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Ludwigsburg mit Drogen versorgt

Der Rauschgiftprozess aus Ludwigsburg, der seit drei Monaten vor dem Landgericht in Stuttgart verhandelt wird, geht dem Ende entgegen.

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Ein fast schon ewig dauernder Rauschgiftprozess vor dem Stuttgarter Landgericht gegen zwei 28- und 35-jährige Männer aus Ludwigsburg geht nach dreimonatiger Hauptverhandlung demnächst dem Ende entgegen. Das Duo soll von Januar bis November des vergangenen Jahres die Ludwigsburger Szene kiloweise mit Drogen versorgt haben. Vorletzter Akt vor dem Gericht waren am Mittwoch die Erörterungen der Vorstrafen.

In dem Verfahren vor der 17. Großen Strafkammer geht es in erster Linie um den Handel mit zirka vier Kilo Haschisch und weitere fünf Kilo Marihuana, welches das angeklagte Duo im Januar vergangenen Jahres von einer türkischen Gruppe in Köln eingekauft und mit 5000 Euro bar bezahlt haben soll (die BZ berichtete). Das Rauschgift sollte laut den Ermittlungen erst in Mannheim an einen Unbekannten verkauft werden, was aber offensichtlich nicht klappte. Stattdessen, so die Anklage, landeten die Drogenpakete in Ludwigsburg und sollen hier am 11. Juni vergangenen Jahres mit Gewinn verkauft worden sein.

Darüber hinaus geht es in dem Verfahren noch um rund 300 Gramm der gefährlichen Droge Kokain. Davon sollen die beiden Angeklagten am späten Abend des 20. August vergangenen Jahres in Ludwigsburg 99 Gramm an einen verdeckten Ermittler des Landeskriminalamts zu verkaufen versucht haben. Am Tag darauf wurden bei einer Durchsuchung der Wohnung des einen Angeklagten weitere Drogen, Drogengeld und Verpackungsmaterial wie auch zwei Feinwaagen sichergestellt. Die Handschellen klickten allerdings erst im Dezember, weil die Beschuldigten untergetaucht waren.

Im Prozess hatten sie zu den Rauschgiftvorwürfen noch geschwiegen, unterdessen aber einen Teil der Anklage zugegeben. Daher ordnete das Gericht am Mittwoch die behördliche Einziehung des sichergestellten Rauschgiftes und der Feinwaagen, sowie des offensichtlich eingenommenen Drogenlohns an, nachdem die Angeklagten auch darauf verzichtet hatten.

Zumindest einer der Beiden weist in seinem Vorstrafenregister zehn Einträge auf, wie das Gericht am Verhandlungstag bekannt gab. Allerdings befinden sich darunter keine Drogendelikte, sondern Diebstähle, Raub, Sachbeschädigung, Betrug und Leistungserschleichungen. Letzteres gleich fünf Mal hintereinander, was ihm als notorischer Rückfalltäter zuletzt eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten ohne Bewährung einbrachte. Er selbst hat inzwischen auch seine Tatbeteiligung an den Drogengeschäften eingeräumt. Und offensichtlich hat er auch nichts mit einer im November ebenfalls in Ludwigsburg entdeckten Cannabis-Indoor-Anlage zu tun. Dafür sollen andere Angeklagte zuständig sein, gegen die demnächst das Verfahren eröffnet wird.

Obwohl die 17. Kammer des Landgerichts noch Fortsetzungstermine bis Ende November angesetzt hat, wird das Verfahren wohl in der kommenden Woche mit der Verkündung der Urteile zu Ende gehen. Bei Geständnissen könne man bei den Strafzumessungen Milde walten lassen. Laut Gesetz sind aber, je nach Menge der Rauschgifte,  Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahren möglich.

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