskosten beim Erhalt der Gebäude explodieren. „Sie sind teils so marode, dass uns die Kosten davonlaufen könnten.“

Ralph Schmid (Grüne Liste) betonte, dass seine Fraktion den Bürgerentscheid für die drei Schulen begrüße. Dem schließt sich seine Fraktion wegen der kurzen Schulwege an. Außerdem überzeugt ihn die überschaubare Situation. Kleine Klassen sorgen dort für positive Lernatmosphäre und guten Bezug zum Lehrer, so Schmid. Die Schulen seien als positive Standortfaktoren für die Ortsteile zu werten – für junge Familien, die sich dort ansiedeln wollen, oft ein entscheidendes Argument. Beim Bau einer zentralen Schule im Kasteneck seien chaotische Verkehrsverhältnisse programmiert. Außerdem sei für dieses Projekt kein guter Standort ausgewählt worden, aufgrund der Nähe zum Pflegeheim.
Dr. Thomas Baum (FDP) wiederum sprach sich gegen die Forderung der Bürgerinitiative aus, weil „die pädagogische Realität schlechter sei als das, was Experten voraussagen“. Außerdem sei es nicht möglich, für alle drei Schulen eine eigene Ganztageslösung anzubieten. Staatliche Zuschüsse gäbe es nur für Neubauten. Baum:  „Keine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg leistet sich den Luxus von drei Grundschulen.“ Für die Bürgerinitiative saßen an diesem Abend Albrecht Exler und Evelyn Kieser auf dem Podium im Prisma.

Bei der Diskussionsrunde beschäftigte die Freiberger neben der schwierigen Verkehrssituation im Falle eines Schulneubaus im Kasteneck, vor allem pädagogische Fragen. Die Bürger bewegt einerseits, der Wunsch nach einer Ganztagsschule  und gleichzeitig sorgen sich viele darum, ob eine zentrale, große Grundschule dem einzelnen Schüler gerecht werden kann. Viele wollen am bestehenden System festhalten und scheuen den Gedanken einer Veränderung.

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