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Kultur-Insel im Weinberg

Ein Kleinod tut sich auf, durchwandert man den Rotenacker Wald in Markgröningen und hält Rast bei einem alten Weinberg. Von dort wird ein herrlicher Blick ins Leudelsbachtal frei, überdies gibt es im Wengert einige Skulpturen zu entdecken.

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Durch Kunstwerke wieder Augenmerk auf die Kulturlandschaften zu richten, war ein Anliegen einer Studentengruppe, die im Jahr 2000 ein ehrgeiziges Kunstprojekt anging. Aufgegriffen wurde das in traditionellen Weinbergen Vorhandene, wie zum Beispiel Trockenmauern und Steintreppen, und auf den ins Leudelsbachtal hinabführenden Terrassen bereichern weitere kreative Gestaltungen die Freiluftgalerie in der Lage "Wannenberg" auf Gemarkung Markgröningens. Und heute noch ist der Kunstgarten im Rotenacker Wald öffentlich begehbar. Vorbeikommende Wanderer und Spaziergänger lädt er zum Verweilen und zum Entspannen ein.

Der im Gästebuch mit "Dagmar und Helmut" unterzeichnete Eintrag steht für viele positive Empfindungen beim Aufenthalt im Kleinod, in dem im Sommer bunte Wiesenblumen wachsen. "Immer wieder gerne hier", so die beiden Besucher, die zudem beschreiben: "Eine Insel inmitten einer ruhelosen Welt, es hilft uns an das Gute im Menschen zu glauben. Herzlichen Dank für Ihren selbstlosen Einsatz".

Otto Breisch, Stadtführer und einer der ehrenamtlichen Pfleger des Kunstgartens mit seinen fünf Terrassenflächen, nimmt dies gerne auf. "Um den Kunstgarten weiterhin gepflegt zu halten, suchen wir ehrenamtliche Helfer, die Lust haben, mit uns gemeinsam den Kunstgarten für die Öffentlichkeit zu erhalten", steht auf einem am Pfahl befestigten Plakat geschrieben. "Wir sind kein Club, Verein oder Sonstiges, nur Menschen, die gerne im Weinberg sind und hier auch gerne arbeiten. Wir würden uns freuen, wenn wir möglichst viele Helfer gewinnen könnten, denn gemeinsam machts mehr Spaß", meint Breisch, der sich mit seinen Mitstreitern auf tatkräftige Helfer freuen würde.

Das Projekt sei damals sehr ambitioniert angegangen worden, erinnert sich Michael Essig, Landschaftsarchitekt aus Vaihingen, an die Entstehung. Eine Gruppe Kunststudenten hatte ihn damals um Hilfe beim Planentwurf für den Weinberg gebeten, um bei der Stadt Markgröningen für das außergewöhnliche Projekt vorzusprechen. "Da wurden bestimmt über 100 Tonnen an Steinen von den Künstlern und ihren Helfern, die teils aus der Markgröninger Bevölkerung kamen, bewegt", schätzt Michael Essig. Die Gestaltung sei in den jeweiligen Arbeitsgruppen entwickelt worden. Die Initiative, auf einem Privatgrundstück mit öffentlicher und privater Unterstützung einen Kunstgarten entstehen zu lassen, ging von Volkhardt Müller und Tina Schneider aus. Müller, der übrigens in diesem Jahr beim internationalen Wettbewerb "Linolschnitt heute" in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen preisgekrönt wurde, lebt als Künstler seit 2002 in Großbritannien, er hatte den Weinberg von seinem Großvater bekommen.

Das Projekt Kunstgarten wurde mit "Flurstück 1408" betitelt. Unter den zehn Kunstwerken sind der Lebensraum Trockenmauern, mit dem Hangdruck standhaltenden traditionellem Aufbau, eine steinerne überdachte Sitzbank, mit einem überdimensionalem Hörrohr bestückt, eine Schräge, die als "Himmelsleiter" benannt ist. Zu finden natürlich auch eine Rebenzeile.

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