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Mehr Beratung zur Alterssicherung

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Für den Gemeinderat Ludwigsburg stand jüngst der Jahresbericht der Kontaktstelle Frau und Beruf auf dem Plan. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass im vergangenen Jahr 217 Frauen zur Erstberatung in die Kontaktstelle gekommen sind. Die Tendenz, dass einige Frauen bisweilen sogar einen dritten Termin bräuchten, hielt auch im vergangenen Jahr an, heißt es. Die Erklärung lautet: „Meistens sind dies Frauen, die einen Migrationshintergrund haben und noch nicht ausreichend Deutsch sprechen oder Frauen, die gering qualifiziert sind und schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.“

58 Prozent der beratenen Frauen kommen aus dem Landkreis Ludwigsburg, 23 Prozent kommen aus dem Stadtgebiet. Die Arbeit der Beraterinnen richtet sich vornehmlich an Frauen und Firmen aus dem Landkreis Ludwigsburg, dem Rems-Murr-Kreis und dem nördlichen Landkreis Böblingen. Kernthemen der Kundinnen sind laut dem Bericht die berufliche Orientierung und das Thema Selbständigkeit.

Bei den Zahlen zur Erwerbssituation gebe es nur eine auffällige Veränderung: „2016 kamen deutlich mehr Frauen in die Beratung, die in einem Teilzeit-Arbeitsverhältnis stehen. Die Arbeit in Teilzeit ist für Frauen das am häufigsten gewählte Arbeitszeitmodell.“ Die Gründe dafür sind laut den Verfasserinnen vielfältig. Dies beginne bei einer immer noch nicht flächendeckend ausgebauten Ganztagesbetreuung für Kindergarten- und Schulkinder und reiche bis hin zum traditionellen Familienmodell, bei dem der Partner der Hauptverdiener sei und die Frau dazuverdiene. „Gerade im Landkreis Ludwigsburg ist dieses Modell weitverbreitet“, heißt es in dem Bericht.

Eine konkrete Folge der aktuellen Rentendebatten merken die Beraterinnen laut dem Bericht auch in ihrer täglichen Arbeit: „Durch die gesellschaftliche Debatte um Altersarmut steigt das Bewusstsein bei Frauen für eine solide Absicherung im Alter. Das führt die Frauen in unsere Beratung“.

Doch auch die bereits existierende Altersarmut bemerken die Beraterinnen mittlerweile regelmäßig: „Immer häufiger kommen nun aber auch Frauen zu uns, die eigentlich schon im Ruhestand sind, aber nachberuflich arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.“

Wie in den Vorjahren verzeichnen die Beraterinnen einen kleinen Anstieg bei den Frauen zwischen 26 und 30 Jahren. Den größten Anteil haben nach wie vor Frauen zwischen 41 und 50 Jahren – gut zwei Drittel der Kundinnen sind in diesem Alter. Jedoch ist die  Zahl der Frauen die älter als 50 Jahre alt sind, leicht auf 18 Prozent angestiegen.

Es lasse sich überdies beobachten, dass es eine Verschiebung hin zu einer kürzeren Familienphase gibt. Seien es 2014 noch 13 Prozent der Kundinnen mit einer Familienphase von 11 bis 16 Jahren gewesen, verzeichnen die Beraterinnen für 2016 noch 8 Prozent. Dagegen ist der Anteil der Frauen mit einer Familienphase von drei bis sechs Jahren auf 10 Prozent angestiegen. „Diese Verschiebung schreiben wir auf der einen Seite der guten Lage am Arbeitsmarkt in der Region zu und auf der anderen Seite spielt sicher eine Rolle, dass Unternehmen immer mehr auf Themen zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf Wert legen“, ist in dem Bericht zu lesen. Flexible Arbeitszeitmodelle und lebensphasenorientierte Personalpolitik machten eine frühere Rückkehr möglich.

Die Kontaktstelle ist eine von zwölf Stellen des Landeprogramms Frau und Beruf und wird finanziell gefördert durch das Landes-Wirtschaftsministerium. Die Träger der Stelle in Ludwigbsurg sind die Stadt und der Landkreis.

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