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Mehr Individualität durch Tablets im Unterricht

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An der Gemeinschaftsschule in Sachsenheim befindet sich die Integration von Tablets in den Unterricht laut Schulleiter Bernhard Dietrich „gerade im Aufbau“, wozu aktuell an einem Konzept gearbeitet werde. Bislang würden nur vereinzelt Tablets eingesetzt, doch langfristig solle für jede Klasse ein gewisser Satz jederzeit verfügbar sein. Dietrich hofft auf einen so weit wie möglich flächendeckenden Einsatz noch in diesem Schuljahr. Bücher und Tafel sollten jedoch nicht durch digitale Medien ersetzt werden, fordert der Schulleiter, zumal die Lernformen auch auf jedes Kind individuell abgestimmt sein müssten. Tablets sollten seiner Ansicht nach zur vertiefenden Erarbeitung des Stoffes dienen und es ermöglichen, Präsentationen – zum Beispiel durch Erklärvideos – interaktiver aufbereiten zu können. Dietrich betonte, dass Tablets nur dann sinnvoll seien, wenn sie gezielt und dosiert eingesetzt würden.

Bereits jetzt nutzt die Gemeinschaftsschule eine Onlineplattform, auf der Material zur Verfügung gestellt wird, und worauf die Schüler von überall aus zugreifen können. An einen merklich geringeren Papierverbrauch durch den Einsatz von Tablets glaubt Dietrich nicht.

„Ich halte es für ein Wunschdenken, dass über den Einsatz von Elektronik Papier gespart wird“, meinte auch Hanspeter Diehl, Schulleiter der Realschule Bissingen, „im Gegenteil: der Kopieraufwand steigt eher.“ Diehl führt das auf eine zunehmende Individualisierung im Unterricht zurück. Mit dem Material aus einem einzigen Lehrbuch könne der Bedarf nicht mehr abgedeckt werden. Die Realschule Bissingen nutze seit anderthalb Jahren Tablets im Unterricht, momentan seien über 20 Geräte im Einsatz, und es sollen noch mehr werden, berichtete Diehl. Besonders in den Fächern Musik und Mathematik seien die Tablets gefragt.

Deren Profit sieht der Bissinger Schulleiter vor allem in Sachen Recherche und Lernprogrammen. Um aber beispielsweise den Papierverbrauch zu verringern, wäre ein Tablet für jeden Schüler notwendig. Doch davon sei man noch weit entfernt, meinte Diehl.

Diese Einschätzung teilt auch Ulrich von Sanden, Schulleiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Ludwigsburg. Um die Zahl von Ausdrucken und Kopien zu senken, müsste jedem Schüler ein Tablet zur Verfügung stehen, so dass er auch zu Hause damit lernen könne. Doch daraus ergäben sich neue Herausforderungen: Die Schüler müssten die Geräte stets geladen mitbringen, oder man bräuchte in den Klassenräumen Docking-Stationen.

WLAN als Grundvoraussetzung

Grundvoraussetzung wäre flächendeckendes WLAN an der Schule, was am Schiller-Gymnasium noch nicht installiert ist.

Außerdem müssten die Tablets versichert werden, und es müsste eine genaue Regelung für den Verwendungszweck festgelegt werden, gibt von Sanden zu bedenken. Zwar würden 32 Laptops auch am Ludwigsburger Gymnasium eingesetzt, allerdings hauptsächlich im naturwissenschaftlichen Bereich und auch nur vereinzelt, so von Sanden. „Den pädagogischen Nutzen müssen wir erst einmal abwarten“, mahnt der Schulleiter. Für ihn stelle sich zunächst die Frage, warum Tablets einen solchen Kultstatus erreicht hätten. Den Fokus auf Tablets halte er für problematisch, schließlich stünden in den Computerräumen genügend stationäre Rechner zur Verfügung, die vielfach genutzt würden. Allerdings schafft die Fachschaft Gemeinschaftskunde/Wirtschaft bis Ende des Jahres einen Klassensatz Tablets aus Spendenmitteln an, der dann auch anderen Fächern zur Verfügung steht.

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