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Mieterbund: Rekord bei Beratungen

Der Deutsche Mieterbund für Stadt und Kreis Ludwigsburg zieht an diesem Freitagabend Bilanz. Bei den Beratungen wurde 2014/2015 ein Rekord erreicht. Politisches Kernthema wird der soziale Wohnbau sein.

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Das Archivbild zeigt eine Fassade eines Hochhauses in Stuttgart. Der Deutsche Mieterbund Stadt und Kreis Ludwigsburg kritisiert den mangelnden Wohnraum für Durchschnittsverdiener in der gesamten Region Stuttgart als Kernproblem.  Foto: 

Immer mehr Mitglieder, eine Höchstzahl bei der Anzahl der Beratungen - der Deutsche Mieterbund (DMB) Stadt und Kreis Ludwigsburg kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen. Das hat auch mit dem für Mieter eher ungünstigen Mietmarkt in der Region zu tun - vor allem die Mietpreise sind angestiegen, was sich auch in den Beratungen niederschlug. Politisches Kernthema bei der Hauptversammlung an diesem Freitag um 18 Uhr im Ratskeller Ludwigsburg wird daher auch der Soziale Wohnungsbau sein.

Zu Beginn der Veranstaltung wird laut einer Mitteilung des Mieterbundes der Geschäftsführer der kommunalen Bietigheimer Wohnbau, Carsten Schüler, zu einem in der Region vieldiskutierten Thema sprechen: Das Thema lautet "Herausforderungen im bezahlbaren Mietwohnungsbau".

Was die Zahl der Mitglieder angeht, nähert sich der Mieterbund "stetig der 6000er-Grenze": Anfang 2016 verzeichnete der DMB im Kreis 5849 zahlende Mitglieder. "Seit unserer Gründung haben über 21.000 Mieterhaushalte bei uns Schutz und Beratung gesucht. Das ist auch ein Zeichen eines völlig einseitigen Wohnungsmarktes", teilt der Vorsitzende Dr. Eckart Bohn zum Bericht über die Geschäftsjahre 2014/2015 mit. Die jährliche Mitgliederbewegung zeige, dass die Bevölkerung in der Region Stuttgart ständig in Bewegung sei: "Nehmen wir das letzte Jahr 2015: Da hatten wir über 600 Neuaufnahmen und rund 460 Kündigungen aus den unterschiedlichsten Gründen."

Das Beratungsnetz sei nun mit sechs Standorten im Landkreis in Ludwigsburg, Kornwestheim, Bietigheim-Bissingen, Vaihingen, Ditzingen und Marbach am Neckar "abgeschlossen".

Die Beratungsschwerpunkte seien über die Jahre hinweg nahezu konstant geblieben: Die meisten Beratungen, im Jahr 2015 etwa ein Drittel (34 Prozent), finden laut DMB im Landkreis immer noch zu den Themen Betriebs- und Nebenkosten statt, auf Platz zwei rangierte demnach 2015 das Thema Wohnungsmängel (16 Prozent). Auf Platz drei befänden sich Anfragen zur Kaution (zwölf Prozent), gefolgt von den Themen Kündigung und Mieterhöhungen - mit jeweils zehn Prozent. Gerade das Thema Mieterhöhungen, teilt DMB-Vorsitzender Bohl mit, nähme neuerdings einen deutlich breiteren Raum ein als noch vor einigen Jahren. "Im Jahr 2010 war dieser Punkt noch überhaupt nicht nennenswert", sagt Bohn der BZ. Ebenfalls ein relativ neues Phänomen sind laut der DMB-Statistik allerdings auch die vermehrten Auseinandersetzungen und Fragen infolge von Kündigungen. Mit insgesamt 4019 Beratungspunkten für 2040 ratsuchende Mitglieder ist vergangenes Jahr laut Bohl eine neue Höchstgrenze erreicht worden. "Den guten Ruf und das angenommene Beratungsangebot haben wir unseren beratenden vier Rechtsanwälten zu verdanken."

Wohl auch angesichts des gestiegenen Beratungsbedarfs in den Bereichen "Kündigung" und vor allem "Mieterhöhung", bezeichnet der DMB das "unbedingte" politische Ziel eines "kräftigen Zuwachses an Wohnraum" als bittere Notwendigkeit. "Der Mangel an Wohnraum ist drastisch. Und zwar nicht erst seit der Flüchtlingswelle. Wir mahnen seit Jahren, dass auf dem Wohnungsmarkt das Ungleichgewicht immer größer wird", heißt es von Seiten des Mieterbundes. Wie bereits zahlreiche Sozialverbände stellt auch der DMB fest, dass es immer größere Bevölkerungskreise gibt, die sich eine Wohnung auf dem freien Markt nicht mehr leisten können. "Das geht bis zum Durchschnittsverdiener, der hier kaum mehr als 2000 Euro monatlich auf dem Konto hat. Deshalb fordern wir seit Jahren ein wirksames Landesprogramm für bezahlbare Wohnungen", lässt sich der Vorsitzende Bohl zitieren.

Unter anderem sei neben der gebotenen Förderung durch das Land Baden-Württemberg auch, aufgrund der hohen Baulandpreise, "eine intelligente urbane städtebauliche Bauweise notwendig", und zwar eine Wohnverdichtung, die zugleich genügend grüne Bewegungsflächen zulasse. Gefordert sind laut Bohl hier insbesondere die kommunalen Wohnbaugesellschaften und die Wohnungsbaugenossenschaften, die Landesprogramme umsetzen oder eigene Programme aufstellen.

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