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Neue Therapien gegen Krebs

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    Dr. Karel Caca, Ärztlicher Direktor am Klinikum Ludwigsburg. Foto: 
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    Brustkrebs ist die häufigste Krebsart an der Frauen erkranken. Foto: 
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Jedem zweiten Menschen werde einmal in seinem Leben die Diagnose Krebs gestellt, sagt Professor Dr. Karel Caca. Er ist Arzt und Ärztlicher Direktor des Darmzentrums der Kliniken Ludwigsburg und Bietigheim. Eine Zahl, die über die Jahre gestiegen sei, sagt Caca, der seit 12 Jahren in Ludwigsburg tätig ist. „Krebs ist eine Erkrankung des Alters“, erklärt er, und da wir immer älter werden, steige eben auch die Zahl der Erkrankungen. „Jeder zweite Krebspatient überlebt die Krankheit jedoch“, sagt Caca weiter.

Das liege auch an der Forschung, die zur Heilung von Krebs in jedweder Form betrieben wird – auch an der Regionalen Kliniken Holding (RKH) GmbH. „Wir nehmen an großen internationalen Studien teil“, erklärt Caca. Bis beispielsweise eine neue Therapieform entwickelt und dann letztlich am Patienten angewendet darf, können Jahre vergehen. Ein extrem wichtiger Baustein in der Krebsbehandlung ist und bleibe die Strahlen- und Chemotherapie, sagt der –  laut Focus Ärzteliste 2017 –  Topmediziner für Gastroskopie – Tumore des Verdauungstrakts. Aber manchmal ist die Chemotherapie gar nicht nötig oder wird mit anderen Behandlungsformen ergänzt. Es werde zunehmend medikamentös behandelt. „Auch das Erbrechen, dass man früher sofort mit einer Chemo in Verbindung brachte, gibt es heute nicht mehr“, sagt Caca.

Vielversprechende Therapien

Zwei neue Behandlungsformen von Krebs sind derzeit sehr vielversprechend und werden auch an den Kliniken der RKH angewendet. Eine davon ist die molekularbiologische Therapie. Bei der Strahlen- und der Chemotherapie wird auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen. Denn die Strahlen unterscheiden nicht zwischen den kranken und den gesunden Zellen, bei der molekularbiologischen Therapie sei dies anders. „Wir verstehen immer besser, wie es im Körper zu Krebs kommt und deswegen versucht die Forschung diese Mechanismen aufzubrechen“, sagt Caca. Die Forscher haben deswegen in der Molekularbiologie Krebszellen untersucht und Eigenschaften gefunden, die nur Krebszellen aufweisen sollen. Dadurch entwickelten sich Behandlungen, die das Tumor- und Blutgefäßwachstum beeinflussen und sogar aufhalten können. Die Therapien sollen sich zielgerichtet nur gegen die erkrankten Zellen richten. Es gibt Wirkstoffe, die Krebszellen für das körpereigene Immunsystem markieren können, sodass dieses selbst die Krebszelle angreife. Einige dieser Wirkstoffe sind bereits seit einigen Jahren zugelassen, andere befinden sich noch in der Entwicklung und werden in klinischen Studien getestet.

Die Immuntherapie ist ebenfalls eine neuartige Behandlungsmethode. „Wir lassen sozusagen das Immunsystem auf den Tumor los“, sagt der Ärztliche Direktor. Auch hier kam der Fortschritt, weil die Forscher verstanden haben, wie ein Tumor entsteht, aber auch wie das körpereigene Immunsystem funktioniert. Denn eigentlich kann unser Immunsystem Tumorzellen als kranke Zellen erkennen. Dennoch entwickelt sich bei manchen Menschen Krebs. Das liege unter anderem daran, dass sich Krebszellen sozusagen unsichtbar für das Immunsystem machen könnten. Hier setzt die Immuntherapie an. Im Körper gibt es sogenannte Checkpoints. Das sind Kontrollpunkte des Immunsystems. Genau dort tarnen sich Krebszellen. Mit Checkpoint-Inhibitoren (Hemmstoffe) werden die krebsbedingten Blockaden wieder aufgelöst und stimulieren das Immunsystem, die Tumorzellen zu erkennen und zu vernichten. Eine Therapieform, die beispielsweise bei schwarzem Hautkrebs helfen kann. „Früher war das unheilbar“, sagt Dr. Karel Caca. Heutzutage lasse sich die Krankheit oft aufbrechen. Es bleibe häufig eine chronische Erkrankung, die sei dann aber behandelbar, so der Arzt. „Eine Heilung ist zwar nicht immer möglich, aber die Lebenserwartung kann deutlich erhöht werden“, erklärt Caca.

Info Am Montag hat das RKH Klinikum Ludwigsburg die Infoveranstaltung „Gemeinsam gegen den Krebs“ veranstaltet. Am Mittwoch wird das Ludwigsburger Schloss zum Welt-Pankreaskrebs-Tag lila angestrahlt. Das hat die Bietigheimer Zeitung zum Anlass genommen, einen Wochenschwerpunkt zum Thema Krebs anzubieten. Im Laufe der Woche wird es Artikel zur Schmerzlinderung mit Cannabis und Methadon, zu einer Selbsthilfegruppe sowie zur Vorsorge geben.

2289 Patienten wurden im vergangenen Jahr im Onkologisches Zentrum Ludwigsburg-Bietigheim wegen Krebs behandelt. 2015 waren es 2370 Patienten. Dieses Jahr werde mit ähnlichen Zahlen gerechnet.

1611 Patienten davon wurden operativ behandelt. 673 erhielten eine Strahlen- und 366 eine Chemotherapie.

92 Tausend Erstdiagnosen wurden dem Krebsregister Baden-Württemberg für die Diagnosejahre 2012/2013 gemeldet.

51 Prozent der Diagnosen entfielen auf Männer und 49 Prozent auf Frauen.

Bei den Männern ist Prostatakrebs mit 25 Prozent aller Neuerkrankungen die häufigste Krebsart. Bei Frauen ist es Brustkrebs mit 38 Prozent aller Neuerkrankungen. Bei beiden Geschlechtern folgt Lungenkrebs als zweithäufigste Krebserkrankung mit insgesamt 19 Prozent. rwe

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