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Junger Schwarzfahrer kommt straffrei davon

Ein junger Kronwestheimer musste sich wegen mehrfachen Schwarzfahrens vor Gericht verantworten. Er kam mit einem blauen Auge davon.

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Was ist schon eine Ladung als Angeklagter vor Gericht, wenn der Sommerurlaub gebucht ist? Diese Frage stellt sich vor dem Ludwigsburger Strafgericht eigentlich jeden Sommer. Manche Angeklagte teilen sogar mit, dass sie lieber in den Urlaub gegangen sind. Andere fehlen unentschuldigt, werden deshalb von der Polizei gesucht, und wenn diese sie nicht findet, wird eben Haftbefehl erlassen.

Das Beispiel eines braven Urlaubers gab ein 21-Jähriger aus Kornwestheim vor dem Ludwigsburger Jugendgericht ab. Er war schon wieder aus dem Italien-Urlaub zurück, als ihm die Anklage wegen versuchten Betruges und Schwarzfahrens eröffnet wurde.  „Muffensausen“, sagte der junge Kornwestheimer, habe er im Urlaub schon gehabt. Der Brief vom Ludwigsburger Gericht mit den Worten „wenn Sie ohne Entschuldigung fernbleiben, muss Ihre Vorführung angeordnet werden“ sei ihm ständig im Kopf herumgeschwirrt. Der 21-Jährige, das ging aus der Gerichtsakte hervor, hatte während seines Urlaubs ständig Angst, dass er irgendwo verhaftet wird. Zu seiner Verhandlung kam er dann entsprechend geläutert an, aber pünktlich.

Als der Angeklagte am 23. Juli  2015 einem Kontrolleur im Zug am Stuttgarter Hauptbahnhof eine falsche Schülerkarte vorgezeigt hatte, hatte er gleich eine Strafanzeige seitens der Bahn AG wegen versuchten Betruges kassiert. Nach zwei weiteren Schwarzfahrten waren noch einmal zwei Strafanzeigen wegen Leistungserschleichung hinzugekommen. Diese ersten Straftaten im Leben des jungen Kornwestheimers waren in einer Phase passiert, in der er gemerkt hatte, dass seine Ausbildung für ihn nicht das Richtige gewesen war und ohne Einkommen gewesen war. Er hatte Verträge nicht mehr bedienen können und Mahnungen im Briefkasten gehabt.

Der damals 20-Jährige hatte den Kopf in den Sand gesteckt, das sah die Jugendrichterin im Falle des noch etwas „unselbstständigen“ Kornwestheimers wohl. Sie hielt ihn an, in Zukunft offensiv mit seiner Post umzugehen, drückte aber bei der Bestrafung noch einmal ein Auge zu. Der Schwarzfahrer kam ohne Urteil davon, muss aber 20 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und zur Jugendberatung auf der Ludwigsburger Karlshöhe gehen. Die soll ihm bei der Berufsorientierung helfen.

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