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Interesse am Seniorenticket ist groß

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Seit dem 1. Oktober 2015 besteht im Landkreis Ludwigsburg für Senioren die Möglichkeit, freiwillig auf den Führerschein zu verzichten und dafür ein – für ein Jahr – kostenloses Senioren-Jahresticket des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) zu erhalten. Das Pilotprojekt des Landkreises läuft noch bis zum Ende diesen Jahres. Wie es dann weitergeht, ist noch offen. Die Ludwigsburger Kreisverwaltung könnte sich eine Fortsetzung vorstellen, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik an diesem Freitag hat Verkehrsdezernent Jürgen Vogt eine Zwischenbilanz gezogen. Daraus geht hervor, dass das Interesse am Seniorenticket sehr groß ist. Von Oktober 2015 bis Mitte Januar 2017 seien rund 1100 Tickets ausgegeben worden. Rund 80 Prozent der Antragsteller waren 75 Jahre und älter, rund 80 Prozent sind weiblich und rund 70 Prozent der Projektteilnehmer sind ÖPNV-Neukunden – das ergab die statistische Auswertung. Auch überregional habe das Pilotprojekt Aufmerksamkeit erregt, so Vogt. „So erreichten uns, neben zahlreichen Anfragen aus Baden-Württemberg, auch Informationswünsche aus Hessen, Hamburg und Brandenburg.“

Der Landkreis Ludwigsburg und der VVS tragen je zur Hälfte die Kosten des Tickets für ein Jahr. Das Senioren-Jahresticket kostet 546 Euro (Preisstand 2017). Das bedeutet, dass sich die bisherigen Kosten (im Zeitraum von Oktober 2015 bis zum Januar 2017) auf insgesamt rund 540 000 Euro belaufen, wobei der Landkreis die Hälfte, also rund 270 000 Euro, trägt.

Inwieweit das Ziel, Älteren den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, aufgeht, ist auch daran abzulesen, wie viele Kunden nach dem ersten, für sie kostenlosen Jahr, ein kostenpflichtiges Abo wollen. Dazu wurde das Verhalten der ersten rund 400 Teilnehmer ausgewertet. Ergebnis: Von den Neukunden sind bisher rund die Hälfte im Abo verblieben. Aussagekräftige Daten anhand einer größeren Personengruppe will das Dezernat im Herbst vorlegen. Dann muss auch entschieden werden, ob das Angebot weitergeführt wird. Vogt hält das Projekt mit rund 1100 ausgegebenen Tickets seit dem Start grundsätzlich für erfolgreich. „Im Hinblick auf die demografische Entwicklung könnte es sich durchaus anbieten, über den Dezember 2017 hinaus ein solches Angebot dauerhaft einzurichten.“ Verschiedene Punkte müssten aber geprüft werden. So sei das Verfahren für den Kreis  aufgrund des hohen Beratungsbedarfs der Kunden bislang sehr personalintensiv. Trotz der nur hälftigen Beteiligung entstünden hohe Kosten.

Künftig mit Selbstbeteiligung?

Bei einer Fortführung müsse wenigstens eine geringfügige Selbstbeteiligung der Antragsteller, zum Beispiel eine Bearbeitungsgebühr, eingeführt werden. So könnten auch reine Mitnahmeeffekte vermieden werden. Außerdem werde bei einer Fortführung eine verbundweite Lösung Sinn machen. Letztendlich hänge ein eventueller Übergang des Pilotprojekts in ein dauerhaftes Angebot auch von der Bereitschaft der Verkehrsunternehmen ab, sich angemessen an den Kosten zu beteiligen, so der Dezernent in seiner Vorlage. Die Kreisverwaltung schlägt dem Ausschuss daher vor, gemeinsam mit dem VVS Möglichkeiten zur Überführung des Projekts in ein Regelangebot zu prüfen. Im Herbst wolle man dann einen Beschlussvorschlag vorlegen.

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