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Innung: Fast 90 Prozent aller Diesel-Fahrzeuge bekämen keine Blaue Plakette

Die Diskussion um die Blaue Plakette beschäftigt die Unternehmen weiter. Von den Fahrverboten wäre ein Großteil der Diesel-Autos im Kreis betroffen.

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Abgase strömen aus dem Auspuff eines Fahrzeuges mit Dieselmotor. Diese sollen den jüngsten Plänen zufolge künftig aus Innenstädten herausgehalten werden.  Foto: 

Das Bundesumweltministerium hat das Thema Blaue Plakette bis zum Herbst zwar auf Eis gelegt. Doch nach wie vor halten Umweltbundesamt und der Verkehrsclub Deutschland an ihren Forderungen wie etwa nach einem Fahrverbot fest, um Dieselfahrzeuge aus den Stadtzentren zu halten. Davon wären allein im Kreis Ludwigsburg 89 056 Menschen oder Firmen mit Dieselautos der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 5 betroffen, teilt nun die KfZ-Innung Stuttgart mit, und sieht deshalb „kein Aufatmen“.

Denn beim jetzigen Stand der Dinge gäbe es im Kreis Ludwigsburg für rund 89,5 Prozent aller Diesel keine Blaue Plakette. Und wenn aktuell sogar noch 20 566 Menschen mit Diesel-Fahrzeugen der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 3 unterwegs sind, wie die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2016 ausweisen, dann gilt für die, was auch in der Feinstaubhauptstadt Stuttgart gilt. Dort wies Torsten Treiber als Obermeister der Innung darauf hin, dass die Blaue-Plaketten-Idee schon jetzt bares Geld kostet, weil der Wert der Autos bereits durch die Diskussion sinke. Treiber kritisierte auch, dass alle, die auf den Diesel eindreschen, vollkommen vergessen hätten, wen das träfe: „Menschen, die ältere Autos fahren, tun dies meistens nicht, um der Umwelt bewusst zu schaden, sondern weil das Haushaltseinkommen begrenzt ist. Wenn die Politik die gestern hochgelobten Umweltdiesel morgen aus dem Verkehr ziehen will, dann geht das nur mit Umstiegsprämien.“

Bei Dieseln sind die Partikel krebserregend und der Stickoxidausstoß ist gesundheitsgefährdend. In beiden Fällen gilt die Faustregel, je älter der Diesel, desto problematischer. Deswegen gibt es unterschiedliche Schadstoffstufen und bei denen sah die Verteilung zu Jahresanfang und im Vergleich zu 2015 im Kreis Ludwigsburg so aus: Euro 1: 243 Diesel-Pkw (Vorjahr: 281). Euro 2: 5053 (5661). Euro 3: 15.270 (16 793). Euro 4: 26 348 (27 822). Euro 5: 42 142 (40 513). Euro 6: 9871 (Vorjahr: 3169). Ohne Emissionsgruppe, weil zumeist Oldtimer, sind 326 Diesel-Pkw (Vorjahr: 296).

Das Problem der Partikel- und NOx-Schleudern erledigt zumindest teilweise auch der Zahn der Zeit, wie die Vergleiche der jeweiligen Zahlen mit dem Vorjahr zeigen. Wenn’s aber schneller gehen soll, muss der Austausch durch Anreize beschleunigt werden, fordert die Innung. Jetzt liege der Ball bei den Verkehrsministern. Eine Arbeitsgruppe der Verkehrsministerkonferenz soll bis Herbst Vorschläge machen. „Wir sind offen für Alternativen“, heißt es aus dem Umweltministerium.

Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, kennt laut Mitteilung der Innung schon eine: Die Hersteller von Nachrüstsystem sind dabei, Euro-6-fähige Systeme zu entwickeln. Im Fokus stünden dabei zwar Nutzfahrzeuge, doch das eines Unternehmens im Sauerland sei so aufgebaut, dass es auch beim Personenwagen einsetzbar ist.

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