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Im Schnitt sechs Minuten

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Zehn Minuten sind im Wortsinn die Schmerzgrenze. Innerhalb dieser Zeit soll laut Gesetz ein Rettungswagen am Unfallort eingetroffen sein. Die Herausforderung für die Helfer wächst unaufhörlich: Denn Jahr für Jahr steigt die Zahl der Notrufe, die bei der Integrierten Leitstelle eingehen und einen Rettungseinsatz auslösen um etwa 2000. DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Hormann hat als Vorsitzender des Bereichsausschusses für den Rettungsdienst Kreistagsmitgliedern die aktuelle Statistik und Probleme im Rettungswesen erläutert.

Auf die Orte im Landkreis bezogen, fallen diese sogenannten Hilfsfristen recht unterschiedlich aus. Danach hat es 2016 in der Stadt Ludwigsburg 5151 Rettungseinsätze gegeben, bei denen die Einsatzkräfte im Schnitt nach knapp 4 Minuten vor Ort waren. In Bietigheim-Bissingen war es bei 2255 Einsätzen ein Schnitt von 3 Minuten und 57 Sekunden; sogar zwei Sekunden schneller als die Rettungswagen in Ludwigsburg. Diese Fristen umfassen sowohl die gemessenen Zeiten für den Rettungs- als auch den Notarztwagen.

Schon sehr viel anders sieht es in Bönnigheim mit durchschnittlich 9 Minuten 32 aus (bei 189 Einsätzen). Sachsenheim liegt bei 7 Minuten 24 (631 Einsätze) und Freudental bei 7 Minuten 54 (113 Einsätze) und Besigheim bei 5 Minuten 58 (459 Einsätze). Schlusslicht im Landkreis ist Oberstenfeld mit 11 Minuten und 52 Sekunden und 266 Einsätzen. Zwischen der Kreisstadt und der Gemeinde im Norden des Landkreises liegt somit eine Zeitdifferenz von etwa 8 Minuten, die in der Regel ein Notfallpatient länger auf den Rettungsdienst warten muss.

Probleme im Norden

Die Unterschiede begründete Hormann im Umwelt- und Technikausschuss mit der Größe der Gemarkungsfläche und der Verfügbarkeit von Einsatzfahrzeugen. So hat ein Rettungswagen in Sachsenheim sehr viel weitere Strecken zurückzulegen als vergleichsweise in Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg oder auch Vaihingen (5:25 Minuten).

Mit einer durchschnittlichen Hilfsfrist von etwa sechs Minuten liegt der Landkreis auf Platz 20 der Landesliste. Mit dieser Platzierung waren die Kreisräte einigermaßen unzufrieden. Peter-Michael Valet von den Grünen zeigte sich „nicht sonderlich über die Zahlen begeistert“. Zumal der Landkreis mit diesem Schnitt die gesetzliche Vorgaben nicht einhalte. Diese besagen, dass die Zehn-Minuten-Frist bei 95 Prozent der Einsätze einzuhalten ist. Der Landkreis liegt bei 93,3 Prozent, also mit seinem Ist-Wert 1,7 Prozent unter dem Soll-Wert. Bei der guten wirtschaftlichen Lage und der hohen Bevölkerungsdichte, müsste der Landkreis eigentlich besser dastehen, monierte nicht nur Valet.

Hormann wies darauf hin, wie schwer es sei, die Situation zu verbessern. So bekomme der Landkreis zu den vorhandenen zwölf Rettungswagen in nächster Zeit drei neue Fahrzeuge, jedes 180 000 Euro teuer. Jedes Fahrzeug benötige eine bestimmte Anzahl von Rettungshelfern und -sanitätern. Insgesamt 40 neue Mitarbeiter müssten dafür gefunden und zum großen Teil auch geschult werden. Damit könnten mehr Rettungswagen rund um die Uhr und nicht nur tagsüber im Einsatz sein. Im besten Fall verbessert sich der Landkreis damit aber nur um etwa einen Prozentpunkt, so der Kreis-DRK-Geschäftsführer. Er läge mit diesem Ist-Wert weiterhin unter den geforderten 95 Prozent.

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