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Mehr als nur Kulis - Klassische Werbegeschenke der Parteien noch immer wichtig

Der Wahlkampf ist die Zeit der Geschenke: zumindest der Werbegeschenke. An den Ständen der Parteien und Kandidaten gibt es jetzt wieder Kugelschreiber & Co. zum Mitnehmen. Neben Gewöhnlichem findet sich auch Originelles.

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Auch die FDP hat Windräder im Angebot, jedenfalls der Kandidat Dieter Baumgärtner (oben rechts). CDU-Kandidat Fabian Gramling bemüht "frischen Wind" in Mund und Parlament, der Sozialdemokrat Thomas Reusch-Frey setzt auf Sonnenblumensamen (für rote Sonnenblumen) und wie die Kollegen auf Kugelschreiber. Die Grünen planen wieder, Äpfel zu verteilen und - wie die FDP - Brezeln. Gummibärchen, Traubenzucker und Bonbons sind auch 2016 Wahlkampfklassiker.  Foto: 

Neudeutsch heißt es "Give-aways", was frei übersetzt etwa "Gegenstände zum Weggeben" bedeutet. Im allgemeinen Sprachgebrauch sagt man aber auch einfach Werbeartikel: vom Kugelschreiber über Luftballons, Süßigkeiten bis Einkaufs-chips und Buttons oder Aufkleber ist alles dabei. Die Parteien und ihre Kandidaten sehen die Verteilung dieser Werbeartikel an die Bürger nicht nur als eine "gewachsene Tradition", wie es mitunter heißt, sondern auch als geeignetes Transportmittel an, um ihre Botschaft an die Wähler zu bringen.

Laut Ralf Samuel, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Werbeartikel-Wirtschaft (GWW) sind Kugelschreiber gemessen an der Anzahl der Einzelartikel, die von Parteien bestellt werden "immer noch die Nummer eins". Aber es gebe auch kreative Aktionen, zum Beispiel Probepäckchen mit Sonnencreme und der Aufschrift "Damit Sie uns nicht rot werden". Das hat die CSU verteilt. Ziel sei immer, "den Leuten positiv in Erinnerung zu bleiben" und die Werbebotschaft nachhaltig zu transportieren.

Für Fabian Gramling, Kandidat der CDU im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, gehört die Verteilung von Werbeartikeln am Stand "in gewisser Weise dazu, um die Menschen aufmerksam zu machen". Wichtig wäre aber auch, dass diese Werbeartikel "einen nachhaltigen Nutzen stiften". Das bezieht sich sowohl auf die Anwendung als auch auf die Werbebotschaft der Partei. Bei der CDU werden neben dem obligatorischen Kugelschreiber auch Mint-Bonbons, Pflaster-Sets und Luftballons verteilt. Die einzelnen Ortsverbände hätten aber auch den Spielraum, noch andere Werbeartikel einzusetzen.

Auch bei der SPD gibt es neben dem Standardsortiment an Kugelschreibern, Luftballons oder Einkaufschips ortsbezogene Aktionen. So werden mit Bezug zum Valentinstag an die Frauen rote Rosen verteilt oder auch einmal rote Äpfel. "Das wird in den Besprechungen immer aktuell entschieden und steht im Kontext zur Aktion", sagt der Bietigheim-Bissinger Landtagsabgeordnete Thomas Reusch-Frey.

"Kugelschreiber sind sehr beliebt", weiß Dr. Dieter Baumgärtner von der FDP. Daneben werden am Stand Taschen, Windrädchen, Gummibärchen und Bonbons verteilt. Man überlege sich aber für den Wahlkampf auch eigene Aktionen, zum Beispiel sei an Live-Musik am Stand oder eine "Brezel-Aktion" gedacht.

Das Verteilen von Brezeln ist auch bei Daniel Renkonen, Bündnis 90/Die Grünen, angedacht. Laut seinem Wahlkampfkoordinator Luis Wick ist außerdem geplant, an eine alte Tradition der Ökopartei anzuknüpfen und Äpfel zu verteilen. Laut Wick sind Werbeartikel vor allem "ein Aushängeschild". Deshalb ist das Angebot an den Ständen auch besonders vielseitig: Im Sortiment finden sich Papierwindrädchen, Trillerpfeifen, Baumwoll-Taschen und Display-Reinigungstücher ebenso wie Einkaufschips, Buttons, Traubenzucker, Gummibärchen und Malbücher. Sonnenblumensamen und selbst hergestelltes Kräutersalz sind ebenfalls im Programm. "Wir finden es eine schöne Sache, wenn wir den Leuten etwas anbieten, was man dann auch selbst gebrauchen kann", so Wick. Kugelschreiber gebe es zwar auch, aber den Vorrang hätten Bleistifte.

Walter Kubach, Kandidat von "Die Linke", räumt ein, dass das Angebot seiner Partei an den Wahlständen bescheidener ausfällt. Neben Kugelschreibern, Brillenputztüchern, Luftballons, Einkaufschips und Bonbons oder Fruchtgummis gibt es auch Taschentücher "für rote Nasen" und Feuerzeuge.

Bei der AfD werden laut Dr. Roland Mackert, ebenfalls Kandidat im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, nur Bierdeckel, Kugelschreiber und Flyer verteilt. "Wir setzen darauf, dass wir die Leute im Gespräch mit unserem Programm überzeugen können."

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