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Pferdeboxen im Gewächshaus

Der ehemalige Heidi-Pflanzenmarkt zwischen Pleidelsheim und Murr soll zu einem Reitstall mit Wohngebäude umgebaut werden. Der Pleidelsheimer Gemeinderat stimmte zu.

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Das Baugesuch des Bauherrn aus Vaihingen löste bei einigen Gemeinderäten zunächst Erstaunen aus. Markus Lanig (WIR-Fraktion) bemängelte, dass offensichtlich nur ein kleiner Teil der Gewächshäuser zur Unterbringung von Pferden dienen sollte. Inge Link (FWV) konnte sich nicht vorstellen, dass in Gewächshäusern so einfach Pferdeboxen stehen können. Und Christel Staudenmaier (WIR) waren die vorliegenden Pläne nicht konkret genug, sie lehnte deshalb ihre Zustimmung zum Baugesuch ab.

Bürgermeister Ralf Trettner sagte, es sei nicht die Aufgabe des Gemeinderats, sich über artgemäße Tierhaltung und ähnliche Probleme auseinanderzusetzen. Das sei Aufgabe von Tierschützern. Das Landwirtschaftsamts als Fachbehörde habe außerdem darüber zu befinden, ob es sich nach der Nutzungsänderung noch um einen landwirtschaftlichen Betrieb handle. Der Gemeinderat müsse hingegen lediglich darüber entscheiden, ob das umgebaute Gehöft noch in die Landschaft passe. Wegen der anhaltenden fast halbstündigen Diskussion über das Baugesuch und angesichts der umfangreichen Tagesordnung gab sich der Rathauschef dann leicht genervt: "Ich glaube, wir müssen mal ein Seminar abhalten, worüber ein Gemeinderat im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens zu entscheiden hat."

Geplant hat der Bauherr neben der Umwidmung von zwei Gewächshäusern zu Pferdelaufställen auch die Aufstockung des bestehenden Flachdach-Wohngebäudes. Denn dadurch soll eine zweite Wohnung entstehen und das Gebäude ein Satteldach bekommen. Außerdem plant er die Erhöhung einer bereits bestehenden Stahlhalle zur Lagerung von Futtervorräten und Maschinen sowie die Umnutzung der angrenzenden Ackerfläche zu Weideflächen für die Tiere.

Für den Pleidelsheimer Gemeinderat ist die landwirtschaftlich genutzte Freifläche in Richtung Murr ein Gebiet mit Tabu, seitdem der Verband Region Stuttgart dort ein interkommunales Gewerbegebiet ansiedeln lassen wollte. Dagegen hatte sich das Gremium im Rahmen der Flächennutzungsplanung vehement gewehrt.

Dennoch gab der Gemeinderat jetzt mit 8:5 Stimmen "grünes Licht" für das Vorhaben.

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