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Gemmrigheimer Johanneskirche nach Renovierung eingeweiht

Ein ganz besonderes Fest feierte am Sonntag die evangelische Kirchengemeinde in Gemmrigheim. Nach anderthalbjähriger Bauzeit konnte die renovierte Johanneskirche wieder eingeweiht werden.

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Hauptschiff und Chor der Johanneskirche strahlen hell. Der stellvertretende Kirchengemeinderats-Vorsitzende, Jürgen Böhm, sprach ein paar Worte.  Foto: 

Der Himmel hatte ein Einsehen und stellte zum Beginn des großen Einweihungsfestes der frisch renovierten Johanneskirche das Weinen ein, so dass aus dem anfänglich verregneten Sonntagmorgen doch noch ein dem Anlass entsprechend heiterer Festsonntag wurde. Mit einem Aufwand von rund 720.000 Euro hat die evangelische Kirchengemeinde ihre Kirche, deren älteste Teile bis auf das zehnte Jahrhundert zurückgehen sollen, renoviert und heutigen Ansprüchen angepasst. Nach der Runderneuerung präsentiert sich der Kirchenraum ungewöhnlich hell und licht und wird damit dem selbst gesetzten Anspruch von Eugen Schweiker gerecht. Er ist Kirchengemeinderat in Gemmrigheim und leitete als Architekt mit ungewöhnlichem Engagement die Bauarbeiten. Für ihn muss eine Kirche "hell, einladend und warm" sein und den Menschen das Gefühl geben, "sie spürten etwas von Gott".

Die erdrückende Empore wurde zurückgenommen, wodurch der Kirchenraum an Licht und Weite gewinnt. Im Chor wurde die Orgel abgebaut. Sie wurde nach Berlin verkauft. Jetzt ist der Blick frei auf die Glasmalereien im Chorraum und die restaurierten Fresken aus dem Mittelalter. Der Altar rückte in das Hauptschiff vor und präsentiert sich nicht mehr als traditioneller Opferaltar, sondern als "Tisch des Herrn". Überhaupt, so Architekt Eugen Schweiker, müsse sich die Kirchenarchitektur an eine andere Art der Frömmigkeit anpassen: "Wir brauchen heute keine Männerempore mehr." Vom Eingang her - traditionell im Westen - fördert der Gang durch die Reihen die "Fokussierung auf das Ziel, das Kreuz mit dem Erlöser als Sinnbild, dass es weitergeht", so verbindet Schweiker Theologie und Architektur.

Mit wie viel Herzblut und Emotionen der Architekt sein Projekt durchgezogen hat, wurde spürbar, wenn ihm, wie bei der Ehrung der ehrenamtlichen Helfer, gelegentlich die Stimme zu versagen drohte. Für ihre Leistungen am Boschhammer, mit dem 40 Tonnen Bauschutt abgetragen wurden, oder ihre schwindelerregende Arbeit auf den Baugerüsten wurden die zumeist älteren Freiwilligen mit einer Urkunde geehrt.

Beim Festgottesdienst entbot Jörg Frauhammer als stellvertretender Bürgermeister die Grüße der bürgerlichen Gemeinde verbunden mit der Übergabe einer historischen Ansicht der Kirche und eines Schecks über 1000 Euro. "Unsere Kirche ist uns wichtig", versicherte er. "Bei uns bleibt die Kirche im Dorf." Hermann Röser übergab dem Hausherrn, Pfarrer Michael Beck, im Namen der Gemmrigheimer Vereine im verschlossenen Umschlag einen "weltlichen Gruß", um die derzeit noch bestehende Deckungslücke von rund 90.000 Euro etwas kleiner werden zu lassen. Die frisch renovierte Kirche ist für ihn ein "Stück Himmel aus Stein". Die katholischen Gemmrigheimer wurden durch Pastoralreferent Lothar Scheer vertreten. Er hatte als Geschenk eine große Altarkerze mitgebracht. Sie zeigt den Namensgeber der Kirche, Johannes den Täufer. Irmgard Böhler, Vorsitzende der Bezirkssynode, überbrachte die Grüße des evangelischen Kirchenbezirks und der Landeskirche. Sie buchstabierte Kirche wie folgt: Kraft laden, Impulse gewinnen, Ruhe finden, Christengemeinschaft genießen, Halt finden, Energie schöpfen.

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