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Reaktion auf VVS-Gebühren­erhöhung

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Das VVS-Ticket wird – bis auf zwei Zonen – im kommenden Jahr um zehn Cent je Zone teurer. Das entspricht einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 1,9 Prozent (die BZ berichtete). Davon ist am Montag der Umwelt- und Technikausschuss des Kreistags in Kenntnis gesetzt worden. Voraussichtlich am Montag, 24. Juli, werden die Gesellschafter des Verkehrsverbunds die Tarifanpassungsrate, wie es offiziell heißt, beschließen. Sie versprechen sich dadurch Mehreinnahmen von 9,6 Millionen Euro. Damit sollen der auf 15 bis 20 Uhr ausgeweitete 15-Minuten-Takt sowie ein besserer Busverkehr finanziert werden.

Bis auf Peter Schimke (Linke) zeigten die Kreisräte Verständnis für die sich jährlich wiederholende Preiserhöhung. Sie sahen es als Vorteil, dass der Kostendeckungsgrad des VVS weiter angestiegen ist, jetzt bei 63,3 Prozent liegt und damit den Kreishaushalt schont. Zwischen 2001 und 2017 ist ein Fahrschein um knapp die Hälfte teurer geworden. Im Vergleich mit anderen Verkehrsverbünden liegt der VVS bei den Tarifanpassungen damit am unteren Ende, wie den Kreisräten in einer Tabelle gezeigt wurde. In Baden-Württemberg sind nur in Freiburg die Fahrpreise geringer angestiegen. Dennoch sei der ÖPNV in der Region teuer, stellte Rainer Gessler (FW) mit Hinweis auf das Pariser Metroticket fest. Das kostet im Zehnerpack 18 Euro und damit nur den Bruchteil eines VVS-Fahrscheins.

Tarifdschungel stört Kreisräte

Mehr als die Tarifanpassung störte die Kreisräte, dass bislang wenig gegen den Tarifdschungel getan worden sei. Einen Anfang will jetzt Stuttgart machen, indem sie die beiden Innenstadtzonen (10 und 20) zusammenlegt. Der VVS kalkuliert dadurch mit weniger Einnahmen in Höhe von 14,3 Millionen Euro, die aber von der Landeshauptstadt allein getragen werden müssen. Solche Zahlen schmälern wohl die Aussichten, das Tarifgebiet übersichtlicher und für die Fahrgäste günstiger zu machen.

Der Verband Region Stuttgart wünscht zwar den Wegfall der Sektorengrenzen im Außenbereich, also auch im Landkreis. Doch die Kreisverwaltung ist dagegen: „Dieses Modell würde zwar die Übersichtlichkeit des Tarifplans vereinfachen, preisliche Vorteile würden aber nur für Fahrgäste der Tangentialverbindungen innerhalb der durchgängigen Ringzonen (Verbundlandkreise) entstehen“, wird in der Sitzungsvorlage argumentiert. Landrat Dr. Rainer Haas betonte, dem ÖPNV und den Bürgern wäre mehr gedient, Geld in die Infrastruktur zu stecken als Fahrscheine zu subventionieren. Es gäbe viel zu tun.

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