Partner der

Plakate: Die einen regeln selbst, die anderen lassen regeln

|
Um einem Plakatwald wie auf diesem Archivbild der Frankfurter Straße an der B 27 in Ludwigsburg entgegenzuwirken, verfolgen die Kommunen im Kreis verschiedene Konzepte.  Foto: 

Es findet ein Konzert statt. Interessierte können sich online auf Veranstaltungsseiten schlau machen, die Band kann das Konzert in den sozialen Medien ankündigen, und es gibt noch den Klassiker: potentielle Konzertbesucher mit Plakaten auf den Termin aufmerksam zu machen. Aber wie funktioniert das eigentlich?

Die Regelungen zur Plakatierung unterscheiden sich von Kommune zu Kommune, einige Grundvoraussetzungen sind allerdings überall zu erfüllen.

Wie Nicole Raichle, Pressesprecherin der Stadt berichtet, sind die Plakate so anzubringen, dass die Sicherheit des Verkehrs nicht beeinträchtigt wird. An Ampelmasten und Verkehrszeichen sowie in Kreuzungsbereichen ist das Plakatieren strengstens verboten. Auch städtische Ortseingangsschilder sind tabu. Die Befestigung an Bäumen ist nur mittels Draht, Schnur oder Bändern erlaubt, um den Baum nicht zu beschädigen.

Damit es überhaupt zum Plakatieren kommt, muss der Veranstalter eine Sondernutzungserlaubnis der Stadt Sachsenheim einholen. Darin ist das Datum der Aufstellung und des Entfernens schriftlich festgehalten. Wenn die Plakate nicht rechtzeitig entfernt werden, übernimmt dies die Stadt – und das natürlich kostenpflichtig. „Preislich hängt das davon ab, wie viele Angestellte des Bauhofs wie lange damit beschäftigt sind“, sagt Raichle. Sie könne sich allerdings an keinen Fall erinnern, als dies nötig gewesen sei. Die Stadt zeigt sich kulant und fordert den Veranstalter nochmals auf, das Plakat zu entfernen, bevor der Bauhof ausrückt. Um das Plakat als genehmigt auszuzeichnen, wird ein Klebeetikett mit der Aufschrift „Plakatierung genehmigt“ angebracht. Den Genehmigungskleber gibt’s bei der Stadt, bei diesem Gang wird auch die Gebühr bezahlt. In Sachsenheim gibt es eine Mindestgebühr von 15 Euro, bei Werbeträgern bis 50 Zentimetern kostet es pro Stück 20 Cent je angefangene Woche. Bei einer Größe bis einen Meter sind es 50 Cent. Über diese Größe hinaus fällt je angefangenem Quadratmeter ein Euro Gebühr pro Werbeträger an. Zusätzlich eine Verwaltungsgebühr von fünf Euro, und „dann darf losplakatiert werden“, sagt Raichle.

In fallen für zehn Plakate der Normgröße DIN A0 15 Euro Gebühren an. Über einen schriftlichen Antrag kann eine Erlaubnis für höchstens vier Wochen erworben werden, sagt Ivana Perovic aus dem Bönnigheimer Ordnungsamt. Plakate können auch länger hängen, allerdings werde dafür eine spezielle Erlaubnis benötigt. Das Abhängen muss einen Tag nach Ablauf der Frist erfolgen, sonst drohen auch in Bönnigheim Geldstrafen.

In ist das Plakatieren ganz anders geregelt, berichtet Stadtsprecherin Ina Klein. Die gewerbliche Plakatierung wird durch das Werbebüro Gerger, mit Sitz in Markgröningen, vollzogen.

Wie es dazu kam? „Wir haben damals die Ausschreibung gewonnen. Inzwischen machen wir das seit fast 30 Jahren für die Stadt Bietigheim“, sagt Inhaber Frank Gerger. Erlaubt sei fast alles, Anstößiges selbstredend ausgenommen. Der Kunde liefere die Plakate beim Werbebüro an, diese werden dann auf Plakatträger aufgekleistert sowie im Lager vorbereitet und dann können sie in den Klemmhaltern in 2,50 Metern Höhe angebracht werden, erläutert der Inhaber. Für Gerger ist eines klar: Bietigheim habe Vorbildcharakter und sei „die geordnetste Stadt im Kreis“. Zahlreiche Gemeinden, wie Kirchheim, Sachsenheim, Vaihingen und Besigheim hätten bereits überlegt, das Konzept zu übernehmen und Anfragen an das Werbebüro gestellt, allerdings habe keine Kommune das Konzept konsequent weiterverfolgt.

Die Stadt hat sich dazu entschlossen, keine Plakate für auswärtige Veranstaltungen zu genehmigen. Ausgenommen seien Veranstaltungen, an denen Besigheim mitwirkt. Besigheimer Vereine und Institutionen dürfen höchstens 15 Plakate aufstellen, außerdem dürfen in der Innenstadt generell keine Plakate angebracht werden. Die zum Plakatieren freigegebenen Bereiche sind in einem Plan vermerkt, den das Besigheimer Ordnungsamt verwaltet. Ebendort werden laut Sabine Keller, der Leiterin des Hauptamts, auch Aufkleber erworben, die am Plakat angebracht werden, wodurch die Genehmigung dann erteilt ist. Je Kleber sind 50 Cent fällig. Auch der Zeitraum, in welchem die Plakate hängen dürfen, ist fest geregelt, frühestens zwei Wochen vor der Veranstaltung dürfen sie aufgestellt werden und müssen spätestens zwei Tage nach Ende der Veranstaltung entfernt werden. Außerdem sind genormte Größen einzuhalten: nur DIN A1 und A2 sind in Besigheim gestattet.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Der Protest ist gewollt

Direkte Demokratie und die Folgen: Das Ringen um Mehrheiten kann man auch verlieren, sagt Umweltminister Untersteller. weiter lesen