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Helfer an der Belastungsgrenze

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Der Standort für die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Cramer-Wanner an der Ludwigsburger Straße steht schon seit geraumer Zeit zur Verfügung.  Foto: 

Gut 40 Flüchtlinge leben momentan in Ingersheim, hauptsächlich sind es Familien. Wie viele Menschen noch kommen und wann sie das tun, müsse erst noch in Absprache mit dem Landratsamt geklärt werden, sagte Volker Godel auf Nachfrage der BZ.

Dies richte sich vor allem  nach der Unterbringungskapazität. Laut dem Ingersheimer Bürgermeister sollen in diesem Jahr, gemäß des Verteilungsschlüssels, rund 30 Flüchtlinge in Ingersheim ankommen, für 2018 rechnet Godel mit zusätzlichen 50 Personen. „Mit dem augenblicklich vorhandenen Wohnraum können wir das aber nicht gewährleisten“, stellt Godel klar.

Zur Diskussion steht daher der Bau einer Unterkunft in der Ludwigsburger Straße – ein Vorhaben, über das bereits vor zwei Jahren nachgedacht wurde. Das Gebäude, das damals als Erstunterbringung dienen sollte, sei nicht realisiert worden, weil der Kreis die Flüchtlinge auf andere Kommunen verteilen konnte, wie Godel erklärt. Nun wird Wohnraum für die Anschlussunterbringung benötigt, wobei die Eigentümer von leerstehendem Wohnraum in der Gemeinde diesen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stellten, so der Bürgermeister. Das Thema Flüchtlings-Unterbringung werde in der nächsten Gemeinderatssitzung am 26. September auf der Tagesordnung stehen.

Indes wurde bereits vor knapp zwei Jahren der Arbeitskreis (AK) Asyl reaktiviert, den es bereits vor mehr als 25 Jahren gab, als vermehrt Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien in die Bundesrepublik kamen. Aktiv engagieren sich momentan sechs Frauen regelmäßig im Arbeitskreis. Karin Zimmer vom Leitungsteam spricht von einem „eingespielten Team an der Belastungsgrenze“, Unterstützung in jeder Form könnten sie gut gebrauchen.

Eine Wohneinheit für Flüchtlinge betrachtet Karin Zimmer gespalten. Natürlich sei diese Form einfacher zu verwalten. Die Integration und Kontaktaufnahme mit Nachbarn sieht sie allerdings beeinträchtigt. Diese Meinung teilt auch Katrin Schaaf, die sich ebenfalls im Arbeitskreis Asyl engagiert: Der Austausch mit Nachbarn finde viel schneller statt, wenn Geflüchtete in „normale“ Wohnsituationen integriert würden. Außerdem könne der Asylkreis in Sammelunterkünften nicht mehr so viel ausrichten, vermutet Schaaf.

Eigenes Modell

Die Ingersheimer haben ein eigenes Modell entwickelt. Eine  Unterkunft in der Enzstraße umfasst zehn Wohneinheiten, darunter vier Wohnungen für Familien. Bislang seien unter anderem Familien dort übergangsweise einquartiert worden. In dieser Zeit habe man die Familien besser kennenlernen und sie anschließend in privaten Wohnungen unterbringen können, berichten Zimmer und Schaaf. Nach Einschätzung von Katrin Schaaf wird die Fortführung dieses Modells am fehlenden Wohnraum scheitern. „Diejenigen, die Raum zur Verfügung stellen können, haben es schon getan. Die anderen möchten nicht“, vermutet sie.

Die Arbeit im AK haben sich die Ehrenamtlichen so aufgeteilt, dass es pro Familie einen Ansprechpartner gibt, der in allen Anliegen zur Seite steht. Dazu gehöre zum Beispiel auch, ein geflüchtetes Mädchen per SMS daran zu erinnern, ihren Bruder ins Fußball-Training zu bringen, erzählte Katrin Schaaf. Hauptsächlich aber wollten die Ehrenamtlichen „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben.

Einen Teil der bürokratischen Aufgaben kann das Team inzwischen abgeben, seit in Pleidelsheim eine Anlaufstelle für Personen in Anschlussunterbringungen eingerichtet wurde.

Karin Zimmer betont: „Das ‚Bermudadreieck‘ zwischen Landratsamt, Ausländeramt und Leistungsstelle ist für die Familien nach wie vor sehr schwierig zu meistern.“

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