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Genossenschaft soll Pflegeheim übernehmen Betreiber wird Alexander-Stift - Bürgerversammlung am Dienstag

Endlich ist es soweit. Das Pflegeheim an der Grünwiesenstraße kann gebaut werden. Der Gemeinderat genehmigte jetzt ein entsprechendes Baugesuch. Am kommenden Dienstag wird das Projekt in einer Bürgerversammlung vorgestellt.

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Bürgermeister Rainer Schäuffele (li.) und Bauträger Erwin Paulus präsentierten dem Erligheimer Gemeinderat am Dienstagabend das Modell des Pflegeheims auf dem ehemaligen Blatter-Areal.  Foto: 

Es ist schon ungewöhnlich, dass - wie jetzt in Erligheim geschehen - der Gemeinderat ein Baugesuch auf dem Tisch liegen hat, aber zuvor erst noch den Bebauungsplan verabschieden muss. Ungewöhnliche Projekte erfordern eben gelegentlich eine ungewöhnliche Vorgehensweise.

Und der Bau eines Pflegeheims ist für eine kleine Kommune wie Erligheim alles andere als gewöhnlich. Bürgermeister Rainer Schäuffele spricht denn auch von einer "für Erligheim außergewöhnlich großen Dimension". Das Pflegeheimprojekt habe eine Größenordnung, die es in Erligheim zuvor noch nicht gegeben habe.

Auf dem früheren Areal der Baustoffhandlung Blatter soll ein Pflegeheim des Alexander-Stifts aus Großerlach mit 29 Pflegeplätzen entstehen. Außerdem sind neun betreute Wohnungen vorgesehen. Im Haus sollen noch weitere elf Wohnungen gebaut werden, die sowohl den Mitarbeitern als auch auf dem freien Wohnungsmarkt angeboten werden. Für Pflegeheim und Wohnungen sind insgesamt 23 Pkw-Stellplätze geplant.

Michael Kerker vom Ludwigsburger Planungsbüro Kerker, Müller + Braunbeck KMB, erläuterte die Pläne. Demnach sollen im Erdgeschoss zwei Pflegegruppen Platz finden. Eine weitere Pflegegruppe wird im ersten Obergeschoss eingerichtet. Dort wird es auch einen größeren Freibereich für gemeinsame Veranstaltungen geben, von dem aus man auf eine Dachterrasse gelangen kann. Heimleitung und Verwaltung finden ihren Platz ebenfalls im ersten Obergeschoss.

Im zweiten Obergeschoss werden die neun betreuten Wohnungen errichtet. Bewohner und Besucher dieser Wohnungen bekommen einen separaten Zugang, so dass sie nicht durch den Pflegebereich gehen müssen.

Die elf freien Wohnungen sind sämtlich auf der Nordseite des Gebäudes vorgesehen. Sie haben keinerlei Verbindung zum Pflegeheim.

Im Pflegebereich gibt es ausschließlich Einzelzimmer mit einer Wohnfläche von 16 Quadratmetern. Hinzu kommt eine sechs Quadratmeter große Nasszelle pro Zimmer. Bei einigen Zimmern ist eine Verbindung zum Nachbarzimmer geplant, so dass sie von Paaren als eine Art Zweizimmerwohnung bezogen werden können.

Beim Betrachten der Pläne fällt auf, dass ein zentraler Küchen- und Essbereich fehlt. Dies entspricht der Philosophie des Heimbetreibers. Im Alexander-Stift wird in den einzelnen Pflegegruppen gekocht und gegessen, um den Bewohnern eine familiäre Atmosphäre zu bieten.

Im Gemeinderat stießen die Pläne auf einhellige Zustimmung - kein Wunder, waren sie doch schon mehrfach nichtöffentlich behandelt worden. Lediglich die Stellplatzfrage sorgte für Diskussionen. Der Wunsch nach mehr Stellplätzen oder gar nach einer Tiefgarage wurde von Planer und Bauherrschaft kategorisch abgelehnt. Die Zahl der Stellplätze sei ausreichend, man halte sich an die Vorschrift, dass für zwölf Pflegeplätze ein Stellplatz auszuweisen sei. Die Kosten für weitere Stellplätze könnten nicht dem Pflegeheim zugeschoben werden.

Mit dem Bau des Heimes soll im kommenden Frühjahr begonnen werden. Es wird mit einer Bauzeit von 18 Monaten gerechnet.

Bauherr ist nicht das Alexander-Stift selbst, sondern die Paulus-Wohnbau GmbH aus Pleidelsheim. Das Alexander-Stift werde die Immobilie nur mieten, erklärte Geschäftsführer Erwin Paulus.

Ihm und der Gemeinde schwebt vor, dass eine noch zu gründende Bürgergenossenschaft das Objekt nach Fertigstellung übernimmt. Das aufzubringende Eigenkapital bezifferte Paulus mit rund 1,4 beziehungsweise 1,8 Millionen Euro, je nach dem, ob die Wohnungen einbezogen werden oder nicht.

Paulus sieht gute Chancen für sein Genossenschaftsmodell. Für zehn Anteile zu je 2000 Euro könne ein Genossenschaftsmitglied ein Belegungsrecht für einen Pflegeplatz erwerben, mit 20 Anteilen könne man ein Belegungsrecht für eine betreute Wohnung bekommen, rechnete er beispielhaft vor.

Sollte es nicht zur Gründung einer Genossenschaft kommen, wird Paulus das Objekt "in den eigenen Bestand übernehmen" und über kurz oder lang einen Investor suchen. Am kommenden Dienstag werden das Projekt und das Genossenschaftsmodell in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Bis dahin wird es auch eine Informationsbroschüre geben.

Info Die Bürgerversammlung findet am Dienstag, 24. September, 19 Uhr, in der August-Holder-Halle statt.

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