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Mehr als 600 Einzelspenden

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Übergabe der Spendengelder der diesjährigen BZ-Aktion: (von rechts) Manfred Gläser, Lothar Kämmle, Stefan Gläser, Pfarrer Dieter Hofmann, Rainer Bauer, Michael Marek, Alfred Schmalzried, Michael Schenk, Ellen Eichhorn-Wenz, Andreas Lukesch, Rolf Schnee, Astrid Lelek und Jürgen Kunz. Foto: Martin Kalb  Foto: 

Die Solidarität ist mehr denn je gefordert“, betonte Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion Menschen in Not, bei der traditionellen Übergabe der Spendengelder an die Empfänger. Und die Solidarität der Leser der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung war auch bei der 40. Weihnachtsaktion  ungebrochen: Mehr als 600 Einzelspender legten 102 224 Euro in den Spendentopf.

Die Mitglieder des Vereins BZ-Aktion Menschen in Not haben in diesem Jahr die evangelische Kirchengemeinde Großsachsenheim ausgewählt. Die kirchliche Sozialstation erhält 30 000 Euro für die Einrichtungen und einen Demenzgarten im Neubau des Seniorenzentrums in Großsachsenheim. Wie in den Vorjahren gehen jeweils 20 000 Euro der Spendengelder an die  die Diakonische Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen, an die Diakonische Bezirksstelle Vaihingen und an das Familienzentrum der Caritas in Bietigheim-Bissingen. Das Tansania Krankenhausprojekt Kusaidia/Derada wird mit 7500 Euro unterstützt.

„Man merkt zunehmend, dass sich die Welten in der Gesellschaft zunehmend auseinander bewegen“, sagte Michael Marek, Geschäftsführer der Diakonischen Bezirksstelle Vaihingen. Eine Kluft entstehe gerade für ältere Menschen, und „Altersarmut bedeutet für viele, dass sie bis zu ihrem Tod auf dieses Niveau festgelegt sind“. Dies führe zu persönlichen Zukunftsängsten, gerade auch bei den Älteren. Die traditionelle Spendenübergabe der BZ kurz vor Weihnachten ist für Marek „der schönste Tag im Jahr“, weil diese finanzielle Unterstützung die Grundlage dafür sei, was man im kommenden Jahr leisten könne.

„Es erleben vielen Menschen, die im Verlauf des Jahres bei der Beratung bei uns sind durch die Spenden aus der BZ-Aktion den schönsten Tag im Jahr“, nahm Diakon und Sozialpädagoge Rainer Bauer als Leiter der Diakonischen Bezirksstelle Bietigheim-Bissingen das Bild seines Kollegen auf. In seiner Statistik der Sozialberatung berichtete er von 594 Gesprächen, bei denen 269 Mal „Geld über den Tisch ging“. 201 Schicksale betreute die Bezirksstelle 2016, davon waren 43 Prozent arbeitslos und zwölf Prozent verrentet. „Wir wollen aber auch verstärkt die Kinder in der Blick nehmen“, sagte Bauer und nannte beispielhaft die „Aktion Schulstart“ bei der 2016 in den fünf Bezirksstellen des Landkreises 316 Schulranzen an 198 Familien verteilt wurden.

Bei Menschen in Armutslagen gebe es viele Gesichtspunkte, erklärte Ellen Eichhorn-Wenz vom Caritas Familienzentrum in Bietigheim-Bissingen, es gehe nicht nur ums Geld, es gehe auch um Bildung und vor allem um die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. „Es ist ein Anliegen von uns, dass Menschen, die über wenig Geld verfügen nicht vom Leben ausgeschlossen werden“, so Eichhorn-Wenz. Mit Blick auf die Flüchtlingsthematik sagte sie: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier im Land Menschen haben, die in Armut leben.“ Wenn man diese Menschen vergesse, dann sei „auch ein Stück politischer Sprengstoff vorhanden“.

Mit dem Neubau in Sachsenheim in Zusammenarbeit der Evangelischen Altenheimat will die Kirchliche Sozailstation Sachsenheim den Menschen ermöglichen, in der vertrauten Umgebung leben zu können, erklärte Geschäftsführer Lothar Kämmle. In den vergangenen sechs Jahren habe sich die betreute Patientenzahl verdoppelt, so dass eine Vergrößerung der Sozialstation auf eine Fläche von etwa 350 Quadratmeter nötig ist. „Die Sozialstation ist seit 20 Jahren in den inzwischen sehr beengten Räumen“, ergänzte Pfarrer Dieter Hofmann. Das neue Pflegegesetz regle künftig, dass eine ambulante vor einer stationären Betreuung stehe. Dabei helfen die Spendengelder aus der BZ-Aktion auch den Einsatz der Mitarbeiter der Kirchlichen Sozialstation in der Flächenstadt Sachsenheim zu finanzieren, da das weitläufige Einsatzgebiet zwangsläufig zu einem jährlichen Abmangel führe.

Spatenstich für die neue Sozialstation in Großsachsenheim soll im Februar sein, die geplante Bauzeit beträgt rund eineinhalb Jahr.

„Wir helfen auch vor Ort, damit diese Menschen nicht als Flüchtlinge zu uns kommen“, sagt Rolf Schnee, Vorsitzender des seit 1998 bestehenden Fördervereins des Krankenhausprojekts in Tansania. Er konnte von einem Erfolgsprojekt berichten: Seit 2014 gibt es dort die staatliche Zulassung für ein  Laboranten-College. Mit guten Resultaten haben in diesem Jahr die ersten Absolventen ihre Ausbildung abgeschlossen. „Alle haben eine Anstellung, man sieht der Bedarf ist da“, so Schnee. Allerdings seien nun die staatlichen Zugangsvoraussetzung in Physik und Mathematik für die Bewerber erhöht worden. Dies bedeute, dass von 270 Bewerbern gerade noch 20 diese erfüllen. „Das bedeutet natürlich ein Finanzierungsproblem für das Praktikaten-College“, so Rolf Schnee, der die Spenden aus der BZ-Aktion dafür verwenden will.

Die Chronik der BZ-Aktion finden sie auf Seite 25

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