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Gemeinschaftsschule im Praxistest

Im Landkreis Ludwigsburg gibt es jetzt fünf Gemeinschaftsschulen. Sie haben am 9. September 2013 ihre Arbeit aufgenommen. Eine davon ist an der Oskar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg angesiedelt.

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94 Fünftklässler aus Freiberg und 16 benachbarten Städten und Gemeinden sind vor zwei Wochen in vier Lerngruppen an den Start gegangen. Sie werden betreut von 18 Lernbegleitern, beziehungsweise Coaches, die von einer begeisterten Mutter anlässlich einer Vorstellungsrunde vor den Eltern bereits Mitte Juli zum "engagiertesten Lehrerteam, das ich kenne" ausgerufen wurden.

Doch das müssen die Pädagogen, die Schulleiterin Sabine Sommer für das neue Schulabenteuer verpflichtet hat, erst einmal in den nächsten Wochen und Monaten beweisen. Denn sie stehen unter doppelter Beobachtung: Kultusministerium (respektive Regierungspräsidium Stuttgart) und die Eltern sind nämlich gespannt, ob sich die neue Schulform tatsächlich bewährt. Und darüber hinaus auch die Nachbarkommunen wie Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg, die voraussichtlich erst im Schuljahr 2015/16 in das Projekt Gemeinschaftsschule einsteigen können. Denn auserkoren wurden im Kreis Ludwigsburg vorerst neben Freiberg nur noch Ditzingen-Hirschlanden, Möglingen, Remseck und Schwieberdingen.

Die Ziele sind hoch gesteckt: Jedes Kind soll individuell betreut werden, damit es je nach Fähigkeiten am Ende sein optimales Lernziel erreicht. Möglich ist am Ende alles, vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Eineinhalb Jahre lang hat Sabine Sommer mit einem kleinen Lehrerteam an der Konzeption gearbeitet, hat sie mit den Fachleuten des Regierungspräsidiums abgeglichen, hat den Gemeinderat von seiner Qualität überzeugt und in eindrucksvollen Präsentationen im überfüllten Bürgerzentrum Prisma und in den örtlichen Hauptschulen interessierten Eltern vermittelt. Dass schließlich die Freiberger unter den Auserwählten waren und die Genehmigung des Ministeriums erhielten, geschah dann fast zwangsläufig.

Während der Ferien wurden dann auch in der Oscar-Paret-Schule die Rahmenbedingungen für die völlig neue Art Schule geschaffen. Fünf ehemalige Klassenzimmer wurden in Lernateliers, Ruhearbeits-, Coaching- und Chillraum umfunktioniert. Denn in der Gemeinschaftsschule wird der Frontalunterricht endgültig beerdigt, die Lehrer heißen jetzt Lernbegleiter oder Coach und die Klassen Lerngemeinschaften.

Jeder Fünftklässler hat ein Lerntagebuch bekommen, das sowohl eine Jahresübersicht als auch Wochenpläne enthält. Und jede Woche kreuzt er darin selbst an, ob er seine angepeilten Lernziele erreicht hat oder nicht. Sein persönlicher Coach kreuzt gleich gegenüber an, wie er das Arbeits- und Lernverhalten seines Probanden einschätzt. Dabei können die Einschätzungen von Schüler und Coach durchaus einmal weit auseinander liegen. Am Ende des Schuljahrs gibt es dann den Lernentwicklungsbericht (früher: Zeugnis), der den Eltern sowohl einen Überblick über die allgemeine Entwicklung ihrer Sprösslinge gibt als auch eine Beurteilung ihrer fachlichen Fähigkeiten liefert. Auf Wunsch der Eltern werden auch klassische Noten vergeben.

Sabine Sommer ist voller Hoffnung, dass ihr Konzept greift. Denn sie setzt voll auf ihr Lehrerteam, das sich vor allem aus OPS-Lehrkräften von Werkrealschule, Realschule und Gymnasium zusammensetzt. Dazu kommen noch acht auswärtige Lehrkräfte, die sich um eine solche Stelle in Freiberg beworben haben. Und sie setzt auf die betroffenen Eltern, deren Mitwirkung nicht nur erwünscht, sondern zwingend erforderlich ist und bereits greift.

Nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützt wird sie vom Freundeskreis der Oscar-Paret-Schule, der Firmen und Privatleute dazu aufgefordert hat, "Meilensteine" zugunsten der Gemeinschaftsschule Freiberg zu erwerben.

Denn die 10 000 Euro, die die Stadt zum Start bereitgestellt hat, sind bereits aufgebraucht und dennoch sind noch nicht alle Einrichtungsgegenstände vorhanden.

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