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Gericht verschont 56-Jährigen

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Grenzenloses Glück gehabt hat der 56-jährige Mann aus Lorch, der sich vor dem Stuttgarter Landgericht wegen umfangreichen Handelns mit tausenden Doping-Präparaten und nicht zugelassenen Anabolika-Tabletten im Kilobereich verantworten musste: Zwei Jahre Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung und 15 000 Euro Geldbuße als Bewährungsauflage.

Den Fall hat die 5. Große Strafkammer am Stuttgarter Landgericht innerhalb von zwei Prozesstagen per Urteil abgehandelt. Der Angeklagte, der selbst früher für sein Muskelwachstum verbotene Substanzen konsumierte, hat frank und frei zugegeben, dass er in den Jahren 2013 und 2014 tausende der illegalen Präparate, die teilweise auch unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, von einem Mann aus Österreich bezog und mit Gewinn an zahlreiche Fitnessstudios in Ludwigsburg und Stuttgart verkaufte. Darunter Anabolika in tausenden Ampullen, Testosteronpräparate, Fettverbrenner wie Ephedrin und Clenbuterol und Nandrolon, Viagra und Insulin. Alles Mittel, die in sogenannten Untergrund-Labors hergestellt wurden und daher den gesetzlichen Reinheitsgeboten nicht entsprechen.

Nicht umsonst hat am zweiten und letzten Verhandlungstag der Staatsanwalt in seinem Plädoyer darauf hingewiesen, dass gerade solche Untergrund-Präparate mit unklarer Herkunft wegen möglicher Verunreinigungen eine hohe gesundheitliche Gefahr für die Konsumenten darstelle. Er forderte für den Drogenhändler eine generalpräventive Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Nicht ganz so krass sahen es aber die Richter der 5. Kammer. Sie würdigten zum einen das umfassende Geständnis des Angeklagten, zum anderen dass er dem Gericht bei der genauen Herkunft seiner verbotenen Substanzen helfen konnte, und sie würdigten die Tatsache, dass er bislang nicht vorbestraft war.

Verfahren gegen Kunden folgt

Das Verfahren gegen einen seiner Ludwigsburger Großkunden und Inhaber eines Sport-Fitness-Clubs soll ebenfalls vor dem Stuttgarter Landgericht stattfinden. Der 45-jährige ist inzwischen wegen der langen Ermittlungsdauer aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wann sein Prozess beginnt, ist noch nicht bekannt. Neben ihm werden sich noch in diesem Jahr weitere Kunden des 56-jährigen Verurteilten, viele aus den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn, vor verschiedenen Amtsgerichten und Landgerichten verantworten müssen.

Der Verurteilte hat das akzeptiert, der Staatsanwalt überlegt, ob er Revision einlegen wird.

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