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Idee: Ein Wegweiser für Flüchtlinge

Das Land unterstützt mit 14,6 Millionen Euro kommunale Integrationsprojekte. Auf der Liste jener, die in diesem Jahr Geld bekommen, steht nur eines aus dem Kreis. Markgröningen will einen Wegweiser für Flüchtlinge herausbringen.

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Seit 2013 unterstützt das Land Baden-Württemberg mit dem Förderprogramm "VwV-Integration" die Integrationsarbeit auf kommunaler Ebene. Kreise, Gemeinden und freie Träger können sich mit Projekten zur Teilhabe, zur Stärkung kommunaler Strukturen und zur Elternbeteiligung am Bildungsweg ihrer Kinder bewerben. Ziel: eine nachhaltige Ausrichtung der Integrationsarbeit vor Ort. In diesem Jahr hat das baden-württembergische Ministerium für Integration die "VwV-Integration" auch für Anträge geöffnet, die die Einstellung von Flüchtlingsbeauftragten oder die Aufstockung der Stellen von Integrationsbeauftragten zum Zweck der Integration von Flüchtlingen zum Ziel haben.

Das Ministerium hat dieser Tage die Liste der Projekte und Maßnahmen veröffentlicht, die in dieser Förderrunde in den Genuss von Geldern kommen. 220 Maßnahmen werden mit einem Gesamtfördervolumen von 14,6 Millionen Euro bezuschusst, wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Integration hervorgeht. Das Fördervolumen habe sich im Vergleich zu 2015 mehr als vervierfacht, vor allem wegen der Maßnahmen im Flüchtlingsbereich.

Das einzige Projekt aus dem Landkreis Ludwigsburg, das in diesem Jahr einen Landeszuschuss bekommt, dreht sich ebenfalls ums Thema Asyl. Die Stadtverwaltung Markgröningen hat den Wunsch, einen Wegweiser für Flüchtlinge herauszubringen. Laut dem Bürgermeister Rudolf Kürner ist ein Heftchen geplant, das Neuankömmlinge aus fremden Ländern erst mal drüber aufklären soll, was das überhaupt für eine Stadt ist, in der sie da gelandet sind. Ortsgeschichte, Vereinsleben oder Veranstaltungen wie der Schäferlauf sollen erläutert werden. Außerdem sollen Informationen über Behörden, die medizinische Versorgung oder die Kinderbetreuung im Wegweiser auftauchen. "Er soll den Flüchtlingen dabei helfen, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden", fasst der Rathauschef zusammen. Er wisse von keiner anderen Kommune, die so ein Heft bereits aufgelegt hat.

Zentraler Punkt: Die Informationen sollen in die Sprachen möglichst vieler Asylbewerber übersetzt werden, vor allem ins Arabische. "Wir haben jemanden an der Hand, der das kann", kündigt Rudolf Kürner an. Laut dem Ministeriumssprecher Nikolai Worms erhält die Stadtverwaltung 4200 Euro. "Das freut uns", sagt der Markgröninger Bürgermeister und fügt an, dass sein Team mit der Zusage in der Tasche quasi sofort mit der Arbeit beginnen wolle. Abnehmer für den Wegweiser gibt es in der Stadt viele. Laut Kürner leben aktuell knapp 150 Asylbewerber in der vorläufigen und der Anschlussunterbringung in Markgröningen, in diesem Jahr sollen insgesamt knapp 220 hinzukommen.

Info Die Stadtverwaltung richtet am Mittwoch, 17. Februar, ab 19 Uhr einen Infoabend zur Flüchtlingsunterbringung aus. In der Stadthalle werden unter anderem Mitarbeiter aus dem Rathaus, Vertreter des Landkreises, der Polizei und des örtlichen Arbeitskreises Asyl sprechen.

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