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Industrie 4.0 ist Top-Thema in Berufsschulen

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Dieses Foto zeigt Arbeitnehmer der Roboterfertigung bei der Dürr AG.  Foto: 

Das Thema Industrie 4.0 beherrscht die Berufsschulen derzeit wie kein anderes. Wirtschaftsverbände, Unternehmen und die Politik nimmt die Duale Ausbildung ins Blickfeld als entscheidenden Baustein in der Umstellung der Arbeitswelt auf die digitale Vernetzung. Die Schulen rüsten mit Maschinen, Software und Fachwissen auf. So wird Ende Oktober kommenden Jahres im Beruflichen Schulzentrum in Bietigheim-Bissingen eine Lernfabrik 4.0 einsatzbereit sein (die BZ berichtete).

Ende November trafen sich in der Ludwigsburger Carl-Schaefer-Schule 40 Vertreter von Ausbildungsbetrieben zur sogenannten Ausbildersitzung, um zu beraten, wo und wie Industrie 4.0 in den verschiedenen Ausbildungsgängen Inhalt des Berufsschulunterrichts werden kann oder bereits ist.

„In Zukunft werden zunehmend Steuerungs- und Überwachungsaufgaben sowie der Umgang mit mobilen Daten  und Geräten von Bedeutung sein. Das bedeutet auch, dass sich die Lehrpläne dahingehend verändern und wir die praktische Umsetzung dieser Aufgaben in der schulischen Ausbildung vertiefen müssen“, sagte Kian Schnepf, Abteilungsleiter an der Carl-Schaefer-Schule.

Kooperationen, Tagungen

Die Schule hat – wie die übrigen Beruflichen Schulzentren auch – neue Maschinen angeschafft, die die Vernetzung von Prozessen zulassen, darunter eine CNC-Fräsmaschine, die direkt mit den Konstruktionsprogrammen für technische Bauteile kommuniziert. Die Anschaffungen ermöglichen an nahezu allen Schulen vor allem deren gute Verbindungen in die Wirtschaft. Und die ist bereit, zu investieren: Die Firma Festo will beispielsweise der Carl-Schaefer-Schule ein eigens für die Ausbildung entwickeltes Cyber Physical Lab zur Verfügung stellen. Auch die Verbände wirken in Sachen Industrie 4.0 tief in die Berufsschulen ein. Die Wirtschaftsjunioren haben mit der Carl-Schaefer-Schule eine Kooperation abgeschlossen, die der Schule unter anderem Fachvorträge auch zum Thema Industrie 4.0 sichert.

„Lernlandschaft“

Und die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart steht nach eigenen Angaben in ständigem Austausch mit den Berufsschulen, um „den Wechsel von der realen in die virtuelle Welt“ mitzugestalten. „Die Autos werden täglich komplizierter und wir brauchen Mitarbeiter, die mit den komplexen Anforderungen von Wartung und Reparatur klarkommen“, sagt Obermeister Torsten Treiber.

Das erfordert neue Lernmethoden und veränderte Lernmechanismen. Tablets und Online-Schulung sind dabei nur zwei Stichworte. Doch die Hightech-Bildung hat auch Grenzen. Bei einem Erfahrungsaustausch von Kfz-Innung und Berufsschulen ging es nicht zuletzt um die „Lernlandschaft“. „Wir haben immer inhomogenere Lernruppen“, beschreibt Dr. Isolde Fleuchaus, Leiterin der Gewerblichen Schule in Backnang die Leistungsunterschiede der Azubis. Elektronisches Lernen mache dennoch Sinn, „wenn unsere Lehrer das in ein didaktisches Konzept einbinden, mit dem schwächere Schüler individuell gefördert werden können“, so Fleuchaus.

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