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Haftstrafen gegen Komplizen eines Ludwigsburger Drogenhändlers

Wo ist das Geld aus den Drogengeschäften eines mittlerweile verurteilten Ludwigsburgers hin? Das Landgericht Stuttgart verhängte mehrere Haftstrafen.

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In dem Verfahren vor der 16. Großen Strafkammer ging es vor allem um Gelder, die zum Teil die Beschuldigten, aber auch eine andere Tätergruppe durch Rauschgiftgeschäfte erwirtschaftet hatten. In der monatelanger Verhandlung hatten die vier Angeklagten lange von ihrem Recht der Aussageverweigerung regen Gebrauch gemacht. Die Richter mussten zahlreiche Zeugen laden und vernehmen, was nicht immer einfach war, denn einige der Zeugen befinden und befanden sich in Haft. Schließlich wurde Ende Mai von den vier Angeklagten der Gesamt-Vorwurf  heftig bestritten.

Die Strafkammer sah es aber anders und stellte im jetzt verkündeten Urteil fest, dass hohe Geldsummen aus Drogengeschäften in und um Ludwigsburg auch durch eine 28-Jährige gewaschen wurden. Im Fokus war auch eine Gruppe von Dealern, die derzeit noch in Untersuchungshaft auf ihre Prozesse warten. Darunter ist ein 40-Jähriger, der laut Anschuldigung im Keller eines Ludwigsburger Gewerbetreibes eine professionelle Cannabis-Indoor-Plantage berieben haben soll und die damit erwitschafteten Gelder ebenso treuhänderisch den jetzt verurteilten Männern zur Aufbewahrung überlassen hatte. In der Anklage wurde der 28-Jährigen und einem der Angeklagten vorgeworfen, dieses Geld letztlich für sich selbst verbraucht zu haben.

Die 28-Jährige Frau soll die Gelder – in der Regel handelte es sich um Beträge zwischen 100 bis zu 5000 Euro – jeweils in bar auf ein Konto eingezahlt haben. Nicht geklärt hat das Landgericht indessen, wo ein Betrag in Höhe von 150.000 Euro geblieben ist, welcher sich einst in den Händen eines bereits abgeurteilten Ludwigsburger Drogenhändlers befand. Das Geld soll in kleinen Stückelungen auf zwei Ludwigsburger Konten verteilt worden sein. Die Angeklagte erklärte den Richtern, dass Gelder, die man auf einem ihrer Konten entdeckt hatte, privates Vermögen ihrer Mutter darstelle. Insgesamt schickte das Gericht drei Männer im Alter von 26 bis 34 Jahren wegen Geldwäsche in Tateinheit mit Betrug sowie Nötigung für mehrere Jahre hinter Gitter.

Der Hauptangeklagte 26-Jährige erhielt zwei Jahre und neun Monate diktiert, sein 34-jähriger Freund zwei Jahre, und ein bereits mehrfach wegen ähnlicher Taten vorbestrafter 27-Jähriger muss ganze vier Jahre ins Gefängnis. Bei ihm hat das Gericht mit in das Urteil noch eine Verurteilung des Ludwigsburger Amtsgerichts vom Mai letzten Jahres miteinbezogen. Die 28-jährige Frau wurde nur wegen Geldwäsche zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Der Vorwurf des Drogenhandels war nicht mehr nachweisbar, wobei allerdings die Richter am letzten Tag der Beweisaufnahme noch Feststellungen anderer Strafkammern öffentlich verlasen, in denen es um Kokaingeschäfte im Bereich mehrerer hundert Gramm ging. Die daraus erwirtschafteten Gelder sollen von den Abgeurteilten verwaltet worden sein, was allerdings ebenfalls heftig bestritten wird.

Ein Geständnis-Angebot der Strafkammer vom Mai hatten die Angeklagten abgelehnt. Hätten sie es angenommen, so der Staatsanwalt, dann hätte er weitaus mildere Strafen beantragt.

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