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Rainer Wieland, der nimmermüde Europäer

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Auf den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz und dessen überaus erfolgreichen Einstieg in den Wahlkampf wird Rainer Wieland mit Sicherheit auch am Sonntag angesprochen, wenn er in Ludwigsburg zum 60. Geburtstag einlädt. Der CDU-Europaabgeordnete kennt die Fragen schon, und er kennt Martin Schulz besser als manch anderer. Wieland ist einer von 14 Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments und er war dies auch schon, als der Präsident noch Martin Schulz hieß. Ein Präsident, der sich Verdienste erworben habe für Europa und die europäische Idee. Das denkt Wieland, auch wenn er sich angesichts der neuen Rolle von Martin Schulz diplomatischer ausdrücken muss. „Martin Schulz hat dem Parlamentarismus allgemein und dem europäischen Parlamentarismus im Besonderen gedient und ist ihm nützlich gewesen.“

Wenn Wieland den SPD-Kanzlerkandidaten aus der Sicht eines deutschen CDU-Politikers  bewerten soll, fallen die Einschätzungen schon deutlicher aus. „Mir ist Schulz fast lieber als Gabriel, denn ein wirklich starker Mann ist der Konkurrent von Angela Merkel nicht“, glaubt Wieland, der weiß, wie laut und mitunter unbeherrscht Schulz werden könne, „wenn es kontrovers wird“. Martin Schulz entspreche in Wirklichkeit nicht dem Bild, das er momentan von sich abgebe.

Während Schulz also seinen Schwerpunkt nach Berlin verlegt, will Wieland noch lange in Europa zu Hause sein. Und das bedeutet, zu pendeln zwischen Straßburg, Brüssel und Stuttgart. Denn ein Europamandat, noch dazu an so exponierter Position, hat es in sich. Wieland hat keinen Wahlkreis, sondern ein Betreuungsgebiet, das den Großraum Stuttgart und damit zehn Wahlkreise umfasst. Das Europäische Parlamentsjahr umfasst  40 Sitzungswochen. Hinzu kommt, dass sich Wieland als Vizepräsident mit um den Parlamentshaushalt und die Gebäudepolitik des nicht eben kleinen parlamentarischen Betriebs kümmern muss.

Kontakt zur Basis hält er unter anderem, indem er Besuchergruppen vor allem im nahen Straßburg empfängt. 80 000 Menschen seien es bisher sicher schon gewesen, die ihn und seine Parlamentsarbeit dort kennengelernt hätten, sagt er.

Diese Parlamentsarbeit bewegt sich nicht in einem komfortablen Umfeld. Europa in der Krise, dann noch die Verbalangriffe des US-Präsidenten Trump sowie die bevorstehenden Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland – es gibt vieles, was Politiker derzeit lieber sein möchten als Europapolitiker. Europäische Stürme, die ein seit 1997 aktiver Europapolitiker mit Souveränität begegnen kann. Für Wieland ist es nach wie vor ein Privileg, an „dieser Stelle arbeiten zu dürfen“. Vielleicht ist gerade deshalb auch angesichts von Brexit und anderen nationalstaatlichen Tendenzen sein Optimismus überraschend groß, wenn er sagt, dass „Europa immer dann vorangekommen ist, wenn es schwierig wurde“.

Zufrieden ist er, dass das Handelsabkommen CETA mit Kanada zu einem so starken Signal über den Atlantik geworden ist, weshalb ihn auch das europafeindliche Auftreten eines Donald Trump nicht aufschrecken kann. „In Bezug auf Trump kann ich nur raten, die Bälle flach zu halten. Es ist wichtig, entspannt zu bleiben. Noch kein US-Präsident war so gut wie erhofft, aber auch nicht so schlecht wie befürchtet.“

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