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Immer wieder miteinander reden

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Die zwölfjährige Lisa freut sich auf ihr Geburtstagsfest. Aber sie ist sich nicht sicher, wen sie einladen kann. Kommen Kinder in Patchwork-Familien in diese oder andere Konfliktsituation, hilft Uwe Knödler, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises Ludwigsburg.

Sein Beispiel: Lisas Vater ist vor drei Jahren ausgezogen. Er lebt mit einer anderen Frau, deren beiden Kindern und einem gemeinsamen Baby zusammen. Lisas Mutter hat auch einen neuen Freund, der mit seinem Sohn bei Lisa und ihrer Mutter wohnt.  Knödler: „Die sogenannte ‚Normalfamilie‘, in der zwei miteinander verheiratete Erwachsene mit ihren gemeinsamen Kindern leben, ist zwar nach wie vor die weit überwiegende Familienform. Aber die Anzahl der Haushalte mit Alleinerziehenden und Patchwork-Familien steigt.“

Er unterstützt mit seinem Team diese „Zweitfamilien“ in Krisensituationen. Mitglieder einer Patchwork-Famile wünschten sich meist nichts sehnlicher, als endlich wieder in einer „normalen“ Familie zu leben. Für das Zusammenleben in der Patchwork-
Familie gelten andere Spielregeln, erklärt der Fachmann. „Es ist wichtig, die Kinder und Eltern dabei zu unterstützen, die Unterschiede in ihrer Familiensituation zu erkennen, mit ihnen leben zu lernen und sie auch nach außen zu vertreten.“

„Offen miteinander sprechen“

Oft gingen nervenaufreibende Trennungs- und Scheidungsprozesse voraus, Vertrautes musste aufgegeben werden, Unterhaltungszahlungen können zusätzlich belasten. „Es ist wichtig, dass alle Betroffenen offen miteinander sprechen und alles genau regeln“, betont Uwe Knödler. Zudem sollte den früheren Familienmitgliedern ein gebührender Platz in der neuen „Zweit-Familie“ eingeräumt werden. Stiefvater oder -mutter sollten nicht versuchen, den leiblichen Elternteil zu ersetzen.

Das neue Paar muss seine eigenen Regeln für ihr Zusammenleben finden und sich auf ein gemeinsames Erziehungskonzept einigen. „Es ist sinnvoll, sich über Träume, Wünsche und Erwartungen auszutauschen. Wenn Konflikte nicht geäußert werden dürfen und Schwierigkeiten verleugnet werden, kann dies zu gegenseitigen Schuldzuweisungen führen“, weiß Knödler. Eine Patchwork-Familie könne auch einen Zugewinn an sozialer Kompetenz bedeuten, wenn alle bereit seien, aufeinander zuzugehen.

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